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Formel 1

Formel 1, Ungarn: McLaren auf dem Boden der Realität

Schadensbegrenzung bei McLaren: Ein schlechter Start von Lando Norris und Boxengassen-Drama bei Carlos Sainz kostete McLaren ein gutes Rennen.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Bereits in den Trainingssitzungen und im Qualifying machte McLaren keinen so starken Eindruck wie noch zuletzt. Mit den Plätzen 8 und 9 konnte das Team aus Woking nicht an die Fabelleistungen von Spielberg anschließen. Im Rennen ging es dann für beide Fahrer schon früh in die falsche Richtung.

Norris: Zu viel Wheelspin am Start

"Unser Rennen um Punkte war auf den ersten Runden vorbei. Lando hatte beim Start stark durchdrehende Räder uns ist dann bis auf Platz 16 zurückgefallen. In der ersten Runde war sein Rennen erledigt", sagte Teamchef Andreas Seidl über den bitteren Rennstart seines jungen Fahrers. Norris zeigte sich nach dem Rennen selbstkritisch: "Ich habe am Start gut reagiert. Aber deshalb wollte ich zu viel und hatte schnell viel Wheelspin. Dadurch bin ich sieben oder acht Plätze nach hinten gefallen. Das hat mir alles auf der Strecke gekostet und es war mein Fehler. Das muss ich nächstes Mal besser machen."

Von da an war Norris nur damit beschäftigt, den Schaden zu begrenzen: "Es ist auf dieser Strecke so schwierig zu Überholen. Aber der Wagen hatte eine gute Pace. Dennoch bin ich froh, dass so etwas hier passiert ist und nicht etwa in Österreich, denn hier hätten wir auch bei einem perfekten Rennverlauf nicht sehr viele Punkte geholt", sagte Norris, der das Ziel auf Platz 13 erreichte.

Sainz mit Pech an der Box

Doch auch Carlos Sainz konnte sich nur wenige Runden in den Top-10 halten: "Carlos kam mit vielen anderen Autos gemeinsam an die Box, dann waren viele Wagen im Zug und wir konnten ihn nicht losschicken, so hat er dann einige Plätze verloren."

Durch diese chaotische Situation in der Box fiel Sainz weit aus den Punkterängen und steckte in einer ähnlichen Ausgangslage wie ein paar Plätze hinter ihm Norris.

"Es war ein schwieriges Wochenende für uns. Wir waren nur leider in keiner guten Situation beim Stopp und ich verlor drei oder vier Plätze, weil in der Boxengasse zu viel Verkehr war. Ich habe das Gefühl, dass wir dadurch viele Punkte liegengelassen haben. Es war sehr schwierig anderen Fahrzeugen zu folgen. Der Kampf mit Leclerc war etwas frustrierend, aber ich habe es doch noch vorbeigeschafft. Ich würde sagen wir haben in Österreich überperformt und Ungarn hat uns ein realistischeres Bild davon gezeigt, wo wir im Moment sind."

Am Ende des Tages sammelte McLaren nur einen Zähler. Ein bitteres Erwachen nach einer starken Ausbeute in beiden Spielberg-Rennen. "Wir hätten mit Ferrari, Renault und zumindest einem Racing Point kämpfen können. Das ist das positive. Aber ein Punkt ist schon enttäuschend", sagte Seidl.


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