Formel 1

Nach Formel-1-Aus: Marcus Ericsson plant Wechsel in die IndyCar

Marcus Ericsson wurde bei Sauber für 2019 durch Ferrari-Junior Antonio Giovinazzi ersetzt. Nun schielt der Schwede wie Fernando Alonso auf die IndyCar.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Seit Alfa Romeo Saubers Verpflichtung von Ferrari-Junior Antonio Giovinazzi ist klar: Marcus Ericssons Formel-1-Karriere wird 2019 vorerst auf Eis liegen. Der Schwede übernimmt bei Sauber die Rolle des Reservefahrers und Markenbotschafters. Nach fünf Jahren in der Königsklasse würde dies bedeuten, dass Ericsson im kommenden Jahr hauptsächlich im Simulator sitzt. Der Racer in ihm schaut nun jedoch nach einem Alternativprogramm, um auch 2019 Rennen fahren zu können.

"Ich will definitiv Rennen fahren, das ist das Hauptziel", erklärt Ericsson im Vorfeld des Großen Preises von Japan in Suzuka. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei auf einer Rennserie, der seit 2017 in Europa wieder mehr Aufmerksamkeit zuteil wird: "Die attraktivste Option ist für mich im Moment IndyCar. Deshalb sehen wir uns dort um."

Ericsson plant F1-Rückkehr: IndyCar die beste Rennserie

"Ich habe immer darauf geschaut und dachte mir, dass es wirklich cool wäre. Ich denke, dass das Racing dort cool ist. Es sieht nach viel Spaß aus", so Ericsson, der mit 28 Jahren auf keinen Fall ein Jahr aussetzen will. "Ich will auf dem höchstmöglichen Level Rennen fahren, denn ich sehe mich in der Zukunft in die Formel 1 zurückkehren", ist er überzeugt.

Um seine Rennschärfe nicht zu verlieren, bleiben einem Piloten aus der Königsklasse in der Tat nicht allzu viele Optionen. Neben der IndyCar wäre auch die japanische Super Formula geeignet, die bei Ericsson ebenfalls hoch im Kurs steht - allerdings nicht so hoch wie die IndyCar. "Um in die Formel 1 zurückkehren zu können, will ich im Formelsport bleiben und weiter schnelle Autos fahren. So wie es im Moment im Motorsport aussieht, ist die IndyCar für mich dafür die beste Serie", so Ericsson.

IndyCar-Boom durch Alonso erreicht auch Ericsson: Es geht bergauf

Seit Fernando Alonsos Teilnahme am Indy 500 im vergangenen Jahr ist die US-amerikanische Top-Formelserie auch in der Motorsportwelt abseits der Staaten wieder ein Thema. 2018 erhielt sie mit Robert Wickens einen hochkarätigen Neuzugang. Vergangene Woche unterschrieb Ericssons äußerst angesehener Landsmann Felix Rosenqvist bei Ganassi Racing, womit die Formel 1 ein echtes Talent an die IndyCar verliert.

Ein Umstand, der bei Ericsson ebenfalls ausschlaggebend ist: "Wenn du mit den Fahrern dort sprichst oder Leuten die drüben waren, scheinen sie es dort alle zu lieben. Sie sagen, wie großartig das Racing und die Atmosphäre ist und mit der Serie geht es wirklich bergauf. Das ist auch ein Grund, weshalb ich mich dafür interessiere."

Während Stoffel Vandoorne ebenfalls mit dem Gedanken eines IndyCar-Wechsels spielt, nach dem schweren Unfall von Wickens in Pocono allerdings seine Zweifel hinsichtlich der Ovalrennen hat, bezeichnet Ericsson den Charakter der Hochgeschwindigkeitsrennen als "cool". Weniger cool findet Ericsson dafür die Alternative, die bei Vandoorne neben der IndyCar für 2019 im Gespräch ist.

Reaktionen: Neues Qualifying-Format? - Formel 1 2018: (6:18 Min.)

Ericsson: Formel E für meine Formel-1-Ambitionen nicht der richtige Weg

"Ich denke, die Formel E ist in vielerlei Hinsicht interessant, aber um weiter etwas zu fahren das der F1 ähnlich ist, ist es vielleicht nicht die beste Rennserie", so der Schwede. Ich denke, wenn ich in die Formel E gehe ist das ein anderer Karriereweg, während es einige andere Optionen gibt, in denen du mehr auf dem Radar der F1 bleiben und zurückkehren kannst."

Ganz oben auf der Liste steht in jedem Fall die IndyCar, wie er erklärt: "Wir sprechen mit ein paar Teams. Ich denke, das ist ein realistisches Ziel." Die Super Formula ist auch noch nicht ganz abgeschrieben und auch die 24 Stunden von Le Mans hält Ericsson für eine "gute Möglichkeit", um fahrerisch und geschäftlich weiter im Dunstkreis der Formel 1 zu bleiben.


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