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Formel 1, Lance Stroll packt aus: Erkrankung war doch Corona

Lance Strolls krankheitsbedingter Ausfall am Nürburgring war doch nicht nur auf einfache Magenbeschwerden zurückzuführen. Kanadier verrät Corona-Infektion.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Jetzt also doch: Lance Strolls Ausfall beim vergangenen Formel-1-Rennen, dem Eifel GP auf dem Nürburgring (11. Oktober), war auf das Coronavirus zurückzuführen. Wie der Kanadier am Mittwoch vor dem Portugal GP (25. Oktober) via Social Media erklärte, sei ein Test auf COVID-19 am Sonntagabend des Eifel-GP-Wochenendes - da war Stroll nicht mehr vor Ort - positiv ausgefallen.

„Ich will alle wissen lassen, dass ich kürzlich, nach dem Wochenende des Eifel GP, positiv auf COVID-19 getestet wurde“, schrieb Stroll. Inzwischen sei er wieder negativ getestet und fühle sich auch zu 100 Prozent gesund.

Racing Point sah keine klassichen Symptome

Wie passt das zu den Aussagen von Teamchef Otmar Szafnauer am Wochenende auf dem Nürburgring? Am Samstag hatte Szafnauer dort erklärt, Stroll habe im Vorlauf des Eifel-Wochenendes diverse Tests auf das Coronavirus mit negativen Befunden absolviert. „Er hat nicht die klassischen COVID-19-Symptome", beteuerte Szafnauer. Noch dazu habe der Kanadier sich schon nach dem vorherigen Russland GP unwohl gefühlt. Szafnauer sprach deshalb von einer Erkältung.

Stroll erklärte nun die Details. „Ich kam am Nürburgring an, nachdem ich bei den normalen [und verpflichtenden] Tests vor dem Rennwochenende negativ getestet worden war“, bestätigte der 21-Jährige zunächst die seitens Szafnauer angesprochenen negativen Testergebnisse im Vorlauf des Eifel GP. Am Donnerstag saß der Kanadier dementsprechend noch regulär in der Pressekonferenz, der Freitag fiel dem Wetter zum Opfer.

Stroll: Tests im Vorlauf waren negativ

In dieser Zeit begannen sich die genannten Magenbeschwerden zu entwickeln. „Am Samstagmorgen fühlte ich mich unwohl und wachte mit Magenbeschwerden auf“, berichtete Stroll nun. Auf das Coronavirus führte er das zunächst nicht unmittelbar zurück, hielt sich zu Vorsicht dennoch an die Vorgaben. Stroll: „Ich folgte dem FIA-Protokoll und habe mich in meinem Motorhome selbst isoliert und habe das Fahrerlager nicht wieder betreten. Ich war nicht fit, um Rennen zu fahren, sodass ich am frühen Sonntagmorgen nach Hause geflogen bin.“

Update 17:15 Uhr: Einige Stunden nach Strolls Aufklärung reagierte Racing Point mit einem neuen Statement des Teamchefs. Darin bestätigte Szafnauer sowohl seine eigenen Ausführungen des Nürburgring-Wochenendes sowie die neuen seines Fahrers und präzisierte ein wichtiges Detail: Stroll habe bei Auftreten der Symptome am Samstag einen Arzt konsultiert, der keine auf COVID-19 deuteten Symptome festgestellt und einen neuerlichen Test daher für nicht notwendig erachtet habe.

"Auf Basis dieser medizinischen Einschätzung gab es zu diesem Zeitpunkt keine Notwendigkeit, um die FIA über den Ursprung der Krankheit zu informieren", erklärte Szafnauer. Zuvor hatte FIA-Rennleiter Michael Masi erklärt, von Racing Point nicht über einen Corona-Verdacht informiert worden zu sein.

Nach seinem bis dahin letzten (negativen) Test am Dienstag hätte sich Stroll erst am Sonntag wieder verpflichtend testen lassen müssen. Die FIA-Statuten sehen eine Testung - der üblichen Inkubationszeit bis zum Auftreten von Symptomen entsprechend - im Fünf-Tages-Rhythmus vor. Da befand sich der Kanadier allerdings ohnehin nicht mehr an der Strecke und im Privatjet auf dem Weg in die Heimat in die Schweiz. "Lance hat die Team-Blase in Deutschland am Samstag, den 10. Oktober verlassen", beteuerte Szafnauer.

Zurück zuhause sei im Lauf des Sonntags keine Besserung eingetreten, so Stroll. „Da ich mich noch immer nicht besser fühlte, habe ich am Sonntagabend einen COVID-Test absolviert. Am nächsten Tag erhielt ich ein positives Ergebnis, also blieb ich für die nächsten zehn Tage in Eigenisolation zuhause. Zum Glück hatte ich nur milde Symptome“, berichtete Stroll.

Stroll bereit für Portugal: Wieder bei 100 Prozent

Inzwischen habe er die Infektion überstanden. „Am Montag dieser Woche wurde ich erneut getestet und meine Ergebnisse waren negativ“, schrieb Stroll. Dasselbe gelte für alle anderen Teammitglieder Racing Points, die nach dem Eifel GP ebenfalls allesamt getestet wurden. Beim Portugal GP dürfte es somit zu keinem neuerlichen Einsatz für Nico Hülkenberg bei Racing Point kommen. Stroll: „Ich fühle mich in großartiger Verfassung und kann es nicht erwarten, wieder beim Team zu sein und das Rennen in Portugal zu fahren.“

Racing Point musste somit bereits zum zweiten Mal in der Formel-1-Saison 2020 einen Ausfall wegen des Coronavirus verkraften. Beim Doubleheader in Silverstone hatte Sergio Perez beide Rennen wegen einer Infektion mit COVID-19 auslassen müssen. Fahrer anderer F1-Teams waren bis dato nicht betroffen. Im Lauf des Jahres wurden allerdings Infektionsfälle bei McLaren, Mercedes und Renault bekannt.


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