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Formel 1

Formel 1, Honda-Triebwerk macht Probleme: Pierre Gasly im Pech

Pierre Gasly wurde nach einem starken ersten Freien Training ausgebremst. Honda bemerkte etwas an den Daten des Triebwerks. Auch Red Bull in Gefahr?
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Nach einem starken ersten Freien Training folgte bei AlphaTauri auf dem Red-Bull-Ring am Nachmittag jede Menge Ernüchterung. Im FP1 sprangen für das Team noch die Positionen zwei und fünf heraus, ehe die schnellste Rundenzeit von Yuki Tsunoda im FP2 nur für Position 15 reichte.

Für Teamkollege Pierre Gasly kam es am Nachmittag aber noch dicker. Der Franzose konnte im zweiten Freien Training des Steiermark GP keine Runde drehen, da Honda nach dem FP1 Unregelmäßigkeiten am Triebwerk des AT02 feststellte und daher nähere Untersuchung am Fahrzeug durchgeführt werden mussten. Red-Bull-Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko beteuerte infolgedessen allerdings, dass es keine Probleme mit dem neuen Honda-Motor gibt.

AlphaTauri mit starkem Auftakt in Spielberg

Nachdem AlphaTauri in den letzten Rennwochenenden wieder zu alter Stärke finden konnte, lief auch das erste Freie Training ganz nach dem Geschmack des Rennstalls. Nur etwas mehr als zwei Zehntel fehlten Pierre Gasly im FP1 auf die Bestzeit von Max Verstappen. "Der Morgen war großartig. Die Pace und Performance des Autos war stark und alles ist gut gelaufen. Es war für uns also ein sehr positiver Start in das Wochenende", so Gasly.

Bekräftigt wurde der starke Eindruck auch durch die fünftschnellste Zeit von Yuki Tsunoda: "Wir haben im FP1 gesehen, dass das Auto auf eine Runde auf jeden Fall gut dabei ist. Ich war in der Lage, während der Session ein paar schnelle Runden zu drehen." Der Honda-Motor schien nach einem starken Wochenende in Frankreich zunächst also auch gut auf dem Red-Bull-Ring zu funktionieren.

Honda-Triebwerk sorgt vor dem FP2 für Probleme

Auch am Nachmittag war dies zumindest bei Red Bull noch der Fall. Max Verstappen konnte seinen von Honda angetriebenen RB16B in der Zeitentabelle wieder ganz nach oben stellen. Bei AlphaTauri dagegen wendete sich das Blatt allerdings schlagartig. Kurz vor Beginn des zweiten Freien Trainings meldete Honda auf Twitter, das bei den Daten des Triebwerks on Gasly Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden.

Um einen genaueren Blick auf das Honda-Triebwerk zu werfen, musste der AT02 des Franzosen aufgeschraubt werden. "Wir haben uns aus Sicherheitsgründen etwas angesehen", hielt sich Dr. Helmut Marko am Freitagnachmittag bedeckt. Die Untersuchungen sorgten jedoch dafür, dass Pierre Gasly keine Runde mehr drehen konnte. Dem Team ist damit wertvolle Zeit abhandengekommen. "Es gab ein paar Dinge, die wir im FP2 ausprobieren wollten. Es ist echt schade, dass wir dazu nicht in der Lage waren", ärgert sich Gasly.

Auch für Teamkollege Yuki Tsunoda lief plötzlich nicht mehr alles nach Plan. Im zweiten Freien Training sprang für den Japaner nur Position 15 heraus. "Bei den längeren Läufen hatte ich etwas mit der Balance des Autos zu kämpfen. Über Nacht muss ich also daran arbeiten", erklärte der Japaner nach der zweiten Trainingssession.

Yuki Tsunoda hatte im FP2 vor allem auf dem Longrun Schwierigkeiten - Foto: LAT Images

Dr. Helmut Marko: Hat nichts mit dem Motor zu tun

AlphaTauri-Chef-Renningenieur Jonathan Eddols bestätigt unterdessen die Aussagen Helmut Markos: "Honda hat etwas Merkwürdiges in den Daten des Triebwerks entdeckt. Wir wollten kein Risiko eingehen, also haben wir uns entscheiden, das Problem am Nachmittag genauer zu untersuchen." Ins Detail geht Eddfols allerdings nicht.

Zumindest Dr. Helmut Marko gibt genauere Hinweise darauf, wo das Problem stecken könnte. Honda brachte erst beim vergangenen Grand Prix in Frankreich ein neues Aggregat. Vermutungen, wonach die Ursache am neuen Honda-Motor liegen könnte, schob der Österreicher direkt einen Riegel vor. "Das liegt nicht am Motor", lauteten die klaren Worte Markos.

Liegt das Problem etwa am neuen Honda-Motor? Der japanische Motorenlieferant hatte erst in Frankreich einen neuen Motor gebracht. Vermutungen, wonach es Probleme mit dem neuen Aggregat gebe, schob Dr. Helmut Marko allerdings sofort einen Riegel vor: "Das liegt nicht am Motor", lauteten die klaren Worte Markos am Freitagnachmittag.

Der Red-Bull-Motorsport-Berater ist sich allerdings selbst nicht sicher, ob dieses Problem an diesem Wochenende auch für Red Bull zur Gefahr werden könnte. Schließlich rechnet sich der Rennstall beim Heim-Grand-Prix gute Chancen aus. "Ich hoffe nicht", erklärt Dr. Helmut Marko.


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