Formel 1

Formel 1, Zandvoort buhlt um Holland GP: Kein Geld vom Staat

Die Niederlande träumen weiter vom Heimspiel mit Max Verstappen. Zandvoort muss Comeback-Pläne alleine stemmen. Assen glaubt weiter an Chance aufs Rennen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Der Formel-1-Kalender ist in der Woche vor den Präsentationen verstärkt in den Fokus gerückt. Während sich Liberty Media mit einem Teil der Promoter duelliert, gehen die Gespräche mit potentiellen neuen Rennen weiter. Assen und Zandvoort buhlen um die Rückkehr der F1 für 2020. Letztere sollen mittlerweile in der Pole Position stehen. Die Umsetzung der Pläne gestaltet sich schwierig. Die Niederlande wollen ein Event trotz des Verstappen-Hypes nicht subventionieren.

Zandvoort soll bei der Regierung einen Zuschuss in Höhe von rund fünf Millionen Euro angefragt haben, um den Grand Prix nach 1985 wieder zurück auf den Dünenkurs und in ihr Land zu holen. Max Verstappens Erfolge ziehen die niederländischen Massen an, Spielberg, Spa-Francorchamps und Hockenheim freuen sich über regen Zulauf der orangenen Fanmassen.

Den Niederlanden reicht das als Argument aber offenbar nicht. "Wir werden finanziell nichts beitragen. Es ist ein kommerzielles Sportevent, dessen Rechte in den Händen eines amerikanischen Konzerns liegen", wird der niederländische Sportminister Bruno Bruins von De Telegraaf zitiert.

Formel-1-Rennen in Holland muss sich selbst finanzieren

Zwar wurden andere Sportveranstaltungen wie die Strandvolleyball EM oder der Start der Tour de France mit Subventionen bedacht, bei der Formel 1 wird jedoch erwartet, dass die Organisatoren des Rennens das Antrittsgeld selbst stemmen. Subventionen seien "weder notwendig noch gerechtfertigt", so Bruins.

Die Regierung ist der Ansicht, dass das Geschäft und die Ticketverkäufe ausreichen müssen, um das Rennen und die damit einhergehenden Antrittsgebühren in Höhe von 40 Millionen Euro zu finanzieren. Dabei würde auch die Wirtschaft von einem Grand Prix profitieren. In der Region soll die Formel 1 Hochrechnungen zufolge jährlich bis zu 85 Millionen Euro abwerfen.

Zandvoorts Anstrengungen, die F1 zurückzuholen, werden von der Regierung aber dennoch begrüßt. Bruins sagte seine Unterstützung für die Durchsetzung des Projektes durch, sofern die Rennstrecke das Antrittsgeld stemmen kann.

Berichten zufolge wird die Zeit aber langsam knapp. Ein dem TV-Sender RTL Nieuws vorliegendes Dokument soll Auskunft über eine Deadline geben, nach der die Niederlande die Chance auf die F1 verlieren werden, sofern bis zum 31. März keine Einigung zwischen Zandvoort und Liberty Media zustande kommt.

Assen hofft weiter auf Formel-1-Chance

Dies würde gleichzeitig bedeuten, dass der aus der MotoGP bekannte TT Circuit Assen mittlerweile aus dem Rennen um die Austragung eines Grand Prix ist. Assen-Promoter Lee Van Dam dementierte das gegenüber De Telegraaf aber.

"Wir sind definitiv noch im Rennen, die Formel 1 2020 zurückzubringen", so der Niederländer. "Wir hatten erst letzte Woche Kontakt mit der FOM und wir werden bald wieder zusammen am Tisch sitzen. Sie sind uns gegenüber ehrlich. Wenn wir nicht mehr in Frage kämen, hätten sie uns das anständig mitgeteilt."


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