Formel 1

Formel 1 heute vor 52 Jahren: Jim Clark verstirbt in Hockenheim

Die Formel-1-Saison 2020 lässt wegen des Coronavirus auf sich warten. MSM erinnert am 07. April an einen ganz großen Namen aus der Geschichte.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Um trotz der anhaltenden Coronavirus-Krise nicht auf die Formel 1 verzichten zu müssen, schwelgt Motorsport-Magazin.com ab sofort Tag für Tag in der Geschichte und blickt zurück, was an dem jeweiligen Datum bereits alles in der 70-jährigen Historie der Formel 1 geschehen ist. Der heutige 07. April verlangt nach besonderem Tribut - denn es jährt sich der tödliche Unfall von Jim Clark.

Mit Clark verlor die Formel 1 1968 einen der Kandidaten im Kampf um den Titel 'Bester Fahrer aller Zeiten' - in einem für die WM unerheblichen Formel-2-Rennen, und bei einem Unfall, der die extremen Gefahren der 60er wie kaum ein anderer verdeutlichte.

Heute vor 52 Jahren: Die Formel 1 verliert einen der Besten

Es war ein großer Schock für die Formel-1-Welt, als am 07. April 1968 aus Hockenheim die Nachricht um die Welt ging: Jim Clark, zweifacher Weltmeister und Sieger des Saisonauftaktes in Südafrika, war in einem nicht zur F1-Weltmeisterschaft zählenden Formel-2-Lauf tödlich verunglückt.

Clark nach seinem letzten F1-Sieg in Kyalami - Foto: Sutton

Clark, wie viele seiner F1-Kollegen, war zur Überbrückung am Hockenheimring unterwegs. Die Saison 1968 hatte schon am 01. Januar in Kyalami begonnen, und erst am 12. Mai stand in Jarama das zweite Rennen an. Gastauftritte in der rennfreien Zeit waren Standard - neben Clark waren am Hockenheimring unter anderem Ex-Weltmeister Graham Hill und Ferrari-Werksfahrer Chris Amon gemeldet. Clark hatte noch ein Angebot von Ford für ein Sportwagenrennen in Brands Hatch bekommen, fuhr aber schlussendlich für sein F1-Team Lotus in Hockenheim.

In der fünften Runde verlor Clark im hinteren Teil des Hockenheimrings die Kontrolle über seinen Lotus und drehte sich bei hoher Geschwindigkeit in die Bäume am Streckenrand. Leitplanken gab es keine. Clark verstarb noch vor der Ankunft im Krankenhaus. Ein Reifenschaden gilt als wahrscheinlichste Ursache, restlos geklärt wurde der Unfall nie.

Jim Clarks Tod lässt die Formel 1 erkennen: Jeder kann sterben

Die Erkenntnis, dass selbst ein Fahrer vom Kaliber eines Jim Clark tödlich verunglücken konnte, traf die Formel 1 hart. Clark galt als einer der besten seines Faches. In 72 Starts fuhr er 25 Siege ein, nur Juan-Manuel Fangio und Alberto Ascari können eine bessere Siegesrate vorweisen. Außerdem holte er 33 Poles, und hält nach wie vor den 'Grand Slam'-Rekord: In acht Rennen startete er von Pole und holte den Sieg mitsamt schnellster Runde und ohne je Platz eins verlassen zu haben.

Jackie Stewart mit Landsmann Clark - Foto: Sutton

"Wenn Jim Clark sterben konnte, dann konnte jeder sterben", erinnerte sich Freund und Wegbegleiter Jackie Stewart, selbst dreifacher Weltmeister, Jahre später gegenüber 'Reuters'. Selbst in den 60ern, als tödliche Unfälle regelmäßig vorkamen, sorgte Clarks Talent für eine Aura der Unverwundbarkeit. "Er war fast kugelsicher, er fuhr so sanft und kalkuliert, überfuhr nie. Er war nie ein Fahrer, von dem du dachtest, dass er im Rennauto sterben würde."

Dass der damals 32-jährige Clark weitere Titel geholt hätte, stand für Stewart, und für viele andere, außer Frage. "Und plötzlich erlaubte der Sport, dass das passiert, weil da gab es keine Absperrungen, keinen Schutz vor diesen Bäumen, in die er schleuderte." Trotzdem mussten Stewart und seine Fahrerkollegen in den nächsten Jahren hart um bessere Sicherheitsmaßnahmen in der Formel 1 kämpfen.

In Hockenheim gibt es eine Gedenkstätte für Jim Clark, und einst eine Jim-Clark-Schikane - Foto: Sutton

Formel 1 heute vor 35 Jahren: Minardi debütiert

Eine andere Geschichte nahm am 07. April ihren Anfang. In Brasilien stand 1985 zum ersten Mal das kleine italienische Team Minardi am Start eines Formel-1-Rennens. Das von Giancarlo Minardi gegründete Team begann stieg aus der Formel 2 auf. Fahrer Pierluigi Martini gab einen Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte: 16 Sekunden Rückstand im Qualifying, Ausfall im Rennen.

Minardis Debüt in Brasilien 1985 - Foto: Sutton

Erfolge gab es für Minardi auch danach nie wirklich zu feiern, aber als klassisches Hinterbänkler-Team gehörte man jahrelang zum Inventar der Formel 1 und verhalf unter anderem Mark Webber und Fernando Alonso zu F1-Debüts. 2005 wurde an Red Bull verkauft, unter deren Führung das Team seither operiert. Zuerst als Toro Rosso, jetzt als AlphaTauri.

Was sonst noch geschah:

Vor 24 Jahren: Die Williams von Damon Hill und Jacques Villeneuve gewinnen in Argentinien, hinten steht Pedro Diniz in mehrerlei Hinsicht in Flammen: Zuerst stellt er in bester Maldonado-Manier Luca Badoer auf den Kopf, dann brennt sein Ligier nach einem Boxenstopp komplett ab. Diniz entkommt unverletzt.

Luca Badoer verkehrt - Foto: Sutton
Pedro Diniz in Flammen - Foto: Sutton

Vor 36 Jahren: Niki Lauda fährt von Startplatz acht zu einem Sieg beim GP von Südafrika.
Vor 38 Jahren: Der ehemalige deutsche F1-Pilot Harald Ertl stirbt bei einem Flugzeugabsturz.


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