"Die Fahrerweltmeisterschaft ist immer noch eine große Herausforderung für mich und wie man in diesem Jahr gesehen hat, weiß man nie, was kommen wird. Es ist noch lange nicht vorbei. Es sind noch vier Rennen zu fahren. Es gibt noch vierzig Punkte zu gewinnen..." - vor dem belgischen Ardennen-Grand Prix streut Kimi Räikkönen die üblichen Optimismus-Formeln in die McLaren-Presseaussendung. Der "Iceman" hegt gute Erinnerungen an Spa 2004 - dort hielt sein Auto, er stand ganz oben auf dem Treppchen. Dass sich sein großer Gegenspieler Fernando Alonso wegen des neuerlichen Technikdebakels bei den Silbernen schon am kommenden Wochenende zum jüngsten Formel 1-Weltmeister aller Zeiten krönen könnte, erwähnt Räikkönen natürlich mit keiner Silbe.

Juan Pablo Montoya, der aufgrund des falschen Set Ups, welches für die Reifenschäden an den MP4-20 verantwortlich war, in den letzten Runden um seinen Sieg zittern musste, erwähnt dafür die Fahrerweltmeisterschaft mit keiner Silbe. "Es war großartig für die Konstrukteurs-WM, dass wir in Monza so viele Punkte holen konnten. Die Lücke zu Renault ist sehr klein und es gibt noch viele Punkte zu gewinnen - und der Wagen fühlt sich schnell an. Ich liebe Spa, das ist eine meiner Lieblingsstrecken - dort haben wir immer klassischen Rennsport...", gibt sich JPM selbstbewusst.

Am Freitag wird Alexander Wurz mit dem dritten McLaren beim Abstimmen und Reifenauswählen helfen. Der Niederösterreicher erklärt: "Das Set Up muss in Spa sehr präzise sein. Wir müssen mit hohem Bodenabstand fahren, damit wir nicht aufschlagen. Mein Programm beinhaltet auch, den Reifenentscheidungsprozess, der bereits beim Test in Monza begonnen hat, abzuschließen."

CEO Martin Whitmarsh findet, dass es nach "Kimis Pech in Monza" für Räikkönen zwar "schwieriger" geworden wäre, doch "die mathematische Chance besteht noch in beiden Wertungen". Und weil der neue Kurs in Istanbul an jenen von Spa angelehnt sei und der Silberpfeil in der Türkei besonders gut lief, freut sich Whitmarsh auf ein starkes "Wochenende ohne Zwischenfälle"...

Mercedes-Rennleiter Norbert Haug gibt zu, dass "wir unsere Zuverlässigkeit sehr rasch verbessern müssen, um absolut effizient zu werden". Immerhin hätten die letzten zehn Rennen gezeigt, dass "wir in die richtige Richtung hin entwickeln, auch wenn wir zwischenzeitlich immer wieder stagniert haben". Kimi Räikkönen und Juan Pablo Montoya haben zusammen nun so viele Rennsiege wie David Coulthard auf dem Buckel - Räikkönen 7, Montoya 6.