Als sich die Motorenhersteller der Formel 1 auf die Einfrierung der Power Units ab 2022 einigten und Red Bull gleichzeitig den Startschuss für die eigene Motorenschmiede Red Bull Powertrains gab, machte sich in der Szene eine Mischung aus Respekt und Belächeln breit. Einen modernen Formel-1-Motor zu bauen und sogar zu entwickeln, ist ein gigantisches Unterfangen.

Mercedes lernte aber schnell, was es bedeutet, einen Konkurrenten in unmittelbarer Nähe zu haben: Red Bull warb zahlreiche Ingenieure ab. Darunter auch absolute Top-Leute wie Ben Hodgkinson.

Der Brite arbeitet schon seit 2001 in der Motorenfabrik in Brixworth, die damals noch Ilmor und noch lange nicht Mercedes High Performance Powetrains hieß. Hodgkinson, der Red Bull Powertrains leiten wird, ist derzeit noch Head of Engineering beim größten Konkurrenten.

In Milton Keynes entsteht bei Red Bull eine neue Motorenschmiede -
In Milton Keynes entsteht bei Red Bull eine neue Motorenschmiede -Foto: Red Bull Content Pool

Zwischen Mercedes und Red Bull gab es deshalb Diskussionen darüber, wann Hodgkinson seinen neuen Jon antreten darf. Eigentlich, so hört man, wäre das erst 2023 möglich gewesen. Die beiden Streithähne der Formel 1 einigten sich aber nun darauf, dass der Motoreningenieur bereits am 24. Mai 2022 in Milton Keynes arbeiten darf.

Hilft Porsche Red Bull Powertrains?

Während Red Bulls Mammutprogramm weiter fröhlich wächst und gedeiht - zahlreiche Prüfstände vom Grazer Spezialisten AVL werden 2022 geliefert, gab es eine kleine Planänderung. Eigentlich hätte Red Bull Powertrains die von Honda entwickelten Motoren bauen und einsetzen sollen.

Diese Aufgabe wird aber weiterhin von Honda übernommen. Red Bull bezahlt die Japaner 2022 nach dem Ende des Werkseinsatzes für die Motoren. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Red Bull und Honda diese Schiene bis zum Ende des aktuellen Motorenreglements 2025 fahren.

Bis dahin soll Red Bull Powertrains am Formel-1-Motor für 2026 entwickeln. Möglicherweise könnten die Bullen dabei auch noch Unterstützung aus Zuffenhausen bekommen: Sollte Porsche in die Formel 1 einsteigen, ist auch eine Zusammenarbeit mit Red Bulls Motorenschmiede eine Option.