Formel 1

Mexiko: Alonso überraschend stark, Vandoorne im Pech

Formel-1-Pilot Fernando Alonso überrascht am Mexiko-Freitag mit einer starken Performance. Stoffel Vandorne dagegen wird erneut zum Honda-Opfer.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne hatten bereits vor der ersten Ausfahrt in Mexiko die letzte Startreihe gebucht. Alonso bekam von Honda einen neuen Verbrennungsmotor samt neuem Turbolader und neuer MGU-H, machte insgesamt 20 Plätze Strafe. Für Vandoorne gab es gleich ein Komplettpaket zum Preis von 35 Strafplätzen.

Doch selbst dieser neue Motor trug ein Problem in sich, weshalb Vandoorne im ersten Training nur auf drei Runden Fahrzeit kam. Alonso hingegen blieb von Problemen verschont und überraschte mit Rang sieben im zweiten Training. "Ich würde sagen, das war ein sehr positiver und produktiver Freitag. Wir konnten viele Runden fahren, einige Tests machen und die meisten gaben uns gutes Feedback", so Alonso.

Alonso: P1 mit anderer Power Unit

Mit Rang acht im ersten Training und gar Platz sieben in der zweiten Session hatte der Spanier nicht unbedingt gerechnet. Nur sieben Zehntel fehlten am Nachmittag auf die Bestzeit von Daniel Ricciardo. In der Topspeed-Wertung zierten beide McLaren jedoch wie erwartet das Ende, wenngleich Alonso mit 342,5 km/h einen respektablen Wert erreichte. Lewis Hamilton etwa war nur sieben Stundenkilometer schneller, die Lücke zu den überragenden Mercedes-Kunden Force India und Williams war aber schon etwas deutlicher.

Daher konnte sich Alonso einen erneuten Seitenhieb in Richtung Honda auch nicht verkneifen. "Mit einer anderen Power Unit wären wir heute auf Platz eins und zwei gelandet. Das frustriert schon etwas, generiert aber auch die Hoffnung, dass wir - wenn wir diesen Trend beibehalten - nächstes Jahr konkurrenzfähig sein werden", stellte er klar.

Ob sich die sieben Zehntel Rückstand auf den Renault-befeuerten Red Bull nur mit der Motorleistung erklären lassen, darf jedoch angezweifelt werden. Vier Zehntel etwa verliert Alonso zwar im ersten Highspeed-Sektor, fast genau so viel jedoch auch im Schlussabschnitt, der quasi nur aus dem engen Stadion-Abschnitt besteht. Fast gleichauf liegen McLaren und Red Bull dagegen im Mittelsektor.

Sektorenvergleich: Schnellste Runden von Ricciardo und Alonso

Sektor 1 Sektor 2 Sektor 3 Gesamtzeit
Daniel Ricciardo 27.585 30.144 20.072 1:17.801
Fernando Alonso 27.951 30.154 20.403 1:18.508
Differenz +0.366 +0.010 +0.331 +0.707

Für Stoffel Vandoorne ging es im zweiten Training nicht um die Rundenzeit, diese war deutlich langsamer als jene seines Teamkollegen und reichte auch nur für Platz 15. Vielmehr stand im Vordergrund, nach der ersten Session die verlorene Zeit zumindest halbwegs wieder aufzuholen. Dieses Unterfangen wurde jedoch erschwert, als er gar nicht erst auf die Strecke kam.

Vandoorne hat (fast) ein Rad ab

Ein loses Rad ließ Vandoornes Boliden an der Boxenausfahrt nach rechts verziehen, die Mechaniker eilten zur Hilfe und holten ihn zurück in die Garage. In der Folge kam er dann aber doch noch auf 32 Runden. "Wir konnten unser Programm abspulen und die Daten sammeln, die wir gebraucht haben", sagte der 25-Jährige.

Eine gute Nachricht gab es für Vandoorne dann später auch noch. Die nagelneue Power Unit, die im ersten Training Unregelmäßigkeiten aufwies, war nicht beschädigt. "Wenngleich es frustrierend war, den Großteil der Session zu verpassen, haben wir das Problem gefunden. Es war sehr klein und zog keinen Schaden an der Power Unit nach sich", erklärte Satoshi Nakamura, Hondas führender Ingenieur.


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magazin.com fragt
Wir suchen Mitarbeiter