Formel 1

Formel 1 Bahrain 2019: Die heißesten Fragen zum Wüstenrennen

Der Formel-1-Saisonstart wirft für das zweite F1-Rennen 2019 in Bahrain viele heiße Fragen auf. Die Brennpunkte von Ferrari-Form bis Regel-Bewährungsprobe.
von Jonas Fehling
Formel 1 2019: Brennpunkte vor dem Bahrain GP: (08:02 Min.)

Die Wüste ruft! Am Wochenende kommt die Formel 1 bereits zum 15. Mal nach Bahrain. Bei dem inzwischen als Nachtrennen unter Flutlicht ausgetragenen Grand Prix in Sakhir stellen sich an den kommenden Tagen nach einem teils verblüffenden F1-Saisonstart 2019 in Australien gleich mehrere brandheiße Fragen. Hier sind unsere Brennpunkte vor dem Großen Preis von Bahrain. Von Ferrari-Form über Sensationssieger Bottas bis zur ersten echten Feuertaufe für die neuen Formel-1-Regeln 2019.

Bahrain-Brennpunkt 1: Schlägt Ferrari zurück?

Von einem Debakel zu sprechen wäre allein angesichts der Ränge vier und fünf für Sebastian Vettel und Charles Leclerc in Melbourne übertrieben. Zieht man die klare Favoritenrolle Ferraris vor dem Saisonstart heran, trifft es diese Bezeichnung schon durchaus besser. Gegen Mercedes setzten die Roten keinen Stich. Dennoch sehen sich die Silberpfeile in Bahrain noch immer mehr als Herausforderer als alles andere - die extrem starke Ferrari-Form beim Wintertest wirkt weiter nach.

Hat sich die Scuderia in Australien also nur völlig mit dem Setup verzettelt wie der große Konkurrent - und ein Stückweit auch man selbst - mahnte? Oder steckt dahinter doch ein Problem mit Motor und/oder Kühlung? Gerade Letzteres wird sich in der Wüstenhitze besonders gut klären lassen. Folgt in Bahrain also die Trendwende für Vettel & Co.? "Wir erwarten, einen Effekt durch von uns vorgenommene Korrekturen zu sehen", hofft Teamchef Mattia Binotto.

Das Vorjahr macht ebenfalls Mut. Auch 2018 stimmte die Performance in Down Under nicht. In Sakhir war die erste Startreihe komplett rot. Der Rennsieger hieß Vettel.

Bahrain-Brennpunkt 2: Bottas wieder vor Hamilton?

Nur um eine Zehntel und erst in letzter Minute verlor Valtteri Bottas in Australien noch die Pole Position an Melbourne-Quali-Guru Lewis Hamilton. Doch schon am Start drehte Bottas den Spieß um. Nur, um Hamilton den gesamten Grand Prix über dann keinen Hauch einer Chance zu lassen. Eine für viele Beobachter völlig überraschende Vorstellung des Finnen.

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Macht der 'neue' Bottas in Bahrain gleich so weiter? Dafür spricht, dass ihm die Strecke in der Wüste liegt. 2018 besiegte Bottas Hamilton im Qualifying, entriss Vettel am Sonntag sogar beinahe den Rennsieg. Dagegen spricht Lewis Hamilton. Der Weltmeister ist ganz einfach eine Instanz, die höchste Messlatte des ganzen Fahrerlagers. Und: Repräsentativ waren 20 Sekunden Rückstand in Melbourne garantiert nicht. Mit Schaden am Unterboden, extrem suboptimaler Strategie und Taktik-Spielchen kamen gleich mehrere Faktoren zusammen.

Bahrain-Brennpunkt 3: Schließt Red Bull auf?

Abseits von Ferraris möglichem Konter gegen Mercedes und deren bekanntem Duell drängelt sich jedoch noch ein Team in die Rolle der Anwärter, zumindest um das Podium mitzureden: Red Bull Honda. Ein Podium gelang gleich auf Anhieb der neuen Koop mit den Japanern durch Max Verstappen Down Under ließ bei der Konkurrenz die Alarmsirenen schallen. Mercedes' Toto Wolff hat die Bullen jetzt in seine WM-Rechnung aufgenommen.

Ausschlaggebend dafür: Honda. Ein "super Motor", wie auch Red-Bull-Berater Dr. Helmut Marko bereits bei Motorsport-Magazin.com feststellte. Tatsächlich muss sich Sakura nicht vor Brixworth und Maranello verstecken. Die Geschwindigkeitsdaten beim Saisonstart waren zwischen den Herstellern so heterogen wie seit Jahren nicht. Grüppchen-Bildung adé.

Gerade in Bahrain könnte es nun besonders spannend werden. Dort fuhr Neo-Bulle Pierre Gasly schon im Vorjahr auf einen sensationellen vierten Platz. Noch im Schwesterteam Toro Rosso. Mit Honda-Power.

Bahrain-Brennpunkt 4: Ist Haas erneut vierte Kraft?

Licht und Schatten bei Haas in Australien. Während Romain Grosjeans Rennen in einem fast perfekten Déjà-vu endete wie 2018 - Ausfall -, fuhr Kevin Magnussen den Rest des Mittelfelds in Grund und Boden. Oder zumindest an die Spitze dessen. Zur vierten Kraft reichte es also für Haas im ersten Kräftemessen des auch 2019 wieder extrem engen vorderen Mittelfelds. Aber längst nicht so souverän wie manch einer vom möglichen Geheimtipp Haas erwartet hatte.

Diesen Eindruck verschärft, dass sich Haas' Konkurrenz in Australien das Leben selbst schwer machte. Renault mit einem noch nicht ganz warmgewordenen Neuzugang Daniel Ricciardo im Qualifying und einem Elektrik-Defekt bei Nico Hülkenberg. Alfa Romeo mit einem unglücklichen Kühlungsproblem am C38 Kimi Räikkönens durch ein Abreißvisier. In Bahrain könnte sich das Bild ohne derartige Störfeuer schon ganz anders darstellen. Zumal insbesondere Renault bereits etliche mechanische und Aero-Updates angekündigt hat.

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Bahrain-Brennpunkt 5: Erste echte Regel-Bewährungsprobe

Die erste echte Feuertaufe musste noch warten. Melbourne war einfach zu speziell. Doch in Bahrain sollte sich nun besser weisen, wie effektiv die neuen Aerodynamik-Regeln für 2019 wirklich sind. Lässt sich leichter dem Vordermann hinterherfahren? Gibt es deutlich mehr Überholmanöver? Das sind die Fragen, die es zu klären gilt. "Ich bin gespannt, denn in Melbourne war es nicht leicht", fragt auch Racing-Point-Pilot Sergio Perez gespannt.

Ganz repräsentativ ist allerdings auch Sakhir noch nicht. Bahrain hatte mit dem Thema enges Racing schon zuvor kein Problem. Noch dazu gibt es in der Wüste 2019 erstmals drei DRS-Zonen, was zusätzlich hilft. "Ich erwarte jedenfalls aufregendes Racing", sagt Racing Points Teamchef Otmar Szafnauer.

Parallel gilt es, auch auf die Jagd nach der schnellsten Runde ein Auge zu werfen. Die gibt 2019 bekanntlich erstmals seit 60 Jahren wieder einen WM-Punkt. Schon in Australien brachte das gegen Rennende Extra-Würze ins Geschehen. Alle Optionen wie Boxenstopps kurz vor Schluss wurden allerdings noch gar nicht ausgeschöpft. Gehen die Teams in der Wüste mehr Risiko und wählen andere Ansätze?

Bahrain-Brennpunkt 6: Wie verläuft Mick Schumachers doppeltes Debüt?

Ja, das hier sind die Formel-1-Brennpunkte. Trotzdem haben die Formel 2 und Mick Schumacher hier etwas verloren. Und das aus gleich zwei Gründen. Erstens, weil die F2 2019 ab Saisonstart Bahrain komplett im Rahmen der Formel 1 fährt und gemeinsam mit der von GP3 zu Formel 3 umfirmierten nächsten Klasse nun mehr denn je zu einem fast schon ligengleichen Konstrukt im Formelsport führt.

Zweitens, weil Schumacher in Bahrain tatsächlich Formel 1 fahren wird. Gut, nicht am Wochenende. Aber beim anschließenden Young-Driver-Test im Wüstenstaat. Am Dienstag sitzt Mick im Ferrari, einen Tag später auch noch im Alfa. So sammelt der Sohn von F1-Rekordweltmeister seine ersten Erfahrungen im aktuellen F1-Boliden während die Teams einen von insgesamt zwei Pflichteinsätzen junger Fahrer abgehakt haben.

Also richten sich gleich doppelt alle Augen auf Mick: Wie schlägt er sich bei seinem doppelten Debüt?

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