Formel 1

Formel 1, Sebastian Vettel: Bahrain-Dreher voll mein Fehler

Sebastian Vettel schmeißt in Bahrain einen möglichen Sieg durch einen Dreher im Duell mit Lewis Hamilton weg. Ein technisches Problem? Nein.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel hat einen möglichen Sieg in Bahrain durch einen fatalen Dreher selbst weggeworfen. In Runde 37 drehte sich der Ferrari-Pilot beim Wüstenrennen der Formel 1 im direkten Duell mit Weltmeister Lewis Hamilton im Kampf um Platz zwei einfach weg, verlor kurz darauf auch noch seinen Frontflügel und musste für Flügel- und Reifenwechsel an die Box.

Das warf Vettel zurück bis auf Platz neun. Seine Aufholjagd im Schlussspurt endete auf Platz fünf. Weil kurz vor Rennende bei Vettels dominantem Teamkollegen Charles Leclerc die Power Unit bei Weitem nicht mehr volle Leistung lieferte, verlor Vettel somit indirekt sogar den Sieg. Diesen erbte stattdessen ziemlich kampflos Hamilton.

Vettel: Mein Fehler, hat mich kalt erwischt

Doch was war der Grund für Vettels Dreher? Wirklich ein Fahrfehler? Oder gab es vielleicht einen technischen Defekt an seinem Ferrari SF90? Nein, winkt Vettel selbst ab. "Das glaube ich nicht. Ich hatte schon die Runde davor eine ähnliche Situation."

Bereits am Boxenfunk hatte Vettel zuvor den Dreher auf seine eigene Kappe genommen. "Sorry Jungs, es war mein Fehler. Mich hat es kalt erwischt und ich habe das Heck verloren", so Vettel. "Tut mir wirklich Leid!"

So schildert Vettel die Dreher-Szene

Später bestätigt Vettel im TV-Pen in Bahrain diese Worte erneut, ging noch näher auf die Rennsituation in Kurve vier ein. "Ich wollte da auf der Innenseite wieder zurückkommen", schildert der Heppenheimer. Eine Rolle gespielt hätten womöglich auch die Verwirbelung hinter Hamiltons Mercedes. "Aber das sollte mir bewusst sein", hadert Vettel mit sich selbst. "Dann habe ich aber relativ schlagartig das Auto verloren. Es war unter dem Strich mein Fehler."

Warum ohne großen ersichtlichen Kontakt auch der Flügel abfiel, verrät Vettel auch: schlichtweg Vibrationen. Tatsächlich hatte Vettel sofort gefunkt, dass die Reifen durch den Dreher hinüber seien. "Das hat dann zu dem Defekt geführt", so Vettel. Möglicherweise sei der Flügel aber bereits leicht angeknackst gewesen. Er sei nicht sicher, ob es in der Startphase mal einen minimalen Kontakt gegeben habe.

Erschwert wurde den Piloten der Bahrain GP durch überaus kräftigen Wind. Das sei jedoch keine Entschuldigung, so Vettel. "Es war kein leichtes Rennen, was die Bedingungen angeht. Aber die waren ja für alle gleich. Ich kann also nicht zufrieden sein. Das war kein schöner Abend."

Schön begonnen hatte der Grand Prix für Vettel dabei noch. Gleich am Start beschleunigte er seinen Teamkollegen aus, übernahm die Führung. Diese hielt allerdings nicht lang. Leclerc kämpfte sich sofort wieder ran an Vettel. In Runde sechs überholte der Monegasse den Deutschen Ende Start/Ziel relativ leicht mit DRS.

"Man hat gesehen, dass ich da am Anfang nicht den Speed hatte", hadert Vettel auch damit. "Charles hat sich da leichter getan." Auf den Medium-Reifen im zweiten Stint sei es dann besser gelaufen - bis zu dem Dreher eben. "Aber insgesamt habe ich mich einfach schwer getan. Mit dem Dreher war dann klar, dass der Zug abfährt. Dann versucht man nur noch, irgendwie weiterzumachen."

Ferrari-Teamchef baut Vettel auf: kann passieren

So bleibt Vettel nur der hoffende Blick nach vorne: "Jetzt haben wir beim Test hier nächste Woche zum Glück hoffentlich etwas Zeit, noch ein paar Sachen zu probieren. Das Potential ist ja da, aber es ist schwer, alles rauszuholen." Doch natürlich wurmt noch immer das verlorene Rennen heute in Bahrain: "Es war kein guter Abend für uns. Wenn man vorne losfährt und hinten ankommt, kann es nicht gut sein!"

Zumal auch Leclerc noch ein Drama ereilte. Der war allerdings nicht selbst schuld. Vorwürfe an Vettel gab es von Teamseite dennoch keine. Im Gegenteil. "Hi Seb. Mattia spricht. Das nächste Rennen wird das Beste! Mach dir keinen Kopf. Du hast dein Bestes versucht, bist ein fantastisches Rennen gefahren. Diese Dinge passieren", funkte ihm Teamchef Binotto sofort ins Cockpit.


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