Schon in den Trainingssessions zum Großen Preis von Italien zeichnete sich ab, dass es bei Williams an diesem Wochenende besser läuft. Die Mannschaft schaffte es trotz technischer Probleme bei Massa, die Autos konstant in den Top-10 zu platzieren - etwas, wovon das Traditionsteam zuletzt weit entfernt war. Im Qualifying schlug Valtteri Bottas dann richtig zu und qualifizierte sich als erster Verfolger der Top-Teams Mercedes und Ferrari. Der Finne griff dafür ganz tief in die Aerodynamik-Trickkiste. Mit dieser Ausgangslage soll am Sonntag der Konter gegen Force India gelingen.

Am Ende waren es nur 0,001 Sekunden, die Bottas den fünften Startplatz vor Daniel Ricciardo einbrachten. Der Finne scherzte darüber, die entscheidenden Tausendstel vermeintlich sogar selbst herausgeholt zu haben, indem er kurz zuvor eine Modifikation zur Verringerung des Luftwiderstands vornahm. "Tatsächlich habe ich vor dem Qualifying die kleinen Kühlöffnungen oben auf dem Helm entfernt", so Bottas, der daraufhin gegenüber seinem Betreuer fast schon prophetisch ankündigte: "Das wird mir ein Tausendstel bringen."

Konkurrent Ricciardo hatte für die knappe Niederlage allerdings auch sofort ein Argument parat. Mit Aerodynamik hatte es allerdings wenig zu tun. "Ich hatte gestern Abend nur ein Stück Pizza. Normalerweise sind es immer anderthalb oder zwei", flachste der Australier. Der Red-Bull-Pilot zollte dem Gegner allerdings auch seinen Respekt: "Valtteri ist eine Tausendstel schneller gefahren, also verdient er es auch."

Bottas nahm an seinem Helm ein paar kleine Modifikationen vor -
Bottas nahm an seinem Helm ein paar kleine Modifikationen vor -Foto: Sutton

Williams mit Ansage in die Top-10

Schon in der Generalprobe für die Qualifikation konnte sich das Williams-Duo Bottas/Massa auf den Plätzen fünf und sechs nicht nur gegen Force India, sondern auch gegen Red Bull behaupten. Dass dieses Kunststück auch in der Qualifikation gelingen würde, hatten wohl die Wenigstens erwartet. Am Ende schaffte es Bottas, die Kohlen für sein Team aus dem Feuer zu holen. Verantwortlich war dafür aber nicht nur der modifizierte Helm. "Ich glaube, ich habe eines der besten Qualifyings meines Lebens gefahren", so Bottas.

Auch für das Rennen rechnet sich der 27-Jährige gute Chancen aus, um im Kampf um den vierten Platz der Konstrukteurswertung gegen Force India zurückzuschlagen: "Platz fünf ist eine gute Startposition und ich gehe zudem von der sauberen Seite der Strecke ins Rennen. Ich denke, wir haben eine gute Chance, morgen einige Punkte zu holen. "

Massa verpasst große Chance

Felipe Massa hingegen konnte die gute Performance des FW38 nicht nutzen und schied bereits in Q2 aus. "Platz elf ist nicht das, was wir heute erwartet hatten", so der Brasilianer. Von der Pace her war der 35-Jährige im 3. Freien Training noch auf Augenhöhe mit dem Teamkollegen. Im Qualifying stimmte jedoch das Timing nicht: "Ich musste im Q2 auf meiner Outlap sehr langsam fahren, wodurch die Reifen nicht den richtigen Grip aufbauen konnten."

Für Sonntag erwartet Massa durch das Aus in Q2 aber zumindest einen kleinen strategischen Vorteil: "Ich habe für das Rennen freie Reifenwahl, was uns in Sachen Taktik hoffentlich helfen wird." Auch Bottas glaubt daran, dass es für den Teamkollegen beim Grand Prix noch weiter nach vorne gehen wird. "Ich denke, Felipe kann mit der freien Reifenwahl von Position elf sicherlich noch weiter nach vorne kommen", sagt Bottas.