Lewis Hamilton startet beim Großen Preis von Spanien von der Pole Position. Der Mercedes-Pilot erzielte im Qualifying auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya die Bestzeit. Mann des Tages war allerdings Red-Bull-Aufsteiger Max Verstappen, der zunächst auf Kurs für Startreihe eins lag. Der Youngster stellte den RB12 am Ende noch immer sensationell auf Startplatz vier. Ferrari enttäuschte komplett.

Räikkönen besiegte Vettel auf niedrigem Niveau -, Foto: Sutton
Räikkönen besiegte Vettel auf niedrigem Niveau -, Foto: Sutton

Im ersten Versuch leistete sich Lewis Hamilton noch einen kapitalen Verbremser im Mittelsektor, Nico Rosberg konterte mit einer sauberen Runde - acht Zehntel schneller. Max Verstappen schob seinen Red Bull sensationell zwischen die Mercedes. Ferrari enttäuschte auf ganzer Linie. Sebastian Vettel fehlten stolze 1,6 Sekunden auf die Spitze, Kimi Räikkönen auf gebrauchten Softs gar ganze zwei Sekunden.

Besser wurde der zweiten Durchgang nicht. Zwar legte Vettel, noch mehr Räikkönen, zu, doch musste sich das Ferrari-Duo sogar nur mit der dritten Reihe abfinden. Verstappen blieb einfach zu schnell. Dann raste auch noch Daniel Ricciardo vor auf P3. "Ich kam nicht so richtig in Fahrt, warum wissen wir nicht. Wir haben versucht, uns zurückzukämpfen, es ist aber nicht wirklich gelungen", sagte Vettel. "Wir waren nicht gut drauf. Kein Wunder, dass Red Bull dann vor uns steht."

"Wir waren wirklich schnell, aber das Hauptziel war, heute alles zu genießen. Es hat alles funktioniert, das war gut. Es dauert aber noch ein paar Wochenenden. Aber ich bin auf einem guten Weg", sagte Verstappen bescheiden. "Ich hoffe auf einen guten Start, um noch weiterzukommen. Das Podium ist möglich von der Pace her!"

An der Spitze übertrumpfte Hamilton derweil ganz cool Teamkollege Rosberg mit einer genialen Runde mit drei Sektorbestzeiten. Pole für den Weltmeister!

Die Top-10 komplettierten Valtteri Bottas, Carlos Sainz, Sergio Perez und Fernando Alonso. Nico Hülkenberg verpasste das Q3 als Elfter denkbar knapp, Pascal Wehrlein wurde 21. - immerhin vor Teamkollege Rio Haryanto.

Hamilton, Rosberg und Ricciardo zum Qualifying in Barcelona

Lewis Hamilton: "Ich bin sehr happy, die Runde hinbekommen zu haben. Nico war das ganze Wochenende sehr stark. Ich habe versucht, die Pace zusammenzubekommen. Vielen Dank an das Team, es hat so hart in der Fabrik gearbeitet in den letzten beiden Wochen seit den Problemen beim letzten Rennen. Ich bin sehr glücklich, sehr dankbar. Das Auto war großartig. Gestern war ein schwieriger Tag. Heute da vorne zu sein, ist großartig. Hoffentlich kommt morgen alles zusammen. Ich habe an den Starts gearbeitet. Ich weiß, dass ich in der besten Ausgangsposition bin. Morgen könnte es soweit sein."

Nico Rosberg: "Natürlich bin ich enttäuscht, ich wollte heute Erster sein. Lewis war im Quali heute schneller. So ist es. Aber das Rennen zählt. Morgen gibt es einige Möglichkeiten, zum Beispiel den Start, da ist in den vergangenen Rennen ja viel passiert, oder die Strategie. Es wird kein einfaches Rennen. Ich werde versuchen, meine Chance zu nutzen. Es lief nicht ideal heute. Aber ich bleibe dran und gebe alles."

Daniel Ricciardo: "Ich bin sehr glücklich, wieder hier in der PK zu sein. Ich werde versuchen, auch morgen dabei zu sein. Ich bin froh, vor beiden Ferrari zu sein - wir beide, auch Max. Das ist unglaublich gut. Es hat etwas gedauert, aber im Q3 wusste ich, dass ich eine Runde habe, die die Pace hatte. Ich musste es nur zusammenbekommen. Bis dahin hatte es nicht geklappt, aber Q3 zählt. Ich habe getan, was ich tun musste."

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle:Unsafe Release von Ferrari (Räikkönen)
Top-5: Hamilton, Rosberg, Ricciardo, Verstappen, Räikkönen

Das war Q2: Anders als in Q1 legte Mercedes sofort los. Und diesmal schlug Lewis Hamilton erstmals zurück. Mit einer Fabelzeit von 1:22.159 Minuten fuhr er nicht nur die mit Abstand beste Zeit des bisherigen Wochenendes, sondern brummte Nico Rosberg satte sechs Zehntelsekunden auf. Dahinter erneut Max Verstappen, dann Kimi Räikkönen vor Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel.

Allerdings brauchte der Finne dazu ein zweites Outing, nachdem er beim ersten Versuch sowohl Verkehr als auch einen Fehler in seiner Runde hatte und dem Reifensatz für den Start keine zweite schnelle Runde zumuten wollte.

Am Ende des Feldes schieden Nico Hülkenberg, Jenson Button, Daniil Kvyat, Romain Grosjean, Kevin Magnussen und Esteban Gutierrez aus. "Dieses Wochenende fühle ich mich noch nicht ganz wohl im Auto, ich bin noch nicht ganz auf einer Linie mit der Balance", entschuldigte sich Hülkenberg. Fernando Alonso erfüllte derweil seine Q3-Ansage (das erste Mal der neuen Ära McLaren-Hondas) und Carlos Sainz distanzierte seinen neuen Teamkollegen Kvyat im ersten Duell um eine Viertelsekunde.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: Räikkönen weit in Kurve drei
ausgeschieden: Hülkenberg, Button, Kvyat, Grosjean, Magnussen, Gutierrez
Top-5: Hamilton, Rosberg, Verstappen, Räikkönen, Ricciardo

Das war Q1: Pascal Wehrlein eröffnete das Qualifying in Spanien. Die Top-Teams ließen sich bis zu ihren ersten Outing gewohnt viel Zeit. Als Erste setzten schließlich die Mercedes ihre Zeiten - wie alle anderen Teams auf Nummer sicher mit den weichen Reifen. Nico Rosberg fuhr in 1:23.002 Minuten Bestzeit, zwei Zehntel vor Lewis Hamilton. Dahinter rangierte Max Verstappen vor Daniel Ricciardo und Kimi Räikkönen.

Die Segel nach Q1 streichen mussten Jolyon Palmer und überraschend Williams' Felipe Massa (!). "Wir haben natürlich versucht, richtig zu planen, sind aber zu spät raus. Ich hatte dann Verkehr und keine Zeit mehr. Sowas müssen wir in Zukunft vermeiden", sagte Massa. Außerdem raus: Marcus Ericsson, Felipe Nasr, Pascal Wehrlein und Rio Haryanto.

Sauber vor Manor also. "Auf der Strecke braucht man eben viel Abtrieb. Das ist nicht unsere Stärke. Deshalb wussten wir, dass hier Schadensbegrenzung angesagt ist", berichtete Wehrlein. Also ein Erfolg für die beiden Rookies: Noch dazu fehlten weniger als drei Sekunden auf die Bestzeit - im Vorjahr waren es im Q1 noch fast fünf.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: Williams verpokert sich: Massa ausgeschieden
ausgeschieden: Palmer, Massa, Ericsson, Nasr, Wehrlein, Haryanto
Top-5: Rosberg, Hamilton, Verstappen, Ricciardo, Räikkönen

Die Analyse: Nichts da Ferrari-Attacke auf Mercedes! Alle erwarten den großen Angriff der Scuderia auf die Silberpfeile, da springt plötzlich Red Bull wie Kalle aus der Kiste. Erstaunlich ist die Bullen-Stärke nicht - Barcelona ist eine Aero-Strecke. Da ist der RB12 eben stark. Bitter für Verstappen nur, dass ihn Ricciardo im letzten Moment noch abgefangen hat. Ist der Rookie noch tragbar? Für die Ferrari-Schwäche gibt es derweil ernsthaft kaum eine Erklärung,. Zumindest hat die Scuderia (noch) keine. Das Wetter könnte es vielleicht sein. Am Vormittag waren die Roten noch stark. Hamiltons Comeback gegen Rosberg wird den Weltmeister unterdessen einmal kräftig durchatmen lassen.