Formel 1

Formel 1, Verstappen erkämpft P3: Motor im Sicherheitsmodus

Max Verstappen erkämpfte sich in Abu Dhabi einen dritten Platz. Ein versöhnlicher Saisonabschluss für den Red-Bull-Fahrer, der anfangs in Problemen steckte.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappen beendete seine teilweise turbulente Formel-1-Saison 2018 mit einem dritten Platz. Seinen Siegesambitionen konnte der Red-Bull-Pilot damit zwar nicht gerecht werden, das elfte Podium in diesem Jahr stellte ihn dennoch zufrieden. Zu Rennbeginn hatte es nicht danach ausgesehen, als ob Verstappen in Abu Dhabi weit kommen würde.

"Der Start war okay, aber dann habe ich Probleme mit dem Motor bekommen. Er war im Sicherheitsmodus", erklärt der Niederländer, der in der ersten Runde vom sechsten auf den neunten Platz abgerutscht war. Im Kampf gegen die Force Indias tat er sich in der Folge sichtlich schwer, verlorenen Boden wieder gutzumachen.

Im Funk fragte Verstappen seinen Renningenieur mehrfach, ob die Power Unit im Heck seines RB14 zu heiß lief. "Beim Restart war es das gleiche Problem. Als ich Esteban [Ocon] in Turn sieben überholt habe, wurde ich nachher gleich wieder zurück überholt", sagt Verstappen, der erst nach mehreren Anläufen endlich am Franzosen und dessen Force-India-Teamkollegen Sergio Perez vorbeikam.

Verstappen trotz Hypersoft lange unterwegs

Der misslungene Start war für Verstappen vor allem deshalb ärgerlich, weil er nach einem problematischen Qualifying als einziger Pilot der Top-Teams mit dem weichen Hypersoft-Reifen gestartet war. Der weiche Reifen hielt bei ihm aber besser als erwartet. "Ich glaube, auf Hypersoft war es danach ganz gut. Aber natürlich sind die Reifen zu weich", so der 21-Jährige, der die frühe VSC-Phase durch Kimi Räikkönens Ausfall dennoch nicht für einen frühen Stopp nutzte.

Nach dem Wechsel auf Supersoft in der 17. Runde war Verstappens Pace trotz der anfänglichen Motorprobleme schnell genug, um mit der Spitze schrittzuhalten. "Den letzten Stint haben wir bis zum Ende gemanagt", sagt er. Das Podium musste er sich aber trotzdem erst noch erkämpfen. Nachdem Valtteri Bottas Probleme bekam, fiel der Finne erst Sebastian Vettel und dann auch Verstappen zum Opfer.

Verstappen hatte zu Rennbeginn mit den Force India seine Mühe - Foto: Sutton

Verstappen ringt Bottas nieder: Flucht vor Ricciardo

"Er hat verteidigt und innen komplett zugemacht. Ich wusste also, dass ich dort nicht hin kann", so Verstappen, der in Kurve elf eine Attacke auf den Silberpfeil-Fahrer startete. In der darauffolgenden Rechts-Links-Passage presste sich Verstappen vorbei, woraufhin sich die beiden Autos berührten. "Ich hatte sichergestellt, dass ich eine weite Linie in die Kurve habe. Er ist dann etwas weit gegangen. Für mich war das perfekt, um außen herumzufahren."

"Ich denke, er hat mich in die Linkskurve hinein nicht gesehen und ist mir dann gegen das Rad gefahren." Für Verstappen war es ein wichtiges Manöver, denn von hinten nahte Teamkollege Daniel Ricciardo heran. "Ich war froh, an ihm vorbei zu sein, denn Daniel kam auf frischeren Reifen näher. Ich musste also vorbeigehen", erklärt Verstappen, der sich auch beim letzten gemeinsamen Rennen einen Seitenhieb Richtung Renault nicht verkneifen konnte. "Unser schwacher Topspeed macht uns das Leben natürlich auch nicht einfacher."

Honda-Öl auf dem Visier: Verstappen im Blindflug

Das Leben noch schwerer machte ihm dann aber auch sein nächstjähriger Teamkollege mit Red Bulls zukünftigem Honda-Aggregat. Als Toro-Rosso-Pilot Pierre Gasly vor Verstappen der Motor hochging, wurde es für diesen richtig knifflig. "Da war etwas Öl. Keine Ahnung, was genau passiert ist", sagt er am Mikrofon von Sky Sports F1.

"Ich hatte schon alle meine Abreißvisiere verbraucht und da war so viel Öl auf meinem Visier. Es war, als ob ich im Nebel fahren würde. Einfach furchtbar", beschreibt Verstappen seine Misere. "Ich versuchte es mit dem Handschuh abzuwischen, aber das machte es nur noch schlimmer. Also ließ ich es bleiben. Ich fragte das Team, wo Daniel war, denn ich konnte ihn im Spiegel nicht sehen."

Sorgen macht er sich angesichts dieses Honda-Motorschadens für 2019 aber keine. "Ich bevorzuge es manchmal, vielleicht ein Rennen zu gewinnen und dann im nächsten einen Motorschaden zu haben, anstatt immer langsam zu sein", wiegelt er ab. Was die Performance angeht, soll es mit Honda kommende Saison mindestens so gut laufen wie mit Renault.

Das letzte Rennen mit Renault-Power stimmte Verstappen letztendlich zufrieden: "Ich habe den Kampf genossen, besonders nachdem ich von Platz neun kam, oder wo ich an einem Punkt schon mal war. Ich musste ruhig bleiben und meinen Weg nach vorne finden. Ich bin sehr zufrieden, hier Dritter zu sein."


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