Formel 1

Formel 1, Grosjean mault über Pirelli: Sollte nicht passieren

Romain Grosjean lässt nach dem Reifen-Test in Abu Dhabi kein gutes Haar an Pirellis Arbeit für 2020. Probleme nicht gelöst. Ratlosigkeit für nächstes Jahr.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Pirelli wurde für die Formel-1-Saison 2020 erneut eine lange To-Do-Liste an die Hand gegeben. Beim letzten Test in Abu Dhabi liegt der Fokus von Teams und Fahrern deshalb voll und ganz auf der Erprobung der neuen Pneus - und wie schon zuletzt in Austin fällt das Fazit ernüchternd aus. Haas-Pilot Romain Grosjean ist von der Arbeit der Italiener enttäuscht.

"Das sollte nicht passieren. Nach einem Jahr Entwicklung möchtest du gerne sagen, dass du mit den 2020er Reifen fahren willst", schimpft Grosjean, der am Dienstag auf dem Yas Marina Circuit 146 Runden abspulte und gegenüber Motosport-Magazin.com zu keinem Schluss hinsichtlich des kommenden Jahres gelangt: "Wenn du mich jetzt fragst, welchen Reifen ich fahren will, kann ich dir keine Antwort geben."

Er fuhr an seinem letzten Arbeitstag des Jahres alle elf der von Pirelli zur Verfügung gestellten Mischungen. "Manche waren schon nah dran, andere meilenweit entfernt", sieht er die Ziele Pirellis für 2020 nicht erfüllt. Zu Saisonbeginn wurde vor allem das Aufwärmverhalten bemängelt. Der Reifen brauchte zu lange, um ins Arbeitsfenster zu zu kommen. Außerdem sollte wie üblich die Performance beim Folgen eines anderen Autos verbessert werden.

"Wenn ihr mich fragt, ob ich glücklich bin und es die Probleme löst, muss ich die Wahrheit sagen. Es löst die Probleme nicht vollständig", so Grosjean. Dass sich in den anderthalb Monaten seit den letzten Tests in den USA nichts getan hat, frustriert ihn: "Ich hatte gehofft, dass der Reifenabbau geringer sein wird und man in der Lage ist, etwas konstanter zu fahren."

Pirelli-Reifen für 2020 so nicht erträumt

Wie der Großteil der Piloten fuhr auch er seine persönlich schnellste Runde am ersten Tag der Abu-Dhabi-Tests auf dem C5-Reifen für die Saison 2020. "Auf manchen Mischungen war der Reifenabbau besser. Und dass wir weniger Reifendruck fahren können, hilft auch. Dadurch fährt man nicht mit einem Ballon herum. Es gibt auch Positives, aber es ist nicht das, was ich mir erträumt hatte."

Erträumt hatten sein Team und er sich allerdings auch andere Testbedingungen. Nachdem der VF-19 die ganze Saison über ein problematisches Auto war, das vor allem mit dem Rennsetup nicht mit den Reifen harmonierte, sollte in Abu Dhabi mit einer besonderen Spezifikation getestet werden.

Grosjean: Haas-Test von Bottas-Unfall torpediert

Beim Unfall zwischen Valtteri Bottas und Romain Grosjean im 2. Freien Training des Rennwochenendes gingen wichtige Teile für diese Spec jedoch verloren. "Wir konnten nicht so viel ausprobieren. Der Unterboden den wir testen wollten, wurde am Freitag schön kaputtgemacht. Wenn wir heute irgendwelche Aero-Tests gemacht hätten, dann nur mit diesem Unterboden. Aber der ist weg", so Grosjean.

Angesichts der nicht optimalen Voraussetzungen ist er überzeugt, dass Haas auch aus den 2020er Reifen mehr Performance rausholen könnte: "Ich denke nicht, dass wir mit dem Unterboden das Maximum herausgeholt haben. Deshalb müssen wir vorsichtig sein. Das generelle Bild ist aber, dass das Überhitzen und das Reifenmanagement über einen Stint immer noch dasselbe sind."

Pirelli-Reifen 2019 gar nicht Haas' Problem

Gleichzeitig muss Grosjean auch gestehen, dass sein Auto durch all die Setup-Probleme auch nicht der beste Gradmesser für die Reifen ist. "Bei aller Fairness muss man sagen, dass ich nicht denke, dass unser Problem zu irgendeinem Zeitpunkt der Reifen war", stellt er klar. "Es war unser Auto, das nicht gut genug war. Wir haben nur gleich dem Reifen die Schuld gegeben, weil wir damit gekämpft haben, Temperatur aufzubauen. Aber warum können acht andere Teams das dann?"

Formel 1 2019: Tops & Flops aus Abu Dhabi: (15:40 Min.)


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