Formel 1

McLaren-Knaller in Formel 1: Renndirektor Boullier schmeißt hin

Das McLaren-Debakel in der Formel-1-Saison 2018 fordert sein erstes großes Opfer: Renndirektor Eric Boullier gibt auf. Umstrukturierungen nach Rücktritt.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Jetzt ist es passiert: Schon seit Wochen stellte sich zahllosen Beobachtern die Frage, wann sich die Zeit von McLaren-Renndirektor Eric Boullier ob der fortgesetzten sportlichen Talfahrt auch mit Renault-Motoren in der Formel-1-Saison 2018 dem Ende neigen würde. Nun teilte das Traditionsteam offiziell mit: Boullier ist raus bei McLaren!

Formel 1 2018: Wer rettet McLaren vor dem Untergang?: (06:09 Min.)

McLaren Racing CEO Zak Brown hat gestern den Rücktritt Eric Boulliers von seiner Position als Renndirektor akzeptiert, heißt es in einem Statement des Rennstalls. Danach trat der Franzose also aus freien Stücken zurück - wenngleich der Druck auf seine Person in den vergangenen Wochen immer mehr zugenommen hatte.

Tacheles von McLaren-CEO Brown: MCL33 verpasst Erwartungen

Dazu passend auch die Stellungnahme Browns: "Die Performance des MCL33 hat 2018 nicht die Erwartungen erfüllt - von niemandem bei McLaren, besonders von unseren loyalen Fans. Und das ist nicht der Fehler von den hunderten von ihrer Sache voll verschriebenen und hart arbeitenden Männern und Frauen bei McLaren." Die Gründe seien systemischer und struktureller Natur.

McLaren verkündete deshalb nicht nur das Boullier-Aus, sondern sofort auch, wie sich das Team für einen nun geplanten Neuanfang aufstellt. Kurz gesagt: Es geht um eine Vereinfachung der Führungsetage des Rennteams mit sofortiger Wirkung.

McLaren stellt Führungsriege neu auf

Simon Roberts, COO von McLaren Racing, wird die Produktion, das Engineering und die Logistik überwachen. Andrea Stella wird zum Performance Director ernannt und ist für die Arbeiten direkt an der Strecke verantwortlich. Gil de Ferran übernimmt die neue Rolle des Sportdirektors, um die Effektivität des Mclaren-Pakets zu maximieren.

Diese Veränderungen seien der Beginn eines umfassenden Programms positiver Veränderungen in der technischen Führung der Rennorganisation von McLaren. Das Team werde investieren, um die besten Talente intern und extern zu halten und McLaren Racing an die Spitze des Feldes zu bringen, ließ man wissen.

Brown: Problem beim Schopf gepackt

Diese größeren Veränderungen seien wegen der verpassten Erwartungen nötig, so Brown. "Mit der heutigen Bekanntgabe packen wir diese Probleme am Schopf und unternehmen die ersten Schritte auf unserem Weg zur Genesung. Ich möchte diese Gelegenheit aber nutzen, um stellvertretend für das ganze Team Eric für seine Dienste und Leistungen bei McLaren zu danken und ihm alles Gute für die Zukunft zu wünschen", sagt Brown.

Boullier dazu: "Ich bin sehr stolz darauf, in den vergangenen vier Jahren mit einem solch brillanten Team zusammengearbeitet zu haben, aber ich erkenne, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für mich ist, zurückzutreten. Ich möchte allen bei McLaren alles Gute für den Rest der Saison und für die Zukunft wünschen."

In den vergangenen Wochen hatte sich die sportliche Talfahrt McLarens zunehmend verschärft. Nachdem man zu Saisonbeginn durch meist glückliche Umstände zumindest noch solide WM-Punkte sammelte, blieb auch dies zuletzt in nennenswerter Menge aus. Hinzu kam viel Unruhe durch diverse Skandale wie Wortmeldungen unglücklicher Mitarbeiter im inzwischen schon berüchtigten Freddo-Gate oder scharfe Kritik von Ex-McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh.


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