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Formel 1

Formel 1: Red Bull verzichtet auf Protest gegen Mercedes-Trick

Das Formel-1-Teams von Red Bull verzichtet auf einen Protest gegen die Mercedes-Aufhängung. Christian Horner stellt klar: Es ist nicht illegal.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Vor dem letzten Formel-1-Wochenende in Austin machte Red Bull die Königsklasse auf eine Eigenschaft des Mercedes W12 aufmerksam. In den Videobildern wurde deutlich, wie sich auf der Geraden die Hinterrad-Aufhängung des Boliden augenscheinlich nach unten verschob. Red-Bull-Teamchef Christian Horner stellte fest: " Sie haben in der Türkei die hintere Fahrthöhe signifikant gesenkt."

Red Bull verzichtet auf Protest

Diese Senkung der hinteren Fahrthöhe wurde von den Bullen als möglich Erklärung gesehen, warum man beim Rennen in Istanbul auf der Geraden so viel Zeit verloren hat. Doch am Sonntag nach dem Großen Preis der USA machte Horner klar: Einen Protest von Red Bull wird es nicht geben.

"Wir haben nicht das Gefühl, dass es illegal ist", gab Horner zu. "und da wir nicht denken, dass es illegal ist, gibt es keinen Grund Protest dagegen einzulegen", betonte er. Ein System, um die Fahrthöhe anzupassen ist nichts gänzlich Neues in der Königsklasse, die Ausprägung der Mercedes-Aufhängung habe Red Bull aber überrascht. "Was wir in der Türkei sahen, war eine extreme Version davon, was der Kurs dort offenbar zugelassen hat".

Auch Binotto bestätigt: Nicht illegal

Ähnlich sieht man das auch bei Ferrari. Ebenfalls im Rahmen des USA-GPs sagte Scuderia-Teamchef Mattia Binotto gegenüber Motorsport-Magazin.com: "Mich interessiert diese Diskussion ehrlicherweise nicht so sehr. Ich habe davon gehört, aber ich sehe nichts, was daran falsch oder illegal sein soll". Aktive Aufhängungen sind in der Formel 1 eigentlich verboten. Dieses Verbot umschließt allerdings nicht mechanische Systeme, so wie es am Mercedes zum Einsatz kommt.

"Auf einigen Strecken wird es einen größeren Einfluss haben als auf anderen", stellte Horner klar. In Austin brachte die absenkbare Aufhängung dem Mercedes-Duo etwa kaum einen Vorteil. "Es war hier ein reduzierter Effekt, aber auf Strecken wie in Jeddah wird es ziemlich stark sein", so Horner weiter.

Der neue Straßenkurs in Saudi Arabien, der am 5. Dezember sein Grand-Prix-Debüt feiern wird, gilt als außerordentlich schnell. Simulationen zufolge sollen auf dem Kurs Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 250 Km/h möglich sein, wodurch die Strecke mit Abstand der schnellste Stadtkurs sein wird und hinter Monza auch allgemein zu den schnellsten Kurse im Kalender zählen wird.