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Formel 1

Formel 1, Ferrari in Brasilien vor McLaren: Trotzdem enttäuscht

Ferrari konnte McLaren im Brasilien-Qualifying besiegen. Die Freude hält sich in Grenzen. Vor allem bei Leclerc. Der Grund: Wieder einmal AlphaTauri.
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Das Duell zwischen Ferrari und McLaren geht auch in Brasilien weiter. Nachdem Ferrari den britischen Rennstall in Mexiko überholen konnte, zeigte sich auch am Freitag in Brasilien, dass die Scuderia die Nase, wenn auch nur leicht, vorne hat.

Während die McLaren-Piloten Lando Norris und Daniel Ricciardo das Sprintrennen am Samstag von den Plätzen acht respektive neun starten müssen, konnten sich Carlos Sainz und Charles Leclerc die Startplätze sechs und sieben sichern. Ganz zufrieden zeigt sich Ferrari allerdings nicht. Schließlich waren AlphaTauri und Pierre Gasly erneut schneller.

Carlos Sainz: Wollen nicht von AlphaTauri geschlagen werden

Noch am Donnerstag tätigte Ferrari-Pilot Carlos Sainz die Aussage, dass Rivale McLaren in Sao Paulo etwas schneller sein würde. Bestätigen sollte sich dies allerdings nicht. Vom ersten Freien Training weg, war es Ferrari, die den Ton angaben.

Beide Ferrari-Piloten empfinden nach dem Qualifying dennoch einen faden Beigeschmack. Neben McLaren hätten Sainz und Leclerc nämlich gerne auch AlphaTauri-Fahrer Pierre Gasly hinter sich gelassen. "Ich bin nicht überrascht, um ehrlich zu sein", offenbart Sainz nach der Qualifikation über AlphaTauri.

"Es sieht so aus, als würden sie einfach die Konstanz gefunden haben, mit der sie zu Beginn der Saison zu kämpfen hatte." Gleichzeitig findet Sainz aber auch drastischere Worte: "Das ist Ferrari und wir wollen nicht von AlphaTauri geschlagen werden, obwohl wir McLaren hinter uns lassen konnten."

Leclerc sieht es ähnlich. Der Monegasse, der sich Stallrivale Sainz geschlagen geben musste, hatte während dem Qualifying aber mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. "Am Ende war mein erster Versuch auf gebrauchten Reifen. Das hat meinem Rhythmus geschadet und dann war der Job, den ich gemacht habe, einfach nicht gut genug. AlphaTauri war heute vielleicht einfach zu schnell, aber es ist wie es ist."

McLaren im Brasilien-Qualifying besiegt zu haben, hebt die Stimmung des Monegassen dabei nur geringfügig: "Das ist definitiv das Positivste heute, aber ich wünschte natürlich, dass wir als Team ein besseres Resultat erzielt hätten."

McLaren nach Brasilien-Fehlstart erleichtert

Anders sieht es bei McLaren aus. Die Mannschaft rund um Teamchef Andreas Seidl legte in Sao Paulo einen Fehlstart hin. Im FP1 waren sowohl Daniel Ricciardo als auch Lando Norris weit von den Top-10 entfernt. Im Qualifying dagegen schaffte es das Team mit beiden Piloten ins Q3. Ein Quantensprung, der allerdings nicht reichte, um Ferrari zu besiegen.

Daniel Ricciardo zeigt sich in Anbetracht der positiven Entwicklung dennoch erleichtert. Vor allem der letztlich knappe Abstand zu der Scuderia stimmt den Australier dabei positiv: "Wir sind mit beiden Autos ins Q3 gekommen. Es ist natürlich das hintere Ende des Q3 und ich würde nicht einfach sagen, dass wir das so annehmen, aber ich denke, wir haben alles gemacht, was wir in dieser Session machen konnten." die Positionen sechs und acht trennen lediglich etwas mehr als eine Zehntel.

McLaren hofft auf eine stärkere Rennpace - Foto: LAT Images

Teamkollege Lando Norris teilt diese Ansicht: "Ich bin mit Position acht ziemlich glücklich. Ich war am morgen weit weg - ich war auf Position 17 oder so." Zwischen dem FP1 und der Qualifikation konnte McLaren allerdings die richtigen Änderungen vornehmen. "Ich hatte im Quali mehr Vertrauen. Ich bin glücklich. Wir haben es ins Q3 geschafft, sind nah an Ferrari dran und ich denke, das ist ein guter Job."

Im Sprint und dem Hauptrennen selbst wartet allerdings noch eine große Unbekannte. An den Autos darf aufgrund des Parc Fermés schließlich nicht mehr viel verändert werden. "Wir werden im zweitem Freien Training die Longruns sehen und dann wahrscheinlich besser verstehen, wie unsere Racepace ist. Wir sind zwar am Ende der Top-10, wir befinden uns aber in Positionen, wo wir um Punkte kämpfen können", erklärt Ricciardo.