Motorsport-Magzain.com Plus
Formel 1

Sebastian Vettel kritisiert Ferrari trotz Dreher: Taktik Quark

Beim zweiten Formel-1-Rennen in Silverstone dreht sich Sebastian Vettel nach dem Start, ist Letzter. Trotzdem kritisiert er mehr Ferrari als sich selbst.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Nächstes Debakel für Sebastian Vettel: Auch im zweiten Formel-1-Rennen in Silverstone der F1-Saison 2020 kommt der Ferrari-Pilot nicht auf Touren. Anders als beim Großbritannien GP vor einer Woche scheitert Vettel bei den Feierlichkeiten zu 70 Jahren Formel 1 diesmal sogar vollständig daran, Punkte zu erzielen: nur P12, mehr als 40 Sekunden hinter seinem viertplatzierten Teamkollegen Charles Leclerc im Ziel.

Schuld daran war zunächst ein verbockter Start. Gleich in der ersten Kurve verlor Vettel die Kontrolle über seinen Ferrari SF1000, drehte sich und fiel bis auf den letzten Platz zurück. „Ich hatte erst einen sehr guten Start und weiß nicht, was dann in der ersten Ecke passiert ist. Ich habe auf einmal Grip verloren und mich gedreht. Das war natürlich nicht gut“, schilderte Vettel am RTL-Mikro.

Formel 1 Silverstone: Vettel funkt scharf

Dennoch sei im Rennen mehr drin gewesen als nur ein zwölfter Platz, so der vierfache Formel-1-Weltmeister. „Ich konnte schnell wieder ans Feld anschließen, aber dann war die Strategie für den Eimer“, sagte Vettel. Seine Unzufriedenheit mit den Ferrari-Strategen hatte der Deutsche unmittelbar nach seinem ersten Stopp bereits via Boxenfunk deutlich geäußert. „Das ist der Abstand, den wir nicht wollten. Darüber haben wir heute Morgen gesprochen. Ich hänge mich da dran, aber ihr wisst, dass ihr es verbaselt habt!“, zeterte Vettel.

Sebastian Vettel blieb nach einem für ihn zu frühen Stopp im Verkehr hängen - Foto: LAT Images

Was genau er damit meinte? „Das war einfach, weil wir [vor dem Rennen] genau über diese Situation gesprochen hatten. Dass es keinen Sinn macht, an die Box zu kommen, wenn man dann vier, fünf Runden später wissentlich mitten in den Pack fährt, das hätten wir umgehen können, indem wir länger draußen bleiben“, kritisierte Vettel

Sebastian Vettel: Hätte locker noch zehn Runden geschafft

Das wäre mit Blick auf den Reifenverschließ problemlos möglich gewesen, glaubt der Ferrari-Fahrer. „Ich weiß nicht, bin ich nach 20 Runden rein oder so?“, fragte Vettel im TV-Interview, noch halb im Eifer des Gefechts. Genau waren es deren 23. Wie ich auch immer. Für Vettel steht fest: Der Stopp kam ohne Not, brachte aber Not. „Ich denke, ich hätte noch gut zehn Runden mehr fahren können. Es war mit Sicherheit kein guter Nachmittag“, haderte Vettel.

Formel 1, Verstappen schlägt Mercedes: Wie war das möglich?: (11:39 Min.)

Auch der zweite Stint sei durch den Verkehr dann ruiniert gewesen. „Von da an war es Quark. Der letzte Stint war dann schon verbockt von dem davor und dann hatte ich auch noch Mühe mit den Reifen, das hätte dann aber auch keinen Unterschied mehr gemacht“, sagte Vettel resigniert. Selbst ein Dreher hätte den nicht gemacht, eher die Strategie. Vettel: „Wir hätten heute auch mit dieser verpatzten ersten Runde mehr Boden gutmachen können.“


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magzain.com Plus