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Formel 1

Ferrari-Benzinzufuhr mit Blitz-Streik - Kurzer Defekt-Schock für Räikkönen in Spanien

Kimi Räikkönen muss Mitte des zweiten Trainings zum Spanien GP an die Box: Offenbar ein Defekt am Ferrari. Doch am Ende des Tages ist der Iceman bester Laune.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Schock-Déjà-vu für Ferrari-Ass Kimi Räikkönen in Spanien: Wie schon bei den Testfahrten auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya vor zwei Monaten streikt im zweiten Freien Training zum Spanien GP die Benzinzufuhr an seinem Ferrari SF16-H.

Räikkönen kämpfte auf Augenhöhe mit Mercedes um Bestzeiten - Foto: Sutton

Gerade will Räikkönen sich die Bestzeit von Nico Rosberg zurückholen, da funkt plötzlich sein Renningenieur Dave Greenwood im wahrsten Sinne des Wotes dazwischen: "Geh' vom Gas Kimi und komm' rein, es sieht aus als hätten wir ein Problem. Sieht nach einem Problem mit dem Benzinsystem aus - Box!"

Bitter für den Finnen. Alles sieht nach dem nächsten frühen Rückschlag für Räikkönen aus. Doch diesmal hat der Iceman Glück. Nach wenigen Minuten hat Ferrari das Problem offenbar behoben, jedenfalls fährt Räikkönen wieder auf die Strecke. "Wir wollten sichergehen, dass alles ok war. Es war nur ein kleines Problem und so haben wir es geschafft, am Ende der Session alles zu erledigen", berichtet Räikkönen. Nicht nur für eine Installationsrunde reicht es also, Räikkönen kann Teamkollege Sebastian Vettel sogar wieder bei der wichtigen Longrun-Arbeit unterstützen.

Räikkönen hochzufrieden mit Ferrari-Freitag

Genau das gelingt laut Räikkönen in Barcelona mit verhältnismäßig großem Erfolg. Zuletzt hatten sich Ferrari und Räikkönen in Sochi noch schwer getan, am Freitag eine gute Balance zu finden. Dieses Mal nicht. "Die Balance? Ich denke, wir sind besser gestartet als üblich, hier arbeiten die Reifen jetzt besser als in Russland", berichtet ein ziemlich glücklich scheinender Räikkönen.

Es war ein guter Tag, aber wir können nachlegen.
Kimi Räikkönen

"Es war ein guter Tag, aber wir können noch nachlegen. Es ist noch Arbeit zu tun, bis wir 100 Prozent mit der Balance des Autos zufrieden sein können", ergänzt der Zweitschnellste beider Sessions. Nur zweieinhalb Zehntelsekunden fehlten dem Finnen am Nachmittag auf die Tagesbestzeit von Nico Rosberg im Mercedes.

Kimi Räikkönen ist mit dem Ferrari-Freitag in Barcelona ungewohnt zufrieden - Foto: Sutton

Ferrari scheint in Spanien ganz offensichtlich also deutlich näher dran an den Silberpfeilen. Nicht nur wegen der - dank weicherer Reifen erzielten - Doppelspitze im ersten Training, sondern insbesondere wegen des geringen Abstands Räikkönens am Nachmittag - diesmal mit gleichem Reifen-Material.

Um Mercedes zu schlagen, muss alles perfekt sein

Um an Mercedes jedoch auch vorbei zu ziehen, muss sich die Scuderia über Nacht noch weiter verbessern. Das bestätigt auch Sebastian Vettel nach dem Freitagstraining. Keine leichte Aufgabe, so Räikkönen. "Es ist schwierig, alles perfekt hinzubekommen. Näher dran an Mercedes? Schwer zu sagen, wo wir verglichen mit unseren Gegner stehen. Es ist nur Freitag, aber wir sind besser klar gekommen als an anderen Freitagen. Ich würde sagen, dass wir mal einen normalen Job gemacht haben", sagt der Finne.

Wir können uns noch in ein paar Bereichen verbessern.
Kimi Räikkönen

Dennoch sieht Optimist Räikkönen, erst am Donnerstag hatte er die Titel-Chancen als noch absolut realistisch eingeschätzt, Chancen. "Wir können uns noch in ein paar Bereichen verbessern und werden heute Abend weiter daran arbeiten, noch stärker zu werden", versichert der Ferrari-Routinier.

Räikkönen: Hatte nie einen besseren Boss als Arrivabene

Unabhängig von Barcelona ist vor allem ein Mann für Räikkönens jüngste Zuversicht verantwortlich: Marizio Arrivabene. "Er ist der beste Teamchef, den ich jemals hatte. Ich denke, er ist genau der Richtige für diesen Job und er macht ihn gut", schwärmt Räikkönen. "Das Team - zusammen sind wir gut und wir werden dahin gelangen, wo wir hinwollen, es ist nur nicht immer ganz einfach."

Kimi Räikkönen sieht in Maurizio Arrivabene eine Leitfigur für Ferrari - Foto: Sutton

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