Formel 1

Bernie Ecclestone: Weltmeister Rosberg würde F1 nicht helfen

Bernie Ecclestone meldet sich zu Wort. Diesmal hat er es auf Nico Rosberg abgesehen. Wegen mangelnder Skandale bekommt der Mercedes-Fahrer sein Fett weg.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Ausgerechnet Bernie Ecclestone sorgt für Unruhe im Titelkampf zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton! Der Formel-1-Boss stichelte in Austin gegen den deutschen WM-Spitzenreiter. "Wenn Nico den Titel gewinnt, wäre das gut für ihn und für Mercedes", wurde Ecclestone von der Daily Mail zitiert. "Aber es würde nicht zwangsläufig dem Sport helfen, weil es über ihn nichts zu schreiben gibt."

Bernie und Rosberg - das hat eine lange Vorgeschichte. Ecclestone wurde schon in den vergangenen Jahren nimmermüde, Lewis Hamilton als den besseren Weltmeister zu bezeichnen. Man kann den kleinen Briten aus Marketing-Sicht sogar verstehen. Er braucht Stars, um die Formel 1 weltweit an den Mann zu bringen. Das klappt mit einem Hamilton, der mit den Stars feiert, nun einmal besser als mit Rosberg.

Ohne Lewis nix los

Ecclestone war sicher, dass Rosbergs abzusehender WM-Sieg nicht einmal einen großen Effekt auf den deutschen Markt haben würde. Rosberg wäre nach Michael Schumacher und Sebastian Vettel der dritte Formel-1-Weltmeister aus Deutschland. Bernie: "Selbst in Deutschland würde das nicht helfen. Man braucht jemanden wie Lewis."

Selbst in Deutschland würde das nicht helfen. Man braucht jemanden wie Lewis.
Bernie Ecclestone

Hamilton ist in der Tat der perfekte Werbeträger für die Formel 1. Ständig taucht der dreifache Champion in den Boulevard-Medien auf, lässt sich mit den Stars der Branche ablichten. Zuletzt war er sogar zu Gast in der berühmten US-Talkshow von Ellen DeGeneres. Ecclestone dürfte sich diebisch gefreut haben, dass Hamilton vor einem Millionenpublikum Werbung für die Königsklasse machte.

Können noch zusammen lachen: Ecclestone und Rosberg - Foto: Sutton

Kimi macht besseren Job als Rosberg

Hamilton passt Ecclestone besser in den Kram als Rosberg, der abseits der Rennstrecke nie für Eskapaden sorgt und eher als zurückhaltender Familienmensch gilt. Skandale gab es nie rund um den Sohn von Keke Rosberg, der lieber Bilder von Frau, Kind und Hund postet als von Rihanna oder Rappern. Das führte Ecclestone dazu, einen weiteren Vergleich zu ziehen. "Kimi macht einen besseren Job als Nico", sagte er mit Blick auf den wortkargen Räikkönen, der mit seiner eigenen Art längst Kultstatus erreicht hat.

Die Kritik an einem möglichen Weltmeister Nico Rosberg ist weit überzogen.
Niki Lauda

Ecclestones Aussagen kamen bei Mercedes nicht allzu gut an. Bei den Silberpfeilen gilt Rosberg als perfekter Werbeträger, der die relevante Zielgruppe anspricht. "Die Kritik an einem möglichen Weltmeister Nico Rosberg ist weit überzogen", sagte Niki Lauda der Bild-Zeitung. "Außerdem ist es ihm gegenüber in einem so entscheidenden Stadium der WM sehr unfair."

Ecclestone mag Hamilton als Weltmeister lieber - Foto: Sutton

Wolff kontert Ecclestone-Kritik

Sportlich ist Rosberg in diesem Jahr unumstritten. Er führt die Gesamtwertung mit einem komfortablen Vorsprung von 33 Punkten an. Bislang neun Siege gehen auf sein Konto, Dauerrivale Hamilton konnte nur sechs Rennen für sich entscheiden. Seit der Sommerpause gewann Rosberg alle Rennen mit Ausnahme des Malaysia Grand Prix. Deshalb sagte Toto Wolff bezüglich der Ecclestone-Sticheleien: "Derjenige, der am Ende der Saison die meisten Punkte hat, verdient es, Weltmeister zu sein."

Sie leben nicht in Angst. Vielleicht sollte die finanzielle Struktur verändert werden.
Bernie Ecclestone

Einmal in Wallung, setzte Ecclestone im Fahrerlager von Austin noch einen drauf. Im Fokus seines Verbal-Feuers: Die gut bezahlten Formel-1-Stars. Sie sollten sich ihr Geld gefälligst härter verdienen, forderte Bernie: "Die Fahrer verdienen jetzt viel Geld. Das ist gut, aber es hält sie nicht unbedingt auf Trab. Sie leben nicht in Angst. Vielleicht sollte die finanzielle Struktur verändert werden. Sie sollten nach jedem Rennen einen Check erhalten. Das müssen wir uns anschauen. Sie haben heutzutage ein einfaches Leben."


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