Formel 1

Formel 1 Abu Dhabi 2017: Red Bull will Hybrid-Fluch knacken

Red Bull drückte dem Formel-1-Rennen in Abu Dhabi viele Jahre den Stempel auf. Doch seit Einführung der Hybridmotoren läuft nicht mehr viel zusammen.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Red Bull schien auf dem besten Wege, dem letzten Viertel der Formel-1-Saison den eigenen Stempel aufzudrücken. Mit dem Malaysia GP waren die Österreicher plötzlich auf Augenhöhe mit Mercedes und Ferrari. Max Verstappen gewann das Rennen in Südostasien, Daniel Ricciardo wurde Dritter. In Japan standen erneut beide Fahrer auf dem Podest. In den USA verhinderte die Technik - und auch eine Entscheidung der Rennleitung - ein stärkeres Abschneiden als Verstappens vierten Platz.

Schon in Mexiko aber schlugen die Bullen zurück, Verstappen fuhr fast schon spielerisch zum Sieg. Wenn es dort schon klappt, dürfte Brasilien doch erst recht funktionieren, dachte man. Weit gefehlt. Weil Renault die eigenen Motoren um die Ohren flogen und auch Red Bull französische Aggregate im Heck hat, musste man Leistung zurücknehmen.

Zu unsicher war es, die Renault-Motoren auszufahren. Daniel Ricciardo kassierte ohnehin eine Startplatzstrafe. Und somit ereilte Red Bull in Interlagos ein böser Rückschlag. Am Ende reichte es nur noch zu den Plätzen fünf und sechs, ohne Chance, in den Kampf um das Podium einzugreifen.

Die Frage ist nun: Mit welchem Ergebnis bringt Red Bull die Saison in Abu Dhabi zu Ende? Vor der Einführung der Hybridmotoren 2014 war der Wüstenkurs eine der Hausstrecken des Rennstalls. In der Saison 2009 gab es dort einen Doppelsieg, ein Jahr später krönte sich Sebastian Vettel an gleicher Stelle erstmals zum Weltmeister. Auch 2011 und 2013 feierte Red Bull jeweils einen Doppelsieg. Doch seither lief nicht mehr viel zusammen.

Seit 2014 stand kein Bullenfahrer mehr auf dem Podium, im vergangenen Jahr wurde Verstappen Vierter, einen Platz vor Ricciardo. Durch die zwei langen Geraden litt Red Bull in den vergangenen Jahren stets unter einem erheblichen Power-Nachteil, der in den kurvigen Passagen nicht mehr aufzuholen war. Die jüngsten Ereignisse von Brasilien lassen den Optimismus nicht gerade steigen.

Formel 1, Abu Dhabi 2017: Die wichtigsten Fragen zum Finale: (03:53 Min.)

Verstappen mit Topwert seit Malaysia

Doch Verstappen ist zuversichtlich vor dem kommenden Wochenende. "Brasilien war nicht perfekt, aber wir kennen die Gründe", sagte der Niederländer. Gerade Verstappen befindet sich derzeit in Bestform. Inklusive des Malaysia GP sammelte der 20-Jährige in den letzten fünf Rennen 90 Punkte, kein anderer Fahrer kommt im selben Zeitraum auf diesen Wert. Lewis Hamilton etwa steht bei 82 Punkten, Sebastian Vettel kommt gar nur auf 67 Zähler.

Auch teamintern war Malaysia ein Wendepunkt. Im Qualifying hatte Daniel Ricciardo schon vorher meist das Nachsehen, doch seither macht er auch sonntags keinen Stich mehr. In jedem Rennen kam er hinter Verstappen ins Ziel, wenn er überhaupt die Zielflagge sah.

Verstappen wird wenig Interesse daran haben, diese Serie enden zu lassen. Zumindest scheint sich das Pech nach ausufernder Tätigkeit bei Verstappen nun abgewandt zu haben. Entsprechend optimistisch blickt der Niederländer auf den Saisonabschluss. "Wir mussten die Performance herunterschrauben, um die Dinge am Leben zu erhalten. Hoffentlich können wir das ändern und wieder näher an der Spitze dran sein. Wenn wir im Qualifying dran sein können, sollten wir im Rennen eigentlich noch besser sein. Daher freue ich mich schon", sagte Verstappen.


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