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Formel 1

Formel-1-Jockey Tsunoda hat Pedal-Ärger: Gasly viel größer

Yuki Tsunoda ist 2021 der kleinste Fahrer in der F1. Die Ergonomie stellt AlphaTauris Ingenieure vor Herausforderung: Pedalprobleme beim Bahrain-Test.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Yuki Tsunoda genoss vor seinen ersten offiziellen Formel-1-Testfahrten in Bahrain eine umfangreiche Vorbereitung im hause AlphaTauri. Der Japaner fand sich in der Wüste schnell mit dem AT02 zurecht, doch trotz der privaten Tests vorab lief nicht alles ganz planmäßig. Die für den 1,59 Meter großen Rookie umgebauten Pedale bereiteten den Ingenieuren Kopfzerbrechen.

"Ich habe ein spezielles Pedalset, das gegenüber dem von Pierre ganz anders ist, wegen des Größenunterschieds. Für mich wurden andere Pedale angefertigt, und die haben uns gestern Probleme bereitet", so der 20-Jährige, der ganze 18 Zentimeter kleiner als sein Teamkollege ist. Vor Tsunoda war Lando Norris mit einer Größe von 1,70 Meter der kleinste Fahrer im Feld.

Die Pedalprobleme sind für Tsunoda aber kein Grund zur Panik. "Dafür sind die Testfahrten ja da. Es ist gut, so etwas während des Tests zu haben und nicht erst in zwei Wochen. Ich habe von den Mechanikern schon gehört, dass sie eine Lösung gefunden haben", sagt er. Mehr Zeit kostete ihn am ersten Tag ein Defekt am Benzinsystem. An den ersten beiden Tagen absolvierte er 94 Runden. Gasly legte in dieser Zeit 160 Runden zurück.

Doch auch dieser Umstand bringt ihn nicht aus der Ruhe. "Ich war durch die vier Testtage davor gut vorbereitet", sagt er mit Blick auf sein Programm in den vergangenen Monaten. AlphaTauri ermöglichte ihm neben der Teilnahme am Abu-Dhabi-Test nach dem Finale 2020 mehrere Ausfahrten in Imola.

"Ich hatte von Beginn an viel Selbstvertrauen, was die Kontrolle über das Auto und all die Abläufe angeht. Ich muss nur viele Runden fahren, um Erfahrung mit dem 2021er Auto zu sammeln", so Tsunoda. Nach nur jeweils einer Saison in Formel 3 und Formel 2 tritt er in diesem Jahr in der Königsklasse an. Der schnelle Aufstieg macht sich bei ihm positiv bemerkbar.

"Als ich vor zwei Jahren nach Europa kam, waren die meisten Rennstrecken für mich neu. es gab nur ein Training und dann ging es direkt ins Qualifying, wo du performen musstest um in den Rennen gute Resultate zu holen", erklärt er. "Diese Situation hat meine Anpassungsfähigkeit verbessert. Besonders in der Formel 2 hat die Erfahrung geholfen und diese zwei Jahre sind in der F1 bereits hilfreich."

In der komplexen Welt der Formel 1 gibt es für ihn dennoch einige Baustellen. Vor allem die Eigenheiten der Boliden sind für ihn Neuland. "Pierre hilft mir besonders was das Reifenmanagement im Rennen angeht", sagt Tsunoda, den in der F2 ein besonders gutes Gefühl für das schwarze Gold auszeichnete.

Darüber hinaus stellt ihn die Aerodynamik vor neue Herausforderungen, bei der ihm Gasly behilflich ist. "Der Wind beeinflusst ein F1-Auto extrem. Am ersten Tag hatte ich wirklich Probleme mit dem Wind", so seine Erkenntnis. "Unser Fahrstil ist zwar sehr unterschiedlich und schwer zu vergleichen, aber was Reifenmanagement und den Wind angeht hilft er mir."


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