Formel 1 - 25 Rennen? F1-Bosse rudern zurück

Qualität steht über Quantität

Nach großer Kritik an der geplanten Expansion des Rennkalenders rudern die neuen F1-Bosse zurück. Zuerst müssen die Events besser werden.
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Motorsport-Magazin.com - 25 - diese Zahl geisterte in den letzten Tagen durch die Formel-1-Gazzetten. So viele Rennen wollten die neuen Formel-1-Bosse von Liberty Media in absehbarer Zukunft jährlich sehen. Fernando Alonso hielt sich mit Kritik an diesem Plan nicht zurück: "Bei 25 Rennen höre ich auf." Der Spanier ist nicht der einzige, der die Work-Life-Balance bei diesem Plan erheblich gefährdet sieht. Selbst Jetsetter Lewis Hamilton sieht es wie Alonso.

Unser Fokus liegt darauf, die Events, die wir haben, großartig zu machen.
Chase Carey

Am Freitag des Kanada GPs stellte sich das neue Führungstrio um Ross Brawn, Sean Bratches und Chase Carrey zum zweiten Mal seit dem Saisonstart in Melbourne in einer Pressekonferenz den Fragen der Medien. Klar, dass nach den Aussagen der letzten Tage da auch der Rennkalender thematisiert wurde.

"Unser Fokus liegt darauf, die Events, die wir haben, großartig zu machen", beruhigt Carey. "Qualität ist Priorität Nummer eins. Nicht das die Events jetzt schlecht wären, aber man kann immer etwas verbessern. Nächstes Jahr haben wir 21 Rennen, zwei Rennen kommen, eins geht. Wir haben viel Interesse auf der ganzen Welt, aber die Beziehungen zu unseren Promotern sind wichtig. Wir wollen alles machen, damit sie die Rennen so gestalten können, wie sie möchten."

In der kommenden Saison fällt der Malaysia GP in Sepang aus dem Kalender, der Promoter will oder kann sich die Austragung nicht mehr leisten. Dafür kommt der Frankreich GP zurück, der wieder in Le Castellet ausgetragen wird. Außerdem findet auch der Deutschland GP in Hockenheim nach einem Jahr Pause wieder statt.

Ganz oben auf der Wunschliste steht weiterhin ein zweites Rennen in den Vereinigten Staaten von Amerika. "Ein Rennen in New York, Miami oder Las Vegas wäre toll", so Carey. Eigentlich stand New York schon in den Startlöchern, Hermann Tilke hatte sogar den schon einmal geplanten Kurs in New Jersey leicht überarbeitet. Allerdings kam es kurz vor der endgültigen Vertragsunterzeichnung erneut zu Problemen.

Zusammenarbeit lautet das neue Credo beim Rennkalender

Mit einem zweiten US-Rennen würde der Rennkalender bei 22 Grands Prix stehen. Dass die Saison mit 25 Läufen aus allen Nähten platzt, muss zunächst einmal niemand fürchten. "Wir gehen sehr bedacht an diese Sache heran, wir haben das Interesse, den Sport und die Fanbase wachsen zu lassen. Wir betreiben dazu viel Konversation mit allen involvierten Partnern, bevor wir diese Entscheidungen treffen", versichert Carey.

Die neuen Chefs wollen ein weiteres Problem angehen: Aktuell steht der endgültige Rennkalender erst im Dezember fest, wenn er vom Motorsportweltrat der FIA ratifiziert wird. Um die Planung für alle Beteiligten einfacher zu machen und den Promotern mehr Vorlaufzeit zu geben, soll sich das verbessern. "Es gibt einen Genehmigungs-Prozess der FIA, den müssen wir respektieren. Aber zusammen mit der FIA arbeiten wir daran, den Prozess für alle besser zu machen. Ein genaues Datum, wann der Rennkalender steht, kann ich noch nicht geben."


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