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Formel 1

Formel 1, Max Verstappen feiert selbstlosen Perez: Legende

Sergio Perez opferte beim Formel-1-Finale in Abu Dhabi sein Rennen voll für Max Verstappen. Lobeshymnen für den Mexikaner. Max: Checo ist eine Legende.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Dass im Kampf um den Titel Teamkollegen in der Formel 1 als strategische Waffen eingesetzt werden ist keine Seltenheit. Doch Red Bull und Sergio Perez trieben es beim Abu Dhabi GP auf die Spitze. Der Mexikaner wurde am Sonntag als Bremsklotz gegen Lewis Hamilton eingesetzt und am Ende des Grands Prix auf Podiumskurs liegend als Vorsichtsmaßnahme aus dem Rennen genommen.

Perez als Bremsklotz

Das Team und vor allem der - vorläufige - Weltmeister Max Verstappen, zeigten sich überschwänglich dankbar für die Aktionen des Mexikaners. Zum ersten Mal griff Perez in Runde 18 ins Renngeschehen ein, als Lewis Hamilton auf frischen Reifen mit Riesenschritten zu ihm aufholte. Perez hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht gestoppt.

Doch der Mexikaner leistete erbittert Gegenwehr gegen Hamilton. Nachdem der Brite an ihm vorbeiging, holte sich Perez die Position zurück und hielt den Titelanwärter in langsamer Verteidigungsfahrt für die restliche Runde in Schach. Erst einen Umlauf später konnte sich Hamilton - diesmal endgültig - auf der ersten DRS-Gerade die Führungsposition sichern.

"Ich war auf extrem alten Reifen. Es hat gut funktioniert und am Ende des Tages bin ich glücklich, dass ich Max und dem Team helfen konnte", so Perez. "Ihn in Kurve 6 zurück zu überholen war der Schlüssel, denn zuvor hatte ich ihm nur vielleicht eine halbe Sekunde gekostet. Ich bin glücklich, dass ich ihm mehr Zeit abnehmen konnte", führte er weiter aus.

Verstappen: Checo ist eine Legende

Perez hatte dem Titelverteidiger im Laufe des Zweikampfes schon sage und schreibe über sechs Sekunden abgenommen. Max Verstappen, der zuvor über acht Sekunden von seinem Konkurrenten getrennt war, hatte dadurch beinahe schon zu dem Mercedes-Piloten aufgeschlossen und jubelte am Funk: "Checo ist eine Legende!".

Bei der Pressekonferenz nach dem Rennen adelte Verstappen seinen Teamkollegen weiter: "Ich denke ohne Checo wurde ich nicht hier sitzen", so der frischgebackene Weltmeister. "Denn dann hätte Mercedes genügend Abstand gehabt um bei einem VSC oder einem Safety Car an die Box zu fahren ", führte Verstappen weiter aus.

Hamilton-Blockade hilft Verstappen

Perez selbst erklärte die Situation ähnlich: "Es war entscheidend zu diesem Zeitpunkt. Denn Lewis hatte das Rennen unter Kontrolle und hätte sein VSC- und Safety-Car-Fenster war ziemlich offen. Er hätte machen können, was er wollte."

"Checo ist heute definitiv unglaublich gefahren", so Verstappen weiter. Nach der Blockade gegen Hamilton, die Verstappen wieder zurück in das Rennen um den Sieg brachte, kam tatsächlich erst ein VSC, das es dem Niederländer erlaubte die Reifen zu wechseln. Erst ein Unfall von Nicholas Latifi und eine Safety-Car-Phase mit einem Restart eine Runde vor Rennende gelang es ihm den Titel einzufahren. Vorerst zumindest, denn derzeit laufen noch zwei Proteste von Mercedes gegen Max Verstappen und das Rennergebnis.

Doch kurz vor Rennende brachte Perez noch ein weiteres Opfer. Denn der Motor des Mexikaners hatte bereits eine hohe Laufleistung auf dem Buckel. Red Bull wollte während der finalen Safety-Car-Phase nicht riskieren, dass ein möglicher Defekt an ihrem zweiten Wagen einen Restart verhinderte und holte ihn kurzerhand zurück an die Garage und gab dadurch das Podium auf.

Red Bull opfert Perez-Podium für Verstappen

"Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Aber der Motor war offensichtlich am Limit und das letzte was das Team gebraucht hätte, wäre ein Defekt gewesen. Denn dann hätte das Max die Möglichkeit gekostet, auf der letzten Runde nochmal zu attackieren", zeigte sich Perez verständnisvoll.

Abgesehen davon hatte Perez eines seiner stärksten Rennen bei Red Bull. Für lange Phasen des GPs befanden sich seine Rundenzeiten auf oder nur knapp unter dem Niveau von Max Verstappen. Im bisherigen Saisonverlauf war das selten der Fall gewesen, wohingegen der zehnfache GP-Sieger Perez meist deutlich davongezogen war.


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