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Formel 1

Formel 1, Bottas leidet mit Hamilton: Das war einfach nur Pech

Valtteri Bottas fühlt mit Lewis Hamilton nach dessen WM-Niederlage mit. Für den Finnen sei es so, als hätte er selbst die Weltmeisterschaft verloren.
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Das Finale der Formel-1-Saison 2021 in Abu Dhabi hätte nicht dramatischer ausfallen können. Lewis Hamilton fuhr in Richtung eines ungefährdeten Weltmeistertitels. In der Folge eines späten durch Nicholas Latifi ausgelösten Safety Cars sollte Hamilton der Titel letztlich aber doch noch von Max Verstappen entrissen werden.

Zwar konnte Mercedes dennoch den Konstrukteurstitel sicherstellen, Valtteri Bottas, der das Rennen auf Platz sechs beendete, hat dennoch gemischte Gefühle: "Es tut weh, dass Lewis den Titel nicht gewonnen hat", erklärt der Mercedes-Pilot nach dem Rennen gegenüber Sky Sports UK.

Bottas nach Hamilton-Niederlage: Als hätte ich die WM verloren

Valtteri Bottas erklärte zuletzt mehrmals, das es sein Ziel sei, Teamkollege Lewis Hamilton beim Versuch, seinen achten Weltmeistertitel zu gewinnen, so gut wie möglich unterstützen zu wollen. "Natürlich wollten wir beide Titel gewinnen", so der Finne.

Zwar sei das Ziel, den Konstrukteurstitel zu gewinnen, erfüllt worden, der achte Streich seines Teamkollegen blieb jedoch aus. "Gleichzeitig tut es weh, dass Lewis den Titel nicht gewonnen hat", betont Bottas. "Es fühlt sich auch für mich so an, als hätte ich ihn selbst nicht gewonnen."

Bottas ist der Ansicht, dass dieser es verdient hätte. Das habe schließlich auch der Rennverlauf gezeigt, obwohl Bottas das dramatische Schicksal hinnimmt. "Er hatte einen großartigen Start und ein großartiges Rennen und dann ändern sich die Dinge so. Das ist aber der Sport und so läuft das. Für ihn fühle ich mich schlecht, weil ich denke, dass er es heute verdient hätte."

Valtteri Bottas konnte seinen Teamkollegen im letzten Rennen nur wenig unterstützen - Foto: LAT Images

Wirklich unterstützen konnte Valtteri Bottas, der an diesem Wochenende sein letztes Rennen für Mercedes absolvierte, seinen Teamkollegen auf der Strecke allerdings nicht. Der Finne irrte nach einem misslungenen Qualifying im Mittelfeld umher. Um den Konstrukteurstitel allerdings nicht zu gefährden, wollte der Finne nicht zu viel Risiko eingehen. "Das schlimmste, was passieren hätte können, wäre, wenn mein Frontflügel beschädigt worden wäre."

Bottas über spätes Safety Car: War einfach nur Pech

Bottas empfindet es dennoch als wichtig, dass in der Schlussphase das Safety Car auf die Strecke gebracht wurde. Auch wenn es schließlich große Auswirkungen haben sollte. "Wenn das Auto da seitlich neben der Mauer steht und Männer auf der Strecke sind, dann kommt normalerweise ein Safety Car. Das war einfach Pech."

Der Mercedes-Pilot lässt allerdings einblicken, wie chaotisch es in jener entscheidenden Safety-Car-Phase ablief. "Die erste Info war, dass überrundete Autos sich zurücküberrunden dürfen. Die nächste Nachricht war, dass es ihnen doch nicht mehr erlaubt ist, was etwas merkwürdig war. Ein oder zwei Runden später bekam ich die Nachricht, dass sie die Erlaubnis zum Zurückrunden bekommen, aber das Safety Car diese Runde reinkommt. Sie hatten also keine Chance mehr dazu."

Tatsächlich sollte diese Tatsache nach dem Rennen zu einer Kontroverse führen. Gemäß Artikel 48.8 des Sportlichen Reglements soll das Safety noch eine zusätzliche Runde draußen bleiben, nachdem der letzte überrundete Fahrer den Führenden überholt hat. Als die zur Zurückrundung aufgeforderten Piloten am Führenden Hamilton vorbeifuhren, kam das Safety Car allerdings noch in derselben Runde an die Box. "Normalerweise bleibt es eine weitere Runde draußen", erklärte auch Bottas nach dem Grand Prix.

Mercedes legte aus diesem Grund in der Folge Protest gegen das Rennergebnis ein. Die Stewards lehnten diesen wenige Stunden später ab.


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