Formel 1

Formel 1, Russland: Vestappen nach Qualifying desillusioniert

Max Verstappen hat für das Formel-1-Rennen in Russland wenig Hoffnung. Erst Strafe, dann keine Pace. Mercedes und Ferrari selbst mit Strategie unerreichbar.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappen sah sich im Formel-1-Qualifying in Russland gegen Ferrari und Mercedes auf verlorenem Posten. Nach einer starken Performance im Freitagstraining fühlt sich Red Bull nun doch bestätigt. Auch für das Rennen macht sich der Niederländer wenig Hoffnung. Keine Chance gegen die Konkurrenz, selbst Strategie völlig egal.

"Es ist wirklich egal, was du machst", sagt Verstappen gegenüber Motorsport-Magazin.com. Nachdem er im Qualifying auf Rang fünf landete, wird er am Sonntag aufgrund seiner Motorenstrafe fünf Positionen weiter hinten von Startplatz neun ins Rennen gehen. Trotz der bereits vor dem Wochenende klaren Strafversetzung fuhr Red Bull im Q2 auf dem Soft-Reifen und geht dementsprechend auch mit diesem an den Start.

"Realistisch betrachtet ist Platz fünf das Maximum, was ich erreichen kann", so seine Prognose für das Rennen. Obwohl er zu Beginn mit Verkehr rechnen muss, war der Medium-Compound für ihn keine Option: "Um es sich etwas einfacher zu machen, nimmst du für den Anfang den weichen Reifen. Ich denke, dass das der richtige Weg ist."

Er will offenbar so so schnell wie möglich an den Mittelfeld-Autos von Haas, Renault und McLaren vorbei. Dafür sei der Soft-Reifen genau der richtige. "Er bietet einfach mehr Grip, schon am Start. Außerdem vergibt er dir mehr auf der ersten Runde, wenn du vielleicht mal etwas neben der Linie bist oder so", sagt Verstappen.

Verstappen sieht nur Außenseiterchance

Dass Mercedes sich für den Medium entschieden hat, kann er hingegen gut nachvollziehen: "Sie versuchen nur etwas anderes zu machen. Sie waren gestern auf dem Longrun mit Medium schnell. Ich kann verstehen, dass sie nicht bis zur Zielflagge hinter Ferrari herfahren wollen."

Bei allem trockenen Realismus sieht Verstappen aber zumindest die Chance auf eine Chance, die Silberpfeile wie zuletzt in Singapur zu erwischen. "Es hängt davon ab, wo wir nach den ersten Runden sind und wie die Pace aussieht. Und wie sie auf Medium unterwegs sind und wir auf Soft, und danach wenn wir auf Medium oder Hard wechseln", sagt er.

Doch aus eigener Kraft hält er es eher für unwahrscheinlich. "Wenn wir aufs Qualifying schauen, denke ich nicht, das da noch mehr drin war", so Verstappen, der sieben Zehntel auf Leclerc verlor. "Generell sieht ihre Pace etwas besser aus. Ich denke also nicht, dass ich viel ausrichten kann."

Albon nach Crash: Dummer Fehler

Verstappen ist dennoch Red Bulls einzige Hoffnung, denn Teamkollege Alexander Albon warf sein Zeittraining im Q1 weg. "In der Kurve ist ein Rückenwind und der hat mich einfach erwischt", sagt der Thailänder über seinen Abflug in Kurve 13. "Wenn diese Autos ausbrechen, brechen sie schnell aus. Es war ein dummer Fehler."

Als Konsequenz wird er vom 18. Startplatz vor Robert Kubica und Daniil Kvyat ins Rennen gehen - auf einer Rennstrecke, auf der er von der ersten Runde an nicht wirklich warm wurde. "Ich hatte einfach nicht das Vertrauen und habe seit dem FP1 Probleme gehabt", erklärt er. Für den Sonntag übt er sich in Zweckoptimismus.

"Ich bin zuversichtlich. Das Auto hat sich auf den Longruns gut angefühlt und du kannst hier überholen. Wir haben schon gesehen, dass wir von hinten im Grid nach vorne durchs Feld kommen können. Also werde ich alles geben", so Albon.


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