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Formel 1, Vettel zurück zu AlphaTauri?: Schumacher sieht Chance

Sebastian Vettels Zukunft lässt der Silly Season keine Ruhe. Ralf Schumacher bringt das nächste Szenario ins Spiel: Deja-vu mit Red Bulls Schwesterteam?
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel ist spätestens seit den Aston-Martin-Gerüchten der Dreh- und Angelpunkt in der Silly Season der Formel 1. Ralf Schumacher bringt nun das nächste Szenario für die Zukunft des viermaligen Weltmeisters ab 2021 ins Spiel. Er sieht eine Rückkehr Vettels zu dessen Wurzeln bei Red Bull als Option - und hat dabei mit AlphaTauri eine andere Variante im Kopf als zuletzt Jacques Villeneuve.

"Sebastian hat dort angefangen. Franz Tost ist ein großer Fan von ihm, genau wie Dr. Marko. Vielleicht entwickelt sich da noch was", spekuliert Schumacher gegenüber Sky. Der Ex-Formel-1-Fahrer und heutige TV-Experte, der zuversichtlich ist, dass die Karriere Vettels noch nicht vorbei ist: "Ich bin fest davon überzeugt, dass Sebastian auch 2021 Formel 1 fahren wird."

Seine Theorie mutet auf den ersten Blick gewagt an, doch ausgerechnet das um Vettel buhlende Racing Point könnte AlphaTauri für den einzigen Deutschen im Feld interessant machen. Renault versucht seit dem zweiten Rennen in Österreich mit rechtlichen Schritten gegen den RP20 vorzugehen und die illegale Kopie des 2019er Weltmeister-Mercedes nachzuweisen.

Schumacher nimmt Drohung ernst: AlphaTauri als zweites Red Bull

Aus dem Red-Bull-Lager wurde bereits angedroht, mit seinen beiden Teams denselben Weg einschlagen zu wollen, sofern die FIA diesen für legal erklärt. "Man soll gleich die Unterlagen vom Hauptteam nehmen dürfen und so Kosten sparen", fordert Red-Bull-Berater Dr. Helmut Marko. Schumacher hält diese Drohung für glaubhaft. Er rechnet damit, dass Red Bull "anders agieren wird und auch vier ebenbürtige Autos an den Start bringen" könnte.

Tatsächlich würde eine Rückkehr Vettels unter diesen Voraussetzungen einem Deja-vu nahe kommen. AlphaTauri-Vorgänger Toro Rosso ermöglichte ihm in der zweiten Saisonhälfte 2007 den Sprung in die Formel 1, als er den in Ungnade gefallenen Scott Speed bei Red Bulls Schwesterteam ersetzte. Ein Jahr später saß er in einem als Toro Rosso getarnten Red Bull, der dem Team ab dem sechsten Saisonrennen in Monaco zur Verfügung stand.

Der STR3 stammte aus der Feder von Red-Bull-Chefdesigner Adrian Newey. Bis auf den Ferrari-Motor war das Chassis des Boliden mit dem zeitgleich eingesetzten Red Bull RB4 identisch. Dort setzte man auf Aggregate aus dem Hause Renault. Das A-Team schloss die Weltmeisterschaft als Siebter eine Position hinter Toro Rosso ab, nachdem Vettel mit dem Duplikat ihres Autos brilliert hatte.

Sebastian Vettels Ehrgeiz als Argument gegen AlphaTauri?

Doch nicht nur die Causa Racing Point lassen einige Experten damit rechnen, dass AlphaTauri sich in naher Zukunft aus dem Mittelfeld erheben wird. McLarens CEO Zak Brown erwartet allein aufgrund des ab 2021 gültigen Budget Caps über 145 Millionen US-Dollar, dass die Performance der beiden Red-Bull-Teams schon bald angeglichen wird.

Angesichts der für 2021 per Reglement eingeschränkten Entwicklung wäre eine Rückkehr zu AlphaTauri für Vettel allerdings ein deutlich tieferer Einschnitt als ein Wechsel zu Racing Point beziehungsweise Aston Martin. Der 33-Jährige betonte zuletzt, in der Formel 1 immer noch mit Ehrgeiz bei der Sache zu sein. Mit dem RP20 würde er über deutlich konkurrenzfähigeres Material verfügen.

Das Comeback zu seinem ersten Arbeitgeber käme unter den gegebenen Umständen eher dem Karriereschritt Kimi Räikkönens gleich, der 2019 mit dem Wissen zu Alfa Romeo Sauber zurückkehrte, nicht mehr an der Spitze kämpfen zu können. Der Iceman erklärte im Gegensatz zu Vettel jedoch, in der Formel 1 keinerlei Druck zu verspüren und sie "mehr als Hobby" zu betreiben.


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