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Formel 1

Formel 1, Verstappen nach Pole erleichtert: Extremes Qualifying

Max Verstappen meldete sich im Belgien-Qualifying eindrucksvoll zurück. Pole nach Pleitewochen in der WM. Schwierige Bedingungen nach Norris-Crash & Regen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappen meldete sich beim Formel-1-Qualifying in Belgien mit einer Kampfansage aus der Sommerpause zurück. Nach dem Verlust der WM-Führung an Lewis Hamilton in Ungarn, eroberte er für den Auftakt in die zweite Saisonhälfte gleich die Pole Position. Der Red-Bull-Pilot meisterte das Regenchaos auf dem Circuit de Spa-Francorchamps nach dem Unfall von Lando Norris mit viel Risiko.

"Ich bin super happy, nach der Pause wieder so ein Qualifying und wieder eine Pole Position zu haben", so Verstappen, der früh an der Spitze den Ton angab. Im Q1 belegte er hinter Norris den zweiten Platz. Der McLaren-Pilot mauserte sich mit der Bestzeit im zweiten Segment zum Favoriten, crashte im Q3 jedoch auf seiner ersten fliegenden Runde in Eau Rouge schwer. In der darauffolgenden Unterbrechung erreichte der Regen seinen Höhepunkt.

"Wir hatten wegen dem Unfall eine ziemlich lange Pause. Danach bei solchen Bedingungen gleich ins Q3 zu gehen, war sehr knifflig", sagt Verstappen. Der Niederländer ging wie der Großteil der Fahrer gleich auf dem Intermediate auf Zeitenjagd, obwohl mehr Wasser als in den ersten beiden Teilen der Session stand.

"Du konntest im Q1, als wir auf dem Regenreifen gefahren sind, schon sehen, dass er sehr langsam ist. Da haben einige Sekunden auf die Pace gefehlt und natürlich wechselst du dann auf Intermediates", erklärt der 23-Jährige. "Aber der kommt natürlich nicht mit viel stehendem Wasser klar, und da wird es auch ziemlich schwierig."

Regen-Qualifying in Spa interessant und extrem

Das Q3 entwickelte sich zu einem Single-Lap-Qualifying, denn auf der im Minutentakt schneller werdenden Strecke kam es auf den letzten Versuch bei Ablauf der Zeit an. Nach einer eher verhaltenen Herangehensweise in den ersten beiden Abschnitten machte sich im Showdown auch bei Verstappen Nervosität breit.

"Im Trockenen auf dieser Rennstrecke zu fahren, ist fantastisch. Aber wenn du ein nasses Qualifying hast - ich würde nicht sagen, dass es angsteinflößend ist, aber es ist interessant und ziemlich extrem, wenn du im Q3 weißt, dass du jetzt bis ans Limit pushen musst", sagt er. Zunächst meisterte George Russell die Herausforderung am besten.

Pole-Runde für Verstappen nicht optimal

Die Bestzeit des Williams-Fahrers hielt sogar Hamiltons Attacke stand, doch Verstappen verhinderte die Pole-Sensation durch den Briten schlussendlich. "Wenn es nass ist, kommt es nicht nur auf die Runde an sich an. Es geht auch darum, wie gut du die Reifen anwärmst", erklärt der Pole-Setter. "Es kommt sehr auf die Temperaturen an. Wenn du mehr Temperatur hast, wächst das Vertrauen und du kannst später bremsen, hast beim Einlenken mehr Grip und dann auch eine bessere Traktion."

Verstappen fuhr auf der alles entscheidenden Runde drei Zehntelsekunden schneller als Russell und sicherte sich damit seine sechste Pole Position in der laufenden Saison: "Ich denke, die Runde war okay. Die Reifen haben sich im ersten Sektor und zu Beginn des zweiten noch etwas kalt angefühlt. Rückblickend hätten wir da noch einen besseren Job machen können, aber es ist so schon sehr schwer, dort draußen die richtigen Entscheidungen zu treffen."

Verstappen will Start ohne Drama

Für den Sonntag sind für die Ardennenregion erneut schwere Regenfälle vorhergesagt. Der Wetterbericht sagt für die Startzeit des Rennens um 15:00 Uhr eine Regenwahrscheinlichkeit von 90 Prozent voraus. In den wechselhaften Trainings warf die Suche nach dem richtigen Setup für Qualifying und Rennen viele Fragezeichen auf, doch Verstappen ist zuversichtlich, dass er und sein Team richtig entschieden haben.

"Ich bin optimistisch. Wir hatten einen guten Freitag, denn das Auto hat sich sofort sehr gut angefühlt. Im Nassen ist es nie leicht, weil sich das Auto viel bewegt, aber es passt alles", erklärt er. Nach den Pleiten in Silverstone und Budapest, in denen er jeweils in der Startrunde in Kollisionen verwickelt war, hofft er in Spa auf einen ruhigeren Sonntag: "Wir müssen nur sicherstellen, dass wir eine saubere erste Runde haben. Danach werden wir sehen. Bei den wechselhaften Bedingungen kann viel passieren."


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