Formel 1

Formel 1, Bernie Ecclestone gegen Grid-Girl-Aus: Ziemlich prüde

Das Ende der Grid Girls in der Formel 1 sorgt für Diskussionen. Ex-F1-Boss Bernie Ecclestone reagiert mit Unverständnis auf den Kurs von Liberty Media.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Liberty Medias Entscheidung die Grid Girls aus der Formel 1 zu verbannen wird in der Motorsport-Welt heiß diskutiert. Ex-F1-Zampano Bernie Ecclestone hat sich in den britischen Medien auf die Seite von Liberty Medias Gegnern geschlagen. Er kann den Schritt beim besten Willen nicht nachvollziehen.

"Das Land wird im Moment ziemlich prüde", wird Ecclestone von der Tageszeitung The Sun zitiert. "Ich kann nicht verstehen, wie ein gutaussehendes Mädchen das mit einem Fahrer und einer Nummer vor einem Formel-1-Auto steht, für irgendjemanden anstößig sein kann."

Liberty Medias Marketing-Chef Sean Bratches hatte die Entscheidung in einem offiziellen Statement damit begründet, dass Grid Girls nicht mehr den Werten der heutigen Zeit entsprächen: "Wir sind der Meinung, dass dieser Brauch nicht mit unserer Markenphilosophie einhergeht und klar entgegen moderner gesellschaftlicher Normen ist."

Ecclestone sieht diese Argumentation jedoch als genaues Gegenteil von Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. "Ich dachte, es wäre mittlerweile vergessen, dass Frauen angeblich nicht dazu in der Lage wären Männerjobs zu erledigen. Ich dachte, wir wären alle gleich", so der 87-Jährige.

Ecclestone: Grid Girls haben Sponsoren der Formel 1 gut repräsentiert

Ferner hatte Liberty Media angegeben, dass "dieser Brauch weder passend noch relevant für die Formel 1 und ihre Fans auf der ganzen Welt - ob alt oder neu - ist." Ecclestone hingegen findet die Tradition durchaus angebracht. "Diese Mädchen waren ein Teil der Show. Fans lieben diesen Glamour."

Auch die Art und Weise, wie Grid Girls in der Formel 1 präsentiert wurden, findet er nicht anzüglich oder unangemessen. Ganz im Gegenteil: "Sie sind alle hübsch angezogen und ich möchte meinen, dass Rolex und Heineken dort keine Mädchen hinstellen würden, die nicht vorzeigbar sind."

Abgesehen davon hat sich seiner Meinung nach ohnehin nie einer der Beteiligten an den Frauen mit den Startnummern gestört: "Die Grid Girls sollten bleiben, denn die Fahrer mögen sie, das Publikum mag sie und niemanden stört es. Sie waren einfach Teil der Show und des Spektakels."

Liberty macht Schluss: Nie wieder Grid Girls in der Formel 1: (01:04 Min.)


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