Formel 1 - Türkei-Comeback? Hier plaudert Erdogan mit Carey

Streckenchef: Formel-1-Rückkehr in den Istanbul Park so gut wie fix

Im Formel-1-Rennkalender bahnt sich ein Sensationscomeback des Türkei GP an. Das legt ein Treffen von F1-CEO Carey mit Staatspräsident Erdogan in Istanbul nahe.
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Motorsport-Magazin.com - Gute Nachrichten für den Rekordsieger auf dem Istanbul Park Circuit, Felipe Massa: Offenbar steht ein Comeback des Türkei GP im Formel-1-Rennkalender mindestens im Raum. Das legt nicht nur ein Treffen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit dem von F1-Eigentümer Liberty Media eingesetzten Geschäftsführer der Königsklasse, Chase Carey am Dienstag in Ankara nahe.

Türkei: 'Signifikante Schritte' zur Formel-1-Rückkehr 2018

Bei der Zusammenkunft im türkischen Präsidentenpalast ebenfalls zugegen: der in Deutschland geborene Minister für Jugend und Sport der Türkei, Akif Cagatay Kilic, der Chef des türkischen Motorsportverbandes, Serkan Yazici, und nicht zuletzt Vural Ak, aktueller Streckenbetreiber des Istanbul Park Circuit. Kilic war es auch, der via Twitter ein Foto des Meetings verbreitete. Für viele überraschend, hat Erdogan wegen der politischen Lage in der Türkei rund um das kurz bevorstehende Verfassungsreferendum zur Einführung eines neuen Präsidialsystems, zurzeit eigentlich mehr als genug zu tun.

Was angesichts der Zusammensetzung der Gruppe ohnehin offensichtlich scheint, bestätigten schließlich türkische Medien: Es sei bei dem Treffen um die Rückkehr des Türkei GP in den Rennkalender gegangen. Weiter hieß es, es seien signifikante Schritte unternommen worden, bereits zur kommenden Formel-1-Saison 2018 den Istanbul Park zurück in den F1-Rennkalender zu katapultieren.

Alles was ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt sagen kann, ist, dass die Mettings richtig gut gelaufen und wir uns grundsätzlich einig sind.
Vural Ak

Damit nicht genug: Am Abend äußerte sich schließlich Streckenbetreiber Vural Ak zu dem Treffen mit Carey und Erdogan und bestätigte die Berichte zum angestrebten Türkei-Comeback im Rennkalender. Beim Dinner der Automotive Journalists Association erklärte Ak sogar, es sei zwar noch kein Vertrag unterzeichnet worden, doch sei man sich grundsätzlich über einen Deal einig geworden: "Wir hatten heute ein Meeting in Ankara mit dem Präsidenten und Chase Carey von Liberty Media, den ich bereits zuvor persönlich in die Türkei eingeladen hatte. Alles was ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt sagen kann, ist, dass die Mettings richtig gut gelaufen und wir uns grundsätzlich einig sind. Auch wenn der Vertrag noch nicht unterzeichnet worden ist."

Die Tribünen beweisen: Der Fanzuspruch in der Türkei war zuletzt ausbaufähig - Foto: Sutton

Erster Comeback-Versuch 2013 an Antrittsgebühr gescheitert

Der Geschäftsmann hatte den einst 250 Millionen Dollar teuren Kurs vor den Toren Istanbuls vor fünf Jahren für elf Jahre gepachtet und sogleich Bernie Ecclestone für einen Deal an der Saison 2013 kontaktiert. Ak zufolge habe Ecclestone jedoch Gebühren von 26 Millionen Dollar verlangt - nur für das erste Jahr allein, woran der Deal damals letztlich gescheitert sei. Jetzt also ein neuer Versuch mit Liberty Media.

Ebenfalls finanzielle, aber auch Probleme mit dem zunehmend abebbenden Zuschauerzuspruch, hatten schon zuvor den Istanbul Park nach nur sieben Grands Prix von 2005 bis 2011 aus dem Rennkalender der Formel 1 befördert. Bei den Fahrern ist der Kurs allerdings beliebt - nicht zuletzt wegen der extrem anspruchsvollen Kurve acht mit gleich vier Scheitelpunkten.

Felipe Massa - hier bei seinem ersten GP-Sieg überhaupt von Michael Schumacher geduscht - würde eine Türkei-Rückkehr sicherlich begrüßen. - Foto: Sutton

Keine Fans: Lewis Hamilton nicht überzeugt von Türkei-Comeback

Dennoch hatte es im Zuge der jüngeren Absichtserklärung Liberty Medias, die Formel 1 in neuen Märkten (oder früheren, Stichwort Comeback des Frankreich GP 2018) zu etablieren, indem man den Rennkalender weiterentwickele, kritische Stimmen hinsichtlich einer möglichen Türkei-Rückkehr gegeben. So warnte Mercedes-Pilot Lewis Hamilton vor GP-Austragungsorten mit nur geringem Fan-Potential. "Wir haben Veranstaltungen an Orten, an denen es keine Fans gibt. Dabei machen die Fans doch erst ein Event daraus. Wir fuhren früher in der Türkei, und es war kaum jemand da", sagte der Brite.

Wir fuhren früher in der Türkei, und es war kaum jemand da.
Lewis Hamilton

Erster Sieger im Istanbul Park war Kimi Räikkönen, bislang letzter Triumphator dessen aktueller Ferrari-Teamkollege Sebastian Vettel. Der mit Abstand erfolgreichste Pilot beim Türkei GP ist allerdings eingangs genannter Felipe Massa. Der Brasilianer gewann von 2006 bis 2008 gleich drei Mal in Serie auf dem von - Überraschung - Hermann Tilke konzipierten Kurs, darunter sein erster GP-Erfolg überhaupt. Mehr als fraglich allerdings, ob Massa die potentielle Türkei-Rückkehr überhaupt noch als aktiver Pilot erleben würde, hatte er seine Karriere doch eigentlich schon 2016 beendet und war nur im Zuge des Bottas-Wechsels zu Mercedes zu Williams zurück gekehrt.

Felipe Massa: Die schönsten Bilder seiner F1-Karriere: (1:49 Min.)


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