Viel Lob erntete Bas Leinders im letzten Jahr für seine schwierige Arbeit als Minardi-Testpilot. Mit einem nicht konkurrenzfähigen und obendrein nicht immer mit den aktuellsten oder gar allen Teilen ausgestatteten Auto wusste sich der Belgier ein ums andere Mal in den Freien Trainings in Szene zu setzen.

In dieser Saison verzichtete die Mannschaft von Paul Stoddart bis zum Ungarn GP auf den Luxus respektive die Vorteile eines dritten Piloten am Freitag. Nach dem einmaligen Gastspiel des Israeli Chanoch Nissany in Budapest haben die Italiener nun jedoch einen permanenten Nachfolger für Leinders gefunden: Sein Name ist Enrico Toccacelo.

Bereits nächste Woche wird der Zweite der letztjährigen Formel 3000 Meisterschaft in der Türkei sein F1-Debüt geben. "Das ist eine großartige Möglichkeit für mich", freut er sich auf die anstehenden Aufgaben. "Ich kann es noch immer kaum glauben."

Für ihn wird also in etwas mehr als einer Woche jener "Traum" Wirklichkeit, auf den nicht nur er, sondern "alle jungen Rennfahrer" hinarbeiten: Er darf in einem Formel 1 Boliden Platz nehmen und auf das Gaspedal treten. Die Power des Cosworth-Aggregats spüren und mit 24 anderen Piloten 120 Minuten um die Wette fahren.

Ebenso groß ist erwartungsgemäß die Freude bei Teamboss Paul Stoddart, der sich von seinem neuen Freitagstestfahrer "schon bald nützliche Daten" erwartet. Diese sollen den "Entwicklungsprozess" des kleinen Teams antreiben. Und vielleicht erntet dann auch Enrico so viel Lob, wie sein Vorgänger aus Belgien.