Formel 1

Vettel nur P6 in Brasilien: So erklärt er sein schwaches Rennen

Sebastian Vettel wird beim Formel-1-Rennen in Brasilien nur Sechster. Kimi Räikkönen rettet Podium. In Sao Paulo stimmt die Ferrari-Pace so gar nicht.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel hat in Brasilien einen unerwartet bitteren Rennsonntag erlebt. Von Platz zwei gestartet verlor er in den ersten Kurven sofort eine Position gegen den Mercedes von Valtteri Bottas. Im weiteren Verlauf des Rennens gelang dem Ferrari-Pilot jedoch kein Konter. Im Gegenteil: Vettel wurde sogar noch weiter durchgereicht.

Im Endergebnis landete der Formel-1-Pilot aus Heppenheim nur auf Platz sechs, 22 Sekunden hinter Teamkollege Kimi Räikkönen im Ziel, der Ferrari als Dritter immerhin noch ein Podium rettete. "Ich habe alles versucht. Mit Blick auf das Ergebnis ist es 1 von 10 (auf der berühmten Skala, Anm. d. Red.). Wir waren heute einfach nicht mit dem Auto auf der Höhe", sagt Vettel zu diesem Resultat.

Sebastian Vettel bewertet sein Ergebnis: 1 von 10 Punkten

"Es war ein schwieriges Rennen, ich bin immer weiter zurückgefallen", hadert Vettel. Los ging das Übel mit dem schon genannten Positionsverlust am Start. Angesichts der gegenüber der Konkurrenz härteren Soft-Reifen am Ferrari war das jedoch noch zu erwarten gewesen.

Schon am Start verlor Vettel die erste Position - Foto: Sutton

"Das hat uns nicht geholfen. Aber ich war eigentlich ziemlich zufrieden mit meinem Start. Aber ich konnte nirgendwo mehr hin und Lewis hatte Valtteri auf der Außenbahn. Die haben gut zusammengearbeitet", sagt Vettel zu Motorsport-Magazin.com.

Vettel kritisiert Verstappen, lobt Räikkönen

Nicht lange dauerte es daraufhin, ehe auch Max Verstappen den Ferrari in der ersten Kurve der vierten Runde noch kassierte. "Er war am Ende schneller, also spielt es eigentlich keine Rolle. Aber es war vielleicht etwas optimistisch von ihm da in der ersten Kurve", kritisiert Vettel das Manöver des Red Bull.

Doch noch auch damit war es für Vettel nicht vorbei. Nur einen Umlauf später macht auch der eigene Teamkollege Räikkönen kurzen Prozess mit Vettel. "Ich habe auch verglichen mit Kimi mehr zu kämpfen gehabt", gesteht er. Denn: Räikkönen war als einziger anderer Topfahrer auf demselben Reifen gestartet wie Vettel, verfügte also über die gleichen Mittel.

Vettel: Vermeintlicher Reifen-Vorteil wurde Nachteil

Durch einen teaminternen Undercut kam Vettel kurz sogar wieder vorbei am Finnen, doch der war erneut schneller. Ferrari wies Vettel an, Räikkönen vorbeizulassen. "Er kam dann mit einem frischeren Satz, ich hatte ein paar Runden, um es mit Valtteri hinzubekommen, aber ich habe es nicht geschafft. Also hat mich das Team angewiesen, es ihn probieren zu lassen. Damit habe ich kein Problem", sagt Vettel.

Aber zurück zu dem, was Vettel als größten Nachteil Ferraris im Rennen erklärt. Zu einem Mittel, das Ferrari eigentlich als großen Favoriten für den Brasilien GP erschienen ließ: Dank der Soft galt die Sucederia zwar am Start leicht im Nachteil, aufgrund des besseren Durchhaltevermögens dieser härteren Mischung jedoch strategisch im Vorteil. Doch das erwies sich im Rennen plötzlich als Trugschluss.

"Ich glaube, es war heute kein Vorteil, mit diesen Reifen zu starten. Wir dachten, es wäre einer. Aber es hat sich herausgestellt, dass es genau andersherum war. Wir haben gekämpft, die Reifen zum arbeiten zu bekommen und ich bin ziemlich rumgerutscht. Es war kein gutes Rennen für uns", schildert Vettel.

Red Bull wusste Vettel in Brasilien nicht zu halten - Foto: Sutton

Tatsächlich brauchte Ferrari lang, um zumindest halbwegs auf Touren zu kommen. Doch auch das geschah nur vorübergehend. Nur kurz keimte bei Vettel deshalb eine zarte Pflanze Hoffnung. "Die Supersoft haben heute einfach nicht genug gelitten, sagen wir es mal so herum. Es gab zwei, drei Runden, in denen sie Probleme hatten. Da dachte ich, jetzt kommen wir. Aber danach waren sie wieder schneller. Sie waren vor und nach dieser Phase schneller", berichtet Vettel.

Ferrari: Vettel durch defekten Sensor mit falschen Einstellungen

"Der Supersoft war nicht nur schneller, sondern hat auch lang genug gehalten. Vor dem Rennen hätte keiner erwartet, dass eine Supersoft-Soft-Strategie möglich wäre. Aber sie war es", so Vettel über die Wahl bei Red Bull. Hamilton und Mercedes machten es dagegen wie Ferrari mit Medium.

Wie Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene berichtet, gab es am Vettel-Boliden jedoch noch ein weiteres Problem. "Gleich von der Formationsrunde an haben wir ein Problem mit seinem Sensor an Sebs Auto bemerkt. Deshalb musste er das ganze Rennen mit anderen Einstellungen als geplant fahren, was es schwieriger gemacht hat", verteidigt der Italiener seinen Fahrer.

Ferrari verliert Teamwertung gegen Mercedes

Anders als Räikkönen musste Vettel so noch ein zweites Mal stoppen, einen Schlusspurt auf Soft einlegen. Doch genau wie zuvor ging damit nicht mehr viel. "Ich bin froh, dass immerhin Kimi noch das Podium geschafft hat, aber mein Rennen hat so schlecht begonnen und ist schlecht geendet." Nicht zuletzt hat Ferrari damit nun auch in der Konstrukteursweltmeisterschaft gegen Mercedes verloren.


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