Formel 1

Formel-1-Zeugnis: Lance Strolls Saison-Fazit 2017

Lance Stroll war vor der Formel-1-Saison 2017 eines der großen Themen. Der Williams-Pilot hatte seine Glanzmomente, enttäuschte insgesamt jedoch.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die Formel-1-Saison 2017 liegt hinter uns. Es war ein Jahrgang, der Geschichte geschrieben hat: Nicht nur die spektakulären neuen Autos haben für neue Rekorde gesorgt, auch die Piloten. Motorsport-Magazin.com nimmt alle Fahrer der abgelaufenen Saison unter die Lupe. Jeden Tag arbeiten wir uns in unserem Adventskalender in der WM-Tabelle einen Platz vor. Heute in der Zeugniskonferenz: Lance Stroll.

Steckbrief Lance Stroll

Karriere 2017
GP-Starts 20 20
Siege 0 0
Bestes Rennergebnis 3 3
Podien 1 1
Ø Rennplatzierung 12,4 12,4
Ausfälle 5 5
Schnellste Runden 0 0
Poles 0 0
Beste Startposition 2 2
Ø Position im Qualifying 14,2 14,2
Punkte 40 40

Die Qualifying-Performance 2017: Als Rookie genoss Lance Stroll in seiner Debüt-Saison bei Williams Welpenschutz vom Feinsten. Die chaotische Vorstellung bei den Testfahrten in Barcelona sollte sich entgegen aller Befürchtungen nicht durch die gesamte Saison ziehen, denn was Kleinholz anging verschonte Stroll sein Team. In Sachen Pace tat sich der Kanadier jedoch vom ersten bis zum letzten Rennwochenende auffällig schwer.

Das Qualifying-Duell verlor er mit 17:3 deutlich gegen seinen routinierten Teamkollegen Felipe Massa. Zwölf Mal flog Stroll bereits im Q3 raus, nur drei Mal gelang ihm der Sprung ins letzte Qualifying-Segment. Letztendlich zeigte er im Saisonverlauf kaum positive Tendenzen. Sein vierter Platz im Regen-Qualifying von Monza war ein Glanzlicht, doch selbst in Abu Dhabi hinkte er Massa noch deutlich hinterher. Im Durchschnitt verlor er 0,629 Sekunden auf den Brasilianer.

Die Renn-Performance 2017: In den ersten Grands Prix war Stroll zunächst maßlos überfordert. Oft fuhr er sich in den ersten Rennrunden einen Bremsplatten ein und verlor durch frühe Boxenstopps früh den Anschluss ans Feld. Mit der Zeit gelang es ihm jedoch, seine Fehlerquote herunterzuschrauben und Renndistanzen erfolgreich über die Bühne zu bringen. Auf die ersten beiden WM-Zähler beim Heimrennen in Montreal folgte das Highlight seiner Saison.

Im Chaos-Rennen auf den Straßen Bakus manövrierte er seinen Williams mit einer fehlerfreien Performance auf den dritten Platz und machte sich damit zum jüngsten Rookie, der es in der Geschichte der Formel 1 auf das Siegertreppchen schaffte. In der zweiten Saisonhälfte fuhr Stroll zunächst regelmäßig in die Punkte, fiel danach jedoch etwas in seine alten Muster zurück. Mit 40 WM-Zählern erreichte er unter dem Strich aber deutlich mehr, als ihm nach den ersten Rennen zugetraut wurde.

Das sagt Lance Stroll selbst: "Ich zeige den Leuten, aus welchem Holz ich geschnitzt bin. Wenn die Menschen das nicht akzeptieren wollen und die Fakten ignorieren, kann ich daran nichts ändern. Die Fakten zeigen jedenfalls, dass ich es verdiene dort zu sein wo ich bin. Das kann mir niemand absprechen."

Positiv aufgefallen: Stroll zeigte nach einem holprigen Start ins Jahr in Baku und Monza zwei starke Leistungen, mit denen niemand gerechnet hätte.

Negativ aufgefallen: Die Lernkurve war bei Stroll trotz Rookie-Status definitiv nicht steil genug, um sich als zukünftiger Top-Fahrer in Szene zu setzen.

Soll erfüllt? Nein. Das Podest in Baku und das Zeittraining in Monza waren zweifelsohne starke Vorstellungen, doch letztendlich zeigte Stroll im Vergleich zu Massa einfach zu wenig. Der Teamkollege fuhr 2017 längst nicht mehr auf seinem Zenit und als hungriger Youngster hätte Stroll angesichts dessen deutlich näher dran sein müssen.

MSM-Note 5


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