Mit einer negativen Nachricht über den Teamkollegen und einer positiven Nachricht für ihn selbst, wurde Antonio Pizzonia heute Morgen um halb neun von seinem Telefon aus dem Schlaf gerissen.

"Ich habe noch geschlafen, als heute früh um halb neun das Telefon klingelte und mir gesagt wurde, ich solle mich beeilen, zur Strecke zu kommen", sagte der Jungle Boy über seine Berufung zum Ersatzfahrer für den verletzten Nick Heidfeld. "Ich habe fast drei Monate nicht mehr im Auto gesessen, und beim letzten Mal war ein V8-Motor im Heck, was ein großer Unterschied ist", versucht er seine Ausgangslage zu beschreiben. "Es war nicht leicht, sich so kurzfristig an das Auto zu gewöhnen. Aber ich freue mich, wieder ein Rennen für das Team fahren zu können."

Mark Webber möchte hingegen mehr als nur ein Rennen fahren. Er möchte endlich wieder einmal Punkte holen. "Das Auto ist bislang ziemlich gut an diesem Wochenende", freut er sich über die sichtbaren Fortschritte. "Schon beim Test vergangene Woche hier hat sich gezeigt, dass wir Fortschritte gemacht haben und schneller geworden sind. Die Leute im Windkanal haben bei diesem speziellen Aerodynamik-Paket für Monza eindeutig sehr gute Arbeit geleistet, und auch BMW hat für dieses Rennen erneut nachgelegt."

Dennoch betont Mario Theissen, dass das Ergebnis "diesmal nicht das Potenzial" des Autos wider spiegele. "Unsere Fahrer haben das Qualifying als Erste in Angriff genommen und damit den Staubsauger gespielt", nennt er den Grund für das eher bescheidene Abschneiden. "Für Antonio kam hinzu, dass er erst heute Morgen von seinem Einsatz erfuhr und sozusagen ins kalte Wasser gesprungen ist. Es wird im Rennen darum gehen, Plätze gutzumachen. Das sollte angesichts der guten Überholmöglichkeiten und der im Training gezeigten Performance möglich sein."

Aus Sicht von Williams-Technikchef Sam Michael ist das Qualifying-Ergebnis "mehr oder weniger" das, was man angesichts der Ausgangsposition erwartet hatte. "Es war ja klar, dass wir als erstes Team an der Reihe sein würden", so Michael. "Wir haben eine gute Rennstrategie ausgearbeitet. Wir haben beim Test und im Training gezeigt, dass wir stärker sind als die Qualifying-Ergebnisse vermuten lassen. Unser Ziel ist es, mit beiden Autos in die Punkte zu kommen."