Formel 1

Formel 1 2017 - Hamilton vs. Vettel: Erster Matchball in Austin

Lewis Hamilton kann beim USA GP in Austin Formel-1-Weltmeister 2017 werden - doch Sebastian Vettel hat etwas dagegen. Das sagen die Titel-Rivalen.
von Christian Menath
So wird Lewis Hamilton in den USA Formel-1-Weltmeister 2017: (01:54 Min.)

Schon 2015 krönte sich Lewis Hamilton beim USA GP in Austin zum Formel-1-Weltmeister. 2017 will der Mercedes-Pilot dieses Kunststück wiederholen. Allerdings braucht Hamilton dafür gehörige Schützenhilfe von Sebastian Vettel. Der Ferrari-Pilot, der Hamilton 13 Rennen lang das Leben in der WM schwer machte, in den letzten drei Rennen aber 56 Punkte einbüßte, muss mindestens Fünfter werden, um die Titelentscheidung zu vertagen. Ein richtiger Matchball für Hamilton ist es deshalb eigentlich nicht.

Am Donnerstag in Austin blieb das große Aufeinandertreffen den Kontrahenten aus. Die FIA berief WM-Leader Hamilton schon am Morgen in die offizielle Pressekonferenz - Vettel nicht. "Es spielt für mich keine Rolle, ob ich die Weltmeisterschaft hier oder wo anders gewinne. Mein einziger Fokus ist, am Sonntag zu gewinnen", stellt Hamilton schnell klar.

Während sich Hamilton den Raum mit Marcus Ericsson, Brendon Hartley und Carlos Sainz teilen musste und Nettigkeiten in Richtung Vettel verteilte, durfte Vettel zum Medien-Heimspiel in die Ferrari-Hospitality.

Dort spielt sich im Kleinen ein Spiegelbild der Saison ab: Anfangs spielt die Technik noch perfekt mit, das Gebläse wird pünktlich zum ersten Wort des Fahrers leise. Doch dann nimmt das Drama seinen Lauf: Als der erste Kollege zum Mikrofon greift, versagt die Technik. Hektische Reparaturversuche bleiben unbelohnt, die Fragen müssen ohne Mikrofon gestellt werden.

Hamilton vs. Vettel: Streicheleinheiten statt Showdown

Hamilton vs. Vettel: Psychospiele vor dem US Grand Prix: (00:49 Min.)

Trotz anhaltender Technik-Probleme gab sich Vettel kämpferisch: "Ich glaube an die Chance. Und solange die Chance besteht, muss man alles dafür tun. Ob es am Ende reicht oder nicht, wird sich zeigen. Dass die letzten Rennen da nicht geholfen haben, ist kein großes Geheimnis. Aber ich konzentriere mich auf die bestehenden Chancen."

Von Panik nach der missratenen Asien-Tour bei Ferrari will Vettel nichts wissen. "Wir sind viel zu beschäftigt, um in Panik zu verfallen. Und das macht Maurizio [Arrivabene] sehr gut", schickt Vettel in Richtung Medien, die schon über einen Abgang des Ferrari-Teamchefs spekuliert hatten. "Ich konzentriere mich darauf, so schnell wie möglich zu fahren, Maurizio kümmert sich um das Team."

Und auch vom Titelkonkurrenten gibt es eher Streicheleinheiten als Kampfansagen: "Sebastian war das ganze Jahr über ein starker Kämpfer. Er hatte einfach ein paar technische Probleme. Aber ihr Auto ist schon noch gut, sie werden auch hier wieder Upgrades haben."

Diese Formel-1-Fahrer verloren die WM an den Defektteufel: (02:14 Min.)

Vettel: Psycho-Spielchen wirds mit mir nicht geben

Auf einen mentalen und verbalen Showdown müssen die Fans jedenfalls verzichten. "Daran habe ich kein Interesse", stellt Vettel klar. " Wir brauchen all unsere Kraft, damit wir vier ideale Rennen abrufen und sie im Idealfall alle vier gewinnen. Das muss das Ziel sein. Ich sehe das auch nicht als 1:1-Situation: ich glaube, es ist größer als das. ich bin kein Verfechter von irgendwelchen Spielchen oder irgendwelcher Politik. Das wird meistens mehr aufgeblasen als das, was dahinter steckt."

Und so dürfen sich die Fans zwar nicht auf einen WM-Showdown in Austin freuen, dafür wohl aber auf einen weiteren packenden GP 2017. "Sie werden wieder Upgrades hier haben. Ich erwarte, dass Ferrari dieses Wochenende und den Rest des Jahres stark sein wird. Da ändert sich nichts", so Hamilton. "Ich muss den Druck weiter aufrecht halten."

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