Formel 1

Max Verstappen in Baku: Technik-Wirrwarr bei Red Bull verdirbt Qualifying

Enttäuschung für Max Verstappen: Nach zwei Trainingsbestzeiten in Baku reicht es im Qualifying nur zu P5. Schuld sei einzig technisches Versagen am Red Bull.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Zwei Trainings, zwei Bestzeiten. Besser, unerwarteter hätte das F1-Rennwochenende in Baku für Max Verstappen kaum beginnen können. Doch nach dem sensationellen Freitag folgte am Samstag die Youngsterdämmerung. Im Qualifying reichte es für den Red-Bull-Piloten lediglich zum fünften Platz. Trotz großer Hoffnungen musste sich Verstappen einmal mehr deutlich beiden Mercedes und knapp auch beiden Ferrari beugen - eine halbe Zehntel fehlte auf Sebastian Vettel, zwei auf Kimi Räikkönen.

"Es ist nicht wirklich schön, Fünfter zu sein", sagt der unzufriedene Niederländer. Erneut frustrierend? "Ach frustrierend ... es ist einfach etwas unglücklich mit all den Dingen, die uns heute passiert sind. Wir hätten mehr aus dem Auto herausholen können", hadert Verstappen. "All das, was da schiefgelaufen ist - das müssen wir unter Kontrolle bekommen, denn das sollte nicht passieren", fordert Verstappen mit Nachdruck. Doch was war überhaupt daneben gegangen?

Diese Plagen ereilten Verstappen im Baku-Qualifying:

Gleich mehrere Dinge. "Schon heute Morgen war es keine ideale Vorbereitung für das Qualifying", schildert Verstappen. "In Q2 hatte ich dann wieder dieses Problem mit dem Limiter wie im letzten Training, sodass wir den Motor herunterdrehen mussten. Das hat mich etwas Rundenzeit gekostet." Auch im Q3 sei das Problem Verstappen zufolge nicht gelöst gewesen.

"Das hat mehr oder weniger zwei Zehntel gekostet", berichtet Verstappen. Schon genug also, um beiden Ferrari den Vortritt lassen zu müssen. "Dass wir den Motor im Qualifying runter- statt hochdrehen müssen, ist natürlich ziemlich schade", ärgert sich Verstappen. Ansonsten habe sein Bolide im Verlauf des Qualifying aber immer besser funktioniert - zumindest bis kurz vor Schluss.

Dass wir den Motor im Qualifying runter- statt hochdrehen müssen, ist natürlich ziemlich schade.
Max Verstappen

Plötzlich spielte auf Verstappens letztem, dem entscheidenden Run im Q3, das Getriebe verrückt. Das habe ihn weitere zwei Zehntel gekostet. "Im letzten Run habe ich mich im ersten Sektor sofort drei Zehntel verbessert. In Kurve sieben hatte ich dann einen kleinen Verbremser und musste etwas weit gehen, hatte mehr Wheelspin als normal und habe die Getriebesynchronisation verloren - den ganzen Weg die Burg hoch hatte ich dann sehr hohe Gänge drin, sodass ich mehr oder weniger zwei Zehntel verloren habe. Das war schmerzhaft. Das hat mich zusammen mit dem Runterdrehen des Motors P3 gekostet", klagt Verstappen.

Wissenswertes über den Baku GP: (00:52 Min.)

Doch behält Verstappen auch das größere Bild im Blick: "Man sieht, dass wir ein paar Pferdestärken mehr haben. Das ist gut, aber du willst immer mehr. Ich bin ein bisschen enttäuscht, denn wir hätten Dritter sein sollen. Also haben wir insgesamt defintiv einen Schritt nach vorne gemacht." Red Bull habe auf dem Baku City Circuit eigentlich mit Schwierigkeiten gerechnet. "Deshalb können wir mit der Performance sehr zufrieden sein", sagt Verstappen. Mit Ferrari sei man sogar nicht nur gleichauf. Verstappen: "Ohne all die Dinge im Qualifying hätten wir sogar vorne sein sollen!"

Ferrari jetzt schlagbar, Mercedes mitnichten

Einzig Mercedes sei noch völlig außer Reichweite. "Da müssen wir uns noch verbessern. Aber wir wissen, dass sie diesen Powermodus haben, den sie vielleicht zwei Mal einsetzen können. Wir müssen also noch arbeiten, aber das Auto hat generell gut funktioniert wenn du dir Sektor zwei mit all den Kurven ansiehst. Da sind wir sehr konkurrenzfähig", sagt Verstappen.

Für den Rennsonntag macht sich der Niederländer Hoffnungen, das für ihn durchwachsene Qualifying-Ergebnis wieder wettzumachen. "Heute Morgen sind wir noch einen Longrun gefahren. Alles sah gut aus, da müssen wir uns keine Sorgen machen. Mercedes ist natürlich etwas zu schnell, aber mit Ferrari können wir kämpfen", sagt Verstappen. Besonders hilfreich wäre dabei natürlich ein weiterer Raketenstart wie in Kanada. "Garantieren kann ich dafür nicht, aber ich gebe mein Bestes", verspricht Verstappen.


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