Formel 1

Formel 1: Grosjean-Unfall mit Murmeltier, Haas in Flügel-Not

Romain Grosjean erlebt im Kanada-Training einen kuriosen Unfall: mit einem Murmeltier! Weder für das Tier noch Haas F1' Ersatzteil-Lager gute News ...
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - "Keine Crashes dieses Wochenende!" Mit dieser Forderung von Teamchef Günther Steiner an seine Formel-1-Fahrer Romain Grosjean und Kevin Magnussen startete das Haas F1 Team in den Kanada GP 2018. Hintergrund: Unzählige Updates am Haas VF-18, aber eine extrem dünne Decke an Ersatzteilen. "Die Ersatzteil-Lage sieht wegen der jüngsten Crashes ziemlich schlecht aus", so Steiner.

Doch schon einen Tag nach der Ansage vom Donnerstag knallte es wieder - im zweiten Training. Aber: Sowohl Grosjean als auch Magnussen hatten sich von den auf dem Circuit Gilles Villeneuve so nah an der Strecke stehenden Mauern und auch anderen F1-Boliden ferngehalten. Was war passiert? Die kanadische Tierwelt hatte gnadenlos zugeschlagen.

Romain Grosjean über Murmeltier-Crash: Heftiger Treffer

Romain Grosjean kollidierte mit einem der beim Kanada GP bekannten Murmeltiere! Und zwar frontal. Der Frontflügel nahm schaden, in der Nase war auf einem von Haas später veröffentlichten Foto ein groß klaffendes Loch zu sehen. "Es war ein heftiger Treffer. Es ist ein ziemlich großes Tier", berichtet Grosjean. Der neue Frontflügel sei sicher hinüber, könne nicht mehr verwendet werden.

Glück im Unglück: Zurück auf die alte Spezifikation muss der Franzose wohl dennoch nicht, einen weiteren neuen Flügel gibt es immerhin noch. "Ich glaube, einen haben wir noch", so Grosjean. Dennoch: Für Grosjean war die ganze Aktion eine völlig unnötige Nummer.

Grosjean kritisiert Rennleitung: Murmeltier lange vorher im TV-Bild

"Es ist etwas enttäuschend, denn sie haben es zu Beginn der Session im Fernsehen vor Kurve 13 gezeigt. Genau da habe ich es getroffen. Ich bin überrascht, dass sie es nicht weggenommen haben", kritisiert Grosjean die Rennleitung. "Es ist schade für das Tier und auch schade um den Frontflügel. Wir haben kaum Ersatzteile ... Dann so einen Frontflügel zu verlieren, ist echt enttäuschend."

Noch dazu sei das ja nicht der ganze Schaden. Auch der Unterboden hatte etwas abbekommen. "Aber wir können es immerhin reparieren. Die Nase ist recht weit offen und ich glaube das Tier ist da drin", schildert Grosjean Dinge, die man sich lieber gar nicht vorstellen mag.

Haas-Lichtblick in Kanada: Pace wieder da

Ob er die Kollision nicht hätte vermeiden können? Grosjean winkt ab: "Nein, der Ferrari war direkt vor mit. Ich war so 1,5 Sekunden dahinter und das Tier ist einfach quer über die Strecke. Es war ein heftiger Treffer. Wenn dir das im Rennen passiert, ist dein Rennen vorbei", wettert Grosjean weiter, wundert sich doch sehr: "Es ist seltsam, dass es gefilmt wurde. Es war also bekannt, dass es da war. Aber es wurde nicht entfernt und gab auch keine Benachrichtigung an uns."

Formel 1 2018: Vorteil durch Motor-Upgrades in Kanada?: (07:06 Min.)

Einziger, aber durchaus großer Lichtblick für Grosjean und Haas: In Kanada ist das Team nach dem Debakel von Monaco zurück in der Spur. "Die Pace war. Siebter ist genau da, wo wir sein wollen. Best of the Rest. Das haben wir erreicht", kommentiert der Franzose auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com sein Ergebnis im Training. "Das Auto funktionierte gut. Das Update fühlte sich sehr gut an, vor allem an der Vorderachse hatte ich ein gutes Gefühl, mehr Grip und insgesamt mehr Downforce", schwärmt der Franzose.

Grosjean und kanadische Fauna vertragen sich

Auch mit den Reifen tue sich Haas in Kanada wieder leichter - auch hier gab es in Monte Carlo Probleme. Grosjean: "Es geht hier aber einfach darum, die Reifen zum Arbeiten zu bekommen. Das ist nicht ganz so leicht, wie du es gerne hättest. Aber ich denke, wir sind gut klargekommen. Für morgen können wir aber noch etwas verbessern."

Überraschend kommt die Wiederauferstehung für Haas nicht. "In Monte Carlo hatten wir Probleme, ja", gesteht Steiner zwar. "Aber wir mussten auch ein paar Teile vom Auto nehmen, um sie nicht zu verlieren. Wir wollten nichts riskieren. Wir wussten, wie viel Abtrieb wir so verloren haben und wie viel Zeit und das gekostet hat", erinnert der Teamchef. "Es ist also nicht so, dass wir schlecht performt haben und nicht wussten, weshalb. Wir wissen warum - und das ist eine gute Sache."

Aber noch einem zurück zu dem Murmeltier. Nach dem unschönen Zwischenfall vertrugen sich Romain Grosjean und die lokale Fauna beim Meeting im Haas-Motorhome am Abend dann doch wieder. Herzergreifende Szenen ...

Grosjean und das Murmeltier treffen sich ein zweites Mal - Foto: Motorsport-Magazin.com
Alles wieder gut? - Foto: Motorsport-Magazin.com
Komm' her ...! - Foto: Motorsport-Magazin.com
... und lass dich drücken! - Foto: Motorsport-Magazin.com

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