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Formel 1

Formel 1, Doppel-Drama für Giovinazzi: Plattfuß & Delta falsch

Antonio Giovinazzi erlebt in den ersten zehn Runden des Formel-1-Rennens in Barcelona gleich zwei Dramen. Plattfuß beim Boxenstopp, dann spinnt das Lenkrad.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Pleiten, Pech und Pannen bei Alfa Romeo Racing. Nach Kimi Räikkönens bizarrer Strafe in Imola und dem ‚Notfall-Funkspruch-Crash‘ von Portimao erwischte es beim Großen Preis von Spanien nun seinen Teamkollegen. Antonio Giovinazzi erlebte schon in den ersten zehn Runden des Rennens in Barcelona gleich zwei Dramen, die den Italiener aller Chancen auf ein gutes Ergebnis beraubten.

Nach dem frühen Ausfall von AlphaTauris Yuki Tsunoda in Runde sieben - Problem mit dem Benzindruck seiner Honda-Power-Unit - wollte Alfa Romeo mit Giovinazzi das resultierende Safety-Car nutzen. Wie eine Runde später Williams George Russell und Nicholas, zitierte das Team seinen Piloten in Runde acht zum Reifenwechsel von Soft auf Medium an die Box. „Wir hätten um Punkte kämpfen können. Er wäre sehr gut positioniert gewesen mit zwei Mediums“, sagt Alfa Romeos leitender Ingenieur an der Strecke, Xevi Pujolar.

Alfa Romeo in Barcelona: Neuer Reifen einfach platt

Die Idee war also, dank des Safety Cars früh den Soft-Reifen loswerden zu können, um dann zwei längere Stints auf Medium zu fahren. Doch dieser Plan wurde schon beim Boxenstopp zunichte gemacht. „Es war ein Plattfuß vorne links. Diesen Satz neuer Mediums haben wir so auch noch verloren“, klagt Giovinazzi bei Motorsport-Magazin.com über das, was alle im TV-Bild sehen konnten.

Der neue Vorderreifen hatte zu wenig Luft. Das erkannten die Mechaniker immerhin noch frühzeitig, vor der Montage. Dennoch mussten sie nun erst wieder in die Garage eilen, um einen anderen Satz Medium-Reifen zu organisieren. Das gelang zwar zügig, kostete dennoch Zeit. Noch dazu war der vorherige Satz verloren. Im letzten Stint musste Giovinazzi deshalb Soft fahren.

Alfa gesteht: Haben ein Ventil beschädigt

Doch wie kann ein frischer Reifen platt sein? „Es war Problem im Betriebsablauf. Irgendwann als wir den Satz genommen haben, um alles in der Garage fertig zu machen, wurde das Ventil beschädigt“, berichtet Pujolar. „Wir haben ein Monitoring-System. Als das Rennen startete war es okay, aber an einem gewissen Punkt, ein paar Runden vor dem Stop, war es plötzlich falsch.“

Wo genau der Fehler lag, will der Ingenieur nicht verraten. „Aber das sollte nicht passieren. Immerhin hätten wir in der Lage sein können, das wiedergutzumachen, denn es war eine Safety-Car-Phase.“ Doch selbst die half Giovinazzi nicht, zumindest wieder den Anschluss an das Feld herzustellen. Ein zweites Problem bremste den Italiener selbst hinter Bernd Mayländer an.

Giovinazzi bekommt falsches FIA-Delta: Kein Anschluss ans Feld

„Erst ein Problem beim Boxenstopp, dann auch noch ein Problem mit dem Lenkrad. Auf dem Dash wurde angezeigt, dass ich dem Delta folgen soll. Ich weiß nicht, warum sie es nicht rausgekommen haben“, berichtet uns Giovinazzi. „Deshalb habe ich die Gruppe nicht eingeholt und war [beim Re-Start] elf Sekunden hinten.“

Normalerweise ist es den Fahrern in Safety-Car-Phasen gestattet, zum Ende des Feldes aufzuschließen. In der Regel lässt die FIA überrundete Fahrer sich sogar zurückrunden und wieder den Anschluss herstellen. Doch Giovinazzi sah nun plötzlich ein Delta, das ihm eine bestimmte Pace auferlegte - wie vor allem aus virtuellen Safety-Car-Phasen bekannt.

Alfa Romeo vor nächster Unterhaltung mit der FIA

Wie das passieren konnte? Das wüsste Alfa Romeo auch gerne. „Wir sprechen mit der FIA darüber, denn wir verstehen nicht, warum wir dieses Problem hatten“, klagt Pujolar bei Motorsport-Magazin.com. „Es ist schade, denn wir haben Zeit verloren und wir hatten schon einen Reifensatz verloren. Das hat ihn Einiges gekostet und dann war er auch noch im Verkehr. Sonst wären wir am Ende der Gruppe gewesen. Das hat ihn im Rennen jede Menge gekostet.“ Oder wie Giovinazzi, am Ende nur auf P15, sagt: „Ein beschissenes Rennen von Anfang bis Ende.“

Besser lief es für Teamkollege Kimi Räikkönen. Der Finne startete den Großen Preis von Spanien als einziger Fahrer auf Medium-Reifen. Trotz Traktionsnachteilen am Start gegenüber allen anderen auf Soft kam der Finne auf P14 aus der ersten Runde zurück - nach Start von P17. „Ich hatte eine ordentliche erste Runde und habe gleich ein paar Plätze gewonnen. Dann habe ich mich an einen langen ersten Stint gemacht“, sagt Räikkönen.

Kimi Räikkönen: Starker Start, ein Stopp und wieder keine Punkte

Von P14 ging es im Rennverlauf mit einer Einstopp-Strategie, Wechsel auf Soft nach 37 Runden, zwar noch zwei Ränge weiter nach vorne, für Punkte reichte es in einer im Mittelfeld eng umkämpften Schlussphase allerdings knapp nicht. „Wir hatten immer vor, nur einen Stopp zu machen und das war auch die beste Strategie“, sagt der Finne.

„Leider sind wir wieder nur nah an die Punkte herangekommen, ohne etwas zu holen.“ Die Pace reiche einfach noch nicht so der Finne. Einfach mehr Abtrieb müsse her, so der Routinier. „Wir müssen jetzt weiterarbeiten, um dieses letzte Bisschen zu finden, das noch fehlt.“


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