Formel 1

Formel 1: Räikkönen wegen altem Motor im Nachteil gegen Vettel?

Kimi Räikkönen kassiert im Qualifying zum Österreich GP die achte Pleite im Ferrari-Duell gegen Sebastian Vettel. Ist eine schlechtere Power Unit schuld?
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Startplatz drei für Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen beim Österreich GP der Formel 1 2018 (Start morgen live um 15.10 Uhr auf RTL, ORF, SRF, im Live-Stream F1 TV und Live-Ticker von Motorsport-Magazin.com). Im Qualifying auf dem Red Bull Ring in Spielberg fehlte dem Finnen eine gute halbe Sekunde auf die Pole-Zeit seines Landsmanns Valtteri Bottas im Mercedes.

Doch auch Sebastian Vettel war einmal mehr schneller. Zwei Zehntel trennten Räikkönen vom Deutschen auf P3 der Qualifikation. Einzig durch eine Strafe gegen Vettel, der Carlos Sainz behindert hatte, drei Plätze in der Startaufstellung verliert, rückt Räikkönen vor auf P3 hinter Bottas und Lewis Hamilton.

Kimi Räikkönen: Qualifying in Spielberg fast perfekt

Für Kimi Räikkönen die achte teaminterne Pleite im neunten Qualifying der laufenden F1-Saison. "Eigentlich lief es aber ganz sauber. Ich hatte keine großen Probleme, habe nur etwas unter Untersteuern im letzten Streckenabschnitt gelitten. Das war das kniffligste", bewertet der Ferrari-Fahrer sein Qualifying.

Für Sebastian Vettel reichte es damit schon wieder nicht. Doch ist Räikkönen ohnehin seit einigen Rennen im Nachteil? Immerhin bekam Vettel beim Kanada GP ein Upgrade von Ferrari, eine verbesserte, zweite Power Unit. Genauer gesagt Verbrennungsmotor, Turbo und MGU-H. Räikkönen dagegen erhielt diese verbesserten Spezifikationen nicht, einzig den Turbo, bei diesem sogar schon Nummer drei.

Vettel hat frischeren und besseren Motor als Räikkönen

Hintergrund: Ferrari hatte dem Finnen wegen Zuverlässigkeitsproblemen bereits in Spanien eine neue Power Unit verpassen müssen. Schon in Barcelona erhielt Räikkönen ICE, Turbo und MGU-H Nummer zwei während Vettel diese zweite Charge eben erst in Montreal erhielt. Der Unterschied: Vettel hat damit nun (bzw. seit Kanada, also auch schon in Frankreich und jetzt in Spielberg) Spec-2 verbaut, Räikkönen Spec-1. Bislang hat man beim Iceman nicht nachgezogen, um das Kontingent nicht zu erschöpfen.

Genau aus diesen Gründen verteidigt manch einer zumindest die ganz jungen Niederlangen des Finnen gegen Vettel mit dem Motor. Räikkönen selbst jedoch will davon nichts wissen. Er wisse nicht, wie groß der Unterschied überhaupt sei, so der Finne. "Wir haben drei Motoren (für die Saison, Anm. d. Red.). Und soweit fühlt sich der, den ich habe ganz ok an", sagt Räikkönen. Begeisterung klingt allerdings anders - bei Räikkönen jedoch schwer einzuschätzen, sprüht er ohnehin äußerst selten über.

Räikkönen mit Gripvorteil am Start Rakete wie Vettel in Frankreich?

Einzig bei Siegen. Seit 2013 wartet der Finne auf seinen nächsten Formel-1-Triumph. Ist Spielberg durch die Vettel-Strafe nun die vielleicht beste Möglichkeit der bisherigen Saison? "Ich versuche es", sagt Räikkönen. "Wir werden dann schon sehen, wie es ausgeht. Aber ich erwarte, dass es ziemlich eng zugehen wird im Rennen. Das wird sicherlich ziemlich interessant. Und manchmal läuft das Qualifying ja ganz anders, als das Rennen dann sein wird – und wir starten auf anderen Reifen."

Eine Kampfansage für den Start? Offenbar. Denn Ferrari beginnt am Start auf Ultrasoft, Mercedes und Red Bull fahren beide Supersoft. Gripvorteil also. Das hatte sich zuletzt bereits in Frankreich gezeigt, als Vettel losschoss wie eine Rakete, sich nur durch seinen Unfall selbst um Positionsgewinne brachte. Im weiteren Rennverlauf sieht Räikkönen jedoch auch noch Chancen. "Es gibt ja noch eine DRS-Zone, damit könnte das Überholen leichter werden", sagt Räikkönen. "Aber abwarten, es gibt die ja erst zum ersten Mal hier."

In Sachen Performance für das Rennen erwartet Räikkönen wegen Ferraris Nachteil speziell in den schnellen Kurven gegen Mercedes nicht zwingend Probleme. "Hoffentlich wird es einfach ein stärkerer Tag für uns. Heute war schon ordentlich, aber morgen geht hoffentlich noch mehr", so Räikkönen.


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