Formel 1

Formel 1 Hockenheim: Schmerzen! Hamilton zitterte um Qualifying

Lewis Hamilton startet den auch in Hockenheim von der Pole Position. Im Qualifying muss er für Nummer 87 härter arbeiten als Ferrari-Debakel glauben macht.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton startet bei den großen Mercedes-Jubiläumsfeierlichkeiten in Hockenheim 2019 von der Pole Position. Im Qualifying zum Deutschland GP der Formel 1 erzielte der Mercedes-Pilot in 1:11.767 Minuten eine deutliche Bestzeit.

Dreieinhalb Zehntel brummte der Brite bei seiner 87. (!) Karriere-Pole in der F1 Max Verstappen und damit auch seinem drittplatzierten Teamkollegen Valtteri Bottas auf. Dafür musste sich der Weltmeister in Runde zwei nicht einmal mehr verbessern. "Die erste Runde war einfach perfekt", sagt Hamilton. "Die zweite dann nicht so, aber es hat ja gereicht."

Hamilton erstaunt: Was war mit Ferrari?

Erstaunt war der Mercedes-Star zunächst dennoch. "Ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben", so Hamilton im Grid, gerade erst ausgestiegen. Mehr verwundert als freudig. Denn: "Ich weiß nicht genau, was mit Ferrari los war", erklärt Hamilton. Was los war? Das gegenüber Freitag kühlere Wetter jedenfalls nicht. Im FP3 hatte Ferrari dennoch den Ton angegeben.

Stattdessen waren es gleich zwei technische Defekte. Schon im Q1 schied Sebastian Vettel ohne Zeit durch ein Turbo-Problem aus, in Q3 erwischte es schließlich auch Charles Leclerc - Benzinsystem. Der beiden größten Gegner beraubt war Hamiltons Pole-Fahrt auf dem Papier also ein Spaziergang? Weit gefehlt. Immerhin war mit Bottas der zuletzt speziell im Qualifying starke Teamkollege noch dabei.

Hamilton trotz Ferrari-Debakel in Trouble: Krank, Ocon schon bereit

Doch den trocknete Hamilton dieses Mal klar ab. Damit aber nicht genug der Hamilton-Hürden. Noch dazu ging der Brite angeschlagen in den Samstag. Bereits im Grid war zu hören, dass Hamilton das Sprechen schwerfiel. Die Pressekonferenz startete daraufhin mit kurzer Verzögerung. Hamilton hatte sich zunächst kurz ins Motorhome zurückgezogen.

Auch in der PK klang Hamilton sehr bemüht, angeschlagen. "Ich fühlte mich heute Morgen schon nicht gut. Ich hatte Halsschmerzen", erklärt er auf Nachfrage. "Also haben wir uns vorbereitet, nur für den Fall, dass ich nicht in der Lage wäre, die Sitzung zu machen. Ich habe das Training bestritten und wir waren bereit, den zweiten Fahrer [Esteban Ocon, Anm. d. Red.] einzusetzen, das wäre das Worst Case Szenario gewesen. Aber ich habe es geschafft"

Doch wie brenzlig war es wirklich. Toto Wolff gibt Entwarnung: "Lewis fühlte sich schon gestern nicht gut. Im Fahrerlager geht die Grippe um. Esteban haben wir aber nur aus Großbritannien einzufliegen, um sicherzugehen und bereit zu sein. Alles gut."

Hamilton erleichtert von Pole: Ferrari wäre schneller gewesen

Insgesamt ist Hamilton nach entsprechender Erklärung jedoch bewusst, dass er seine Pole vor allem dem riesigen Drama bei Ferrari zu verdanken hat. "Ferrari war sehr schnell hier. Wir zwar auch, aber Ferrari war auf einem anderen Level. Charles wäre am Ende wohl auf einem anderen Niveau gewesen", glaubt Hamilton - trotz erster Mercedes-Bestzeit des Wochenendes schon in Q2. "Ich hatte eine gute Pace, aber es wäre auf jeden Fall sehr eng geworden mit Leclerc."

Überrascht von der großen Ferrari-Stärke auch bei kühleren Bedingungen sei er nicht gewesen. "Letztes Jahr war es hier schon sehr eng", erinnert Hamilton. "Deshalb dachte ich mir schon, dass sie hier stark sein könnten. Und Leclerc war richtig fix!"

Großer Jubel bei Mercedes-Jubiläumsfeier

Dass es gerade beim Jubiläum nun trotzdem zumindest schon einmal zur Pole gereicht hat, freut Hamilton deshalb umso mehr. "Es ist ein wichtiges Rennen für uns mit der Feier zu 125 Jahren Motorsport", sagt Hamilton. "Es gibt keinen besseren Weg, als das Wochenende jetzt so zu beginnen. Schön, das jetzt so feiern zu können."

Für das Rennen mahnt Hamilton jedoch. "Das Wetter kann hier eine Bedrohung sein", weiß er. Immerhin sind für Sonntag mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur Regenschauer, sondern auch Gewitter angesagt. "Wie es aber auf dem Longrun aussieht, weiß ich nicht. Wir sind bei diesen kühleren Bedingungen ja nicht gefahren gestern."


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