Formel 1

Formel 1, Räikkönen nach Qualifying-Ritt: Alfa blind ins Rennen

Kimi Räikkönens Qualifying in Bahrain 2019 ist ein Ritt auf der Rasierklinge. Zweimal Hot Seat nach Schuss in Blaue. Rennen für Alfa Romeo eine Wundertüte.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Kimi Räikkönen hat im Qualifying zum Bahrain GP der Formel 1 2019 einen waschechten Ritt auf der Rasierklinge hingelegt. Am Ende sprang im Ergebnis Platz neun dabei heraus, durch eine Strafe gegen Haas-Pilot Romain Grosjean wird daraus in der Startaufstellung sogar P8. Damit startet der Finne ganze acht Ränge vor seinem Teamkollegen Antonio Giovinazzi.

Ein gewaltiger Unterschied, der aber beinahe völlig anders gekommen wäre: Im Q1 rettete sich Räikkönen nur gerade so weiter. Am Sessionende lag der Iceman auf dem Hotseat Platz 15, war also der letzte Fahrer, der sich für Q2 qualifizierte. Und das unmittelbar vor seinem italienischen Teamkollegen. Giovinazzi schrammte in Q1 um nur sechs Hundertstelsekunden vorbei an Räikkönen, schied damit sofort aus.

Kimi Räikkönen zweimal mit Punktlandung weiter

Räikkönen allerdings legte im Q2 nach - und fand sich schon wieder in der Rolle des "Driver in Danger" wieder. P10. Nächste Punktlandung. Erfolgreich auch noch in das Q3 gehangelt. Dort entriss Räikkönen, nach dem letzten Platz in den ersten Runs, im Schlussversuch Lando Norris im McLaren noch P9. Durch die Grosjean-Strafe geht es im Grid noch weiter vor auf Rang acht.

Ein unter dem Strich sehr gutes Ergebnis, wenn man bedenkt, von wo Alfa Romeo kam. "Wir haben das maximal Mögliche aus dem Auto gequetscht. Gestern war nicht ideal", erinnert Räikkönen. Damit zielt der Formel-1-Routinier auf das für beide Alfa Romeo durch Kühlungsprobleme fast komplett ausgefallene zweite Freie Training. Ausgerechnet das zweite Training, das einzige, welches unter kleinen Bedingungen stattfindet wie Qualifying und Rennen.

Räikkönen: Trainingsausfall für Qualifying fast egal

"Es war kein leichtes Wochenende bis hierher. Die zweite Session wäre gestern sehr wichtig für uns gewesen, um zu sehen, wo wir stehen", hadert deshalb auch Giovinazzi. Doch Räikkönen sieht deshalb insgesamt zumindest keinen übertrieben großen Nachteil. "Ich glaube nicht einmal, dass es heute sonst groß anders gelaufen wäre", winkt Räikkönen ab.

"Mit der Position, in der wir angekommen sind, bin ich aber sowieso nie glücklich. Uns fehlte es generell hier und da etwas an Grip", so der Finne. Über neunte Plätze im Qualifying kann ein Weltmeister eben kaum ein gutes Wort verlieren. Wohl aber über sein Material. "Das Auto fühlte sich aber nicht schlecht an", lobt Räikkönen dann doch.

Rennen für Räikkönen jetzt voller Unbekannter

Das alles immer in Anbetracht der praktisch komplett ausgefallenen Vorbereitung. Viel nachholen können habe Alfa Romeo da am Samstag nicht mehr. FP3 war ohnehin wieder irrelevant, weil sonnig. Das Qualifying zu stressig. "Sobald die Session läuft, kannst du nicht mehr viel machen", winkt Räikkönen ab.

In den Bahrain GP - Räikkönen ist in der Wüste mit acht Besuchen Podestrekordhalter - geht der Finne allerdings pessimistischer als in das Zeittraining. "Morgen schmerzt das mehr", so Räikkönen erneut über das verpasste zweite Training. "Wir haben keine Ahnung, was passieren wird! Darauf hat das einen größeren Effekt. Wir sind ja überhaupt keinen Longrun gefahren. Hinter morgen stehen einige Unbekannte durch die wenigen Kilometer, die wir gefahren sind."

Das sieht sein Teamkollege - im Grid auch noch viel weiter hinten, dafür mit freier Reifenwahl am Start - ganz ähnlich. Giovinazzi: "Wir wissen wirklich nicht, was wir morgen vom Rennen erwarten sollen. Die Bedingungen werden ziemlich anders als alles sein, was wir in FP1 und FP3 erfahren haben. Ich kann nur mein Bestes geben, um ein gutes Rennen zu erwischen und mir einen Weg durch das enge Mittelfeld nach vorne zu kämpfen."


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