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Formel 1

Formel 1 Mugello: So kam es zum ersten Start-Crash

Verstappen, Räikkönen, Gasly, Grosjean: Vier Opfer forderte der erste Start-Unfall bei der Formel-1-Rennen in Mugello. Schuldfrage schwierig.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Der große Crash beim Restart des Formel-1-Rennens von Mugello überschattete am Sonntag das Renngeschehen. Etwas unter ging der eigentliche Crash in der ersten Runde, der überhaupt die erste Safety-Car-Phase auslöste und bei dem mit Max Verstappen und Pierre Gasly gleich die einzigen Rennsieger in Red-Bull-Diensten ihr Rennen nach nur wenigen Metern im Kiesbett begruben.

Einen echten Schuldigen konnte an diesem Zwischenfall, an dem außerdem noch Kimi Räikkönen und Romain Grosjean beteiligt waren, niemand ausmachen. Kein großer Trost für Gasly und Verstappen, deren Rennen unschuldig im Kiesbett der zweiten Kurve endete.

Unfallhergang unklar: Stewards entscheiden gegen Strafe

In der Stewards-Entscheidung wird festgehalten, dass drei Autos (Räikkönen links, Gasly in der Mitte und Grosjean rechts) auf der kurzen Gerade von Kurve eins hoch zu Kurve zwei nebeneinander fuhren. Grosjean zog leicht nach links, was wiederum Gasly zu einem Ausweichmanöver nach links veranlasste. Dort hatte aber zugleich Kimi Räikkönen begonnen, nach rechts zu driften, um seinen Alfa besser für die nächste Kurve zu positionieren.

Der Crash war folglich unvermeidlich, wenngleich eine Verkettung unglücklicher Umstände. Strafen gibt es daher keine. Max Verstappen, der vor dem Trio fuhr, wurde mit ins Verderben gerissen. Er und Gasly drehten sich ins Kiesbett und mussten an Ort und Stelle kapitulieren. Grosjean schleppte sich wieder heraus und konnte das Rennen wieder aufnehmen. Räikkönen schaffte es mit kaputtem Flügel an die Box, ohne großen Ausritt.

Verstappen und Gasly müssen nach Unfall aufgeben

Verstappens Perspektive ist schnell erklärt: Nach einem Defekt am Start war er von P3 ins Mittelfeld zurückgefallen. Vom Unfall merkte er nichts, bis er plötzlich im Kiesbett stand. "Wenn du in den ersten Kurven ins Mittelfeld zurückfällst ist es leicht, in einen Unfall verwickelt zu werden, also bin ich darüber nicht enttäuscht", meint Verstappen resigniert. "Wir hätten von vornherein nicht in dieser Position sein sollen."

Gasly bekam vom Zwischenfall nur marginal mehr mit: "Ich sah ein bisschen Platz zwischen Kimi und Romain in Kurve zwei, bin dann aber in der Mitte gelandet und konnte nirgends hin. Also sind wir kollidiert und das war es so ziemlich. Ich glaube nicht, dass du irgendjemandem die Schuld geben kannst. Aber es ist schade. Ich glaube, wir haben eine Punkte-Chance vergeben."

Räikkönen & Grosjean retten sich ins Mugello-Ziel

Kimi Räikkönen kann genauso wenig Aufschluss geben: "Ich bin mir nicht ganz sicher was in Kurve zwei passiert ist, aber ich wurde getroffen und hatte starke Schäden." Der Unterboden war kaputt, der Frontflügel ebenso. Letzteren tauschte er gleich in der Box, doch der Unterboden kann nicht getauscht werden. Entsprechend schlecht war das Handling seines Alfa mangels Abtrieb danach. Trotzdem überstand Räikkönen einen wilden Ritt durch die Untiefen des Klassements, und wurde schließlich Neunter.

Romain Grosjean musste fast auf der Stelle aufgeben: "Das Auto war aus, ich war bereit auszusteigen. Dann sah ich zwei Räder auf dem Gras. Also habe ich den Motor neu gestartet um zu sehen, ob ich aus dem Schotter rauskomme. Ich schaffte es, und die Aufhängung war okay. Also dachten wir - lasst uns weiterfahren."

Die Opfer des Start-Crashes auf dem Weg ins Kiesbett - Foto: LAT Images

"Unter der ersten roten Flagge sah ich den Zustand des Autos", so Grosjean dann. "Ich wusste nicht, wie wir weiterfahren könnten, die halbe linke Seite war weg. Die Jungs sagten, ich solle nicht aufgeben, und wir haben unser Bestes gegeben."

Beim letzten Restart mischte Grosjean noch kurz im Kampf um den letzten Punkt mit. "Aber wenn du zwei Sekunden pro Runde verlierst, das haben wir für die Aero-Schäden berechnet, dann kannst du nicht viel machen. Trotzdem bin ich sehr glücklich, dass wir nicht aufgegeben haben. Das kann uns keiner wegnehmen." Grosjean kam als Zwölfter und Letzter über die Linie.


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