Formel 1

Lewis Hamilton in Austin dominant, Bottas teamintern chancenlos

Lewis Hamilton dominierte den Auftakt zum Formel-1-Wochenende in den USA. Der Mercedes-Pilot gewann beide Trainings, Valtteri Bottas hinkt erneut hinterher.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Starker Auftakt für Mercedes-Pilot Lewis Hamilton in das möglicherweise bereits entscheidende Wochenende der Formel 1 in Austin. Der Brite entschied beide Trainingssitzungen für sich und verwies die Konkurrenz dabei jeweils deutlich auf die Plätze. Am Vormittag hatte Sebastian Vettel mit über einer halben Sekunde Rückstand das Nachsehen, in der zweiten Session fehlten Max Verstappen vier Zehntel. Hamilton unterstrich damit bereits am ersten Tag seine Vormachtstellung in Texas, die er sich in den letzten Jahren erarbeitet hat.

"Das war ein interessanter Tag. Es ging auf und ab, wie sich die Strecke entwickelt und das Auto angefühlt hat. Aber alles in allem fühlte sich das Auto gut an", bilanzierte der 32-Jährige. Während sein schärfster WM-Rivale Sebastian Vettel mit dem Auto kämpfte und sogar abflog, bleib Hamilton mit Ausnahme des einen oder anderen Verbremsers von Zwischenfällen verschont.

Hamilton distanziert Bottas deutlich

Wenngleich der Blick auf die Zeitentabelle schon einen Favoriten für das Wochenende zu definieren scheint, warnt Hamilton: "Es gibt viele Bereiche, in denen wir uns verbessern können. Aber insgesamt fühlt es sich wie eine solide Basis an. Das war ein ordentlicher Start ins Wochenende." Deutlich schwerer tat sich einmal mehr Valtteri Bottas, der die Pace seines Teamkollegen nicht im Ansatz mitgehen konnte. Mit jeweils sechs Zehnteln Rückstand auf den dreimaligen Weltmeister belegte Bottas am Freitag die Plätze drei und vier.

Besonders Session Nummer eins verlief für den Finnen nicht nach Wunsch. "Das erste Training wurde vom Wetter beeinträchtigt. Wir hatten damit zu kämpfen, viele Runden zu fahren. Zudem habe ich mir im ersten Training einen recht bösen Bremsplatten eingehandelt. Deshalb mussten wir den Fahrbetrieb einschränken", erklärte er.

Mit dem Nachmittag war Bottas dann aber schon deutlich zufriedener - trotz des großen Rückstandes. "Im zweiten Training konnten wir viel fahren, sowohl kurze als auch längere Runs. Schlussendlich haben wir so heute alles bekommen, was wir gebraucht haben", sagte er. "Mit Blick auf das Setup erwartet uns die übliche Arbeit. Alles in allem war es ein recht normaler Tag. Es hat mir Spaß gemacht, aber ich hoffe, dass morgen noch mehr geht", blickt Bottas voraus.

So wird Lewis Hamilton in den USA Formel-1-Weltmeister 2017: (01:54 Min.)

Bottas erklärt Rückstand auf Hamilton

Dies wäre auch vonnöten, will Bottas nicht immer weiter von Hamilton in den Schatten gestellt werden. Seit der Sommerpause kam der Rosberg-Nachfolger stets hinter Hamilton ins Ziel. Die vagen WM-Hoffnungen, die Bottas noch hatte, liegen inzwischen in Trümmern. "Lewis fährt seit der Sommerpause auf einem anderen Level", stellte schon Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff im Vorlauf des Wochenendes fest.

Er ist auch einfach ein guter Fahrer. Das bestätigt er nur. Daher überrascht mich das nicht sonderlich.
Valtteri Bottas

Bottas selbst erklärte seinen gewachsenen Rückstand auf Hamilton auch mit der besonderen Fähigkeit des Briten, sich auf gewisse Situationen besser einstellen zu können. "Er ist ein natürlicher Fahrer, der sich gut anpassen kann. Zudem hat er sehr viel Erfahrung mit dem Team, das hilft immer", so Bottas. "Er hat auf verschiedenen Strecken schon Setup-Probleme gesehen, das hilft auch. Aber er ist auch einfach ein guter Fahrer. Das bestätigt er nur. Daher überrascht mich das nicht sonderlich", meint der 27-Jährige.

In Austin läuft Bottas aber erneut Gefahr, seinen Teil zu dieser Bestätigung beizutragen. Denn bislang feierte Mercedes in Texas seit Einführung der Hybrid-Motoren stets Doppelsiege. Hamilton scheint seinen Teil zu erfüllen - aber Bottas? "Ich bin überzeugt, dass sich Valtteri bis morgen noch besser ans Auto gewöhnen wird und wir es mehr in seine Richtung hinbekommen", glaubt Technikchef James Allison. Man darf gespannt sein.


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