Formel 1

Hamilton nach Kanada-Pole: Senna-Helm bedeutet mehr als alle Pokale

Lewis Hamilton zog mit seiner Pole Position im Qualifying für den Kanada GP mit Ayrton Senna gleich. Für den Briten ein Meilenstein in seiner Formel-1-Karriere.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Es hatte sich seit einigen Rennen abgezeichnet und beim Zeittraining für den Grand Prix von Kanada 2017 war es endlich so weit: Lewis Hamilton zog mit der 65. Pole Position seiner Karriere mit dem legendären Ayrton Senna gleich. Das Erreichen der Bestmarke seines Kindheits-Idols war für den Mercedes-Piloten ein außergewöhnlich einschneidender Moment. Von der Senna-Familie erhielt Hamilton obendrein eine ganz besondere Überraschung.

Mit ihm gleichzuziehen und dies zu erhalten, ist die absolut größte Ehre für mich.
Lewis Hamilton

"Ich zittere. Ich bin sprachlos. Ayrton... Ich weiß, dass er für viele von euch der Lieblingsfahrer war. Für mich war es genauso. Er hat mich dazu inspiriert, heute hier zu sein", so Hamilton, nachdem er die wohl symbolträchtigste Qualifying-Bestzeit seiner Karriere gefahren hatte. Fast noch mehr als die Pole Position-Marke bewegte den dreimaligen Weltmeister jedoch das Geschenk, welches er für diese Leistung erhielt.

Aus den Händen der Familie der brasilianischen F1-Legende gab es für Hamilton eine Replica von dem Helm, mit dem Ayrton Senna 1987 im Lotus seinen ersten von sechs Siegen im Fürstentum von Monaco einfuhr. Laut Hamilton selbst wird er im Nachgang auch einen Originalhelm Sennas erhalten. "Mit ihm gleichzuziehen und dies zu erhalten, ist die absolut größte Ehre für mich. Vielen, vielen Dank an die Familie Senna und alle hier", so der überglückliche Brite, der trotz seines eigenen Standings als F1-Star bisher keine Erinnerungsstücke seines Helden sein Eigen nennen durfte.

Senna-Familie spricht Hamilton ihre Anerkennung aus

"Ich besitze tatsächlich keine von Ayrtons Gegenständen, ich habe wirklich nichts von ihm", so Hamilton, für den der legendäre gelbe Helm Sennas somit einen außergewöhnlich hohen Stellenwert hat: "Das ist für mich das speziellste Stück, das ich besitze. Es steht über all meinen Trophäen und allem anderen. Ich fühle mich so geehrt von seiner Familie." Sennas Nichte Bianca Senna, welche gleichzeitig die Schwester des ehemaligen F1-Piloten Bruno Senna ist, sprach Hamilton gegenüber Autosport ihre Anerkennung für den Erfolg aus.

Wir wissen schon seit so vielen Jahren, dass Lewis ein großer Fan meines Onkels war.
Bianca Senna

"Unsere Familie freut sich sehr über seine Erfolge. Ich bin mir sicher, dass Ayrton heute auch in Montreal gewesen wäre, um ihm dieses besondere Geschenk zu überreichen und dass er glücklich darüber gewesen wäre, zu sehen, dass sein Rekord von einem Piloten erreicht wird, der so talentiert ist wie Lewis", so die Brasilianerin. "Wir wissen schon seit so vielen Jahren, dass Lewis ein großer Fan meines Onkels war. Er ist auch ein offizieller Botschafter des Ayrton Senna Instituts."

"Ayrton war der Typ, den ich zuerst erkannte. Es war die Farbe von seinem Helm, denn das ist es, was du als Kind als erstes wahrnimmst", so Hamilton über den Beginn seines Daseins als Senna-Fan. "Ich erinnere mich daran, wie ich von der Schule nach Hause kam und mir ein Video von Senna anschaute. Es ist seltsam wenn ich jetzt daran denke, dass ich nun hier bin und so viele Poles wie er eingefahren habe."

Hamilton erhielt eine Kopie von Sennas Helm des Monaco GP 1987 - Foto: Sutton

Schumacher-Rekord bereits anvisiert

Nach dem Erreichen von Sennas Marke ist der absolute Rekord Michael Schumachers 68 Poles für Hamilton nun nicht mehr weit. Bei noch 13 Qualifyings in diesem Jahr scheint es sehr wahrscheinlich, dass Hamilton die drei dafür noch notwendigen Qualifying-Bestzeiten in Kürze erreicht haben wird. "Daran zu denken, so nah an Michaels Rekord zu sein... Ich hab natürlich vor, das zu erreichen. Das wäre eine Ehre, aber es steht noch in den Sternen.

Ob das Einstellen des Schumacher-Rekordes für Hamilton einen ähnlich hohen Stellenwert wie die Senna-Marke hätte, will er jetzt noch nicht absehen: "Ich habe es noch nicht geschafft, also kann ich es nicht wirklich sagen. Ich muss einfach dankbar sein und diesen Moment jetzt genießen."


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