Formel 1

Formel 1, Vettel nach Bestzeit: Weiß, dass noch mehr geht

Sebastian Vettel und Ferrari haben im Training in Brasilien Teil eins des Gegenbeweises geschafft. Doppelspitze mit Leclerc. Für Vettel nicht mal das Limit.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Teil eins der Ferrari-Rehabilitierung ist geschafft. Sebastian Vettel und Charles Leclerc fuhren im Freitagstraining der Formel 1 zum Brasilien GP 2019 eine rote Doppelspitze ein. Auf eine Runde war der Ferrari also wieder voll da, insbesondere auf den Geraden holten Vettel und Leclerc in Sao Paulo wieder ihre Zeit. Von sieben Zehnteln ist die Rede. Ein erster, kleiner Gegenbeweis, dass die jüngsten FIA-Direktiven Ferraris überlegene Motorleistung eben doch nicht geschmälert haben.

Für Vettel ist das jedoch kein Grund zur Erleichterung oder für Freudensprünge. "Ehrlich gesagt ist mir das alles ziemlich egal. Wir schauen auf uns und machen einfach unseren Job", so Vettel nach dem Training, gefolgt von weiteren Äußerungen seines Missfallens, wie schnell heutzutage vorverurteilt werde. Dazu hatte Vettel bereits am Donnerstag Stellung bezogen.

Vettel spürt mehr Pace im Ferrari schlummern

Doch wie fällt der Blick aus, wenn Vettel auf Ferrari schaut? So positiv wir die Bestzeit den Anschein erweckt? Beinahe. "Das Auto war heute schon klasse, aber wir können es noch verbessern", sagt Vettel. "Das weiß ich. Das habe ich gespürt. Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass wir einen Schritt nach vorne machen können - und das müssen wir auch."

Das sollte schon alleine durch eine saubere Runde möglich sein. Erst im vierten Anlauf auf seinem Soft-Satz erzielte Vettel seine Tagesbestzeit. Auch die war noch nicht sauber. Das hatte Vettel bereits gefunkt. Noch einen Versuch wollte er jedoch nicht. "Ich weiß, was ich mit diesen Reifen ausrichten kann, keine Sorge", so Vettel an seinen Ingenieur.

Rennpace auch in Brasilien Ferraris A-Baustelle

Vor allem geht es nun jedoch um die Abstimmung des SF90. Auf die richtige Spur sei Ferrari da allerdings schon gekommen, versichert Vettel. "Wir haben verstanden, was das Auto braucht. Die Pace war auf eine Runde okay, nur auf mehrere Runden am Stück nicht so berauschend. Wir brauchen da mehr Grip, der aber nicht so leicht zu finden ist", sagt der vierfache Formel-1-Weltmeister.

"Aber ich denke, wir können die Balance noch etwas mehr nach unserem Geschmack ausrichten, was den Longruns helfen sollte", so Vettel weiter. Die wenig repräsentativen Bedingungen - das restliche Wochenende soll trocken und deutlich wärmer werden – seien kein Problem. "Es hat uns für Sonntag trotzdem geholfen", meint Vettel. "Schwierig wird es trotzdem, denn die Strecke wird ganz anderes sein, wenn die Sonne rauskommt."

Vor allem werde ohnehin die Rennpace einmal mehr das schwierigste Thema im direkten Vergleich mit der Konkurrenz. "Da sahen die anderen etwas schneller aus [aber nicht eklatant schneller, Anm. d. Red.]. Aber das ist ja nur das normale Bild, das wir aus den letzten Rennen kennen. Keine Überraschung", sagt Vettel. Ob Ferrari nun in Brasilien das Team sei, das es zu schlagen gelte? Diese Frage führt Vettel zur logischen Antwort: "Kommt darauf an, welcher Tag!"


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