Motorsport-Magzain.com Plus
Formel 1

Formel 1 Ungarn: Renault-Protest Nummer zwei gegen Racing Point

Auch nach dem Ungarn GP legt Renault Protest gegen Racing Point ein. Damit Racing Point nicht die Bremsbelüftungen ausgehen, wird der Prozess vereinfacht.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Von einer Deeskalation des Streits zwischen Renault und Racing Point kann auch beim Ungarn GP nicht die Rede sein. Nachdem die Franzosen bereits beim zweiten Lauf zur Formel-1-Saison 2020 in der Steiermark Protest gegen die Bremsbelüftungen von Racing Point einlegten, schritt Renault nach dem Rennen in Budapest erneut zur Tat.

Wieder wurde Racing Point vorgeworfen, die Bremsbelüftungen würden gegen den Artikel der 'Listed Parts' im Sportlichen Reglement verstoßen. Weil die Anklage exakt identisch lautet, entschieden sich die Stewards gemeinsam mit den beiden Streithähnen auf eine Vereinfachung des Prozesses.

Während nach dem Steiermark GP alle Bremsbelüftungen an den Autos von Sergio Perez und Lance Stroll versiegelt und beschlagnahmt wurden, verzichtete man in Ungarn auf diesen Vorgang. Racing Point erklärte, man habe exakt die gleichen Teile eingesetzt, weshalb Renault auf eine erneute Konfiszierung verzichtete.

Weil die erste Analyse der Teile nach dem Steiermark GP ergab, dass die Spezifikationen an beiden Autos identisch waren und sich auch die linke nicht von der rechten Seite unterschied, bekam Racing Point sechs der acht beschlagnahmten Teile wieder zurück. Die FIA behielt lediglich ein Exemplar der vorderen und eines der hinteren Bremsbelüftung.

Racing Point fürchtete Teile-Knappheit

Doch selbst mit zwei beschlagnahmten Teilen hätte es für Racing Point bald unangenehm werde können: Bis es ein finales Urteil in dem Fall gibt, wird Renault wohl bei jedem einzelnen Rennen Protest einlegen. "Uns würden dann irgendwann die Teile ausgehen", sagte Racing Point Teamchef Otmar Szafnauer zu Motorsport-Magazin.com.

"Ich hoffe, das ist nicht ihre Strategie", scherzte Szafnauer. Doch Renault und auch die FIA Stewards zeigten sich einsichtig und verzichteten auch im Sinne des bürokratischen Aufwands auf das gleiche Vorgehen wie noch vor einer Woche.

Auch bei den weiteren Formalitäten einigten sich die Parteien darauf, auf den ersten Protest zurückzugreifen. Sinn und Zweck von Renaults zweitem Protest war lediglich, auch das Ergebnis des Ungarn GP anzufechten. Sollte am Ende entschieden werden, dass Racing Point gegen das Reglement verstößt, könnten für diese Grands Prix noch nachträglich Strafen ausgesprochen werden.


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magzain.com Plus