Formel 1

Aussehen vollkommen irrelevant - Vettel zu Halo: Lieber hässlich als tot

Sebastian Vettel steht hinter dem Halo-Konzept. Ihm ist egal wie es aussieht. Die Sicherheit geht vor.
von Manuel Schulz

Motorsport-Magazin.com - Der Halo spaltet die Meinungen selbst bei den Fahrern. Während Nico Hülkenberg sich wehement gegen das Schutzsystem ausgesprochen hat, gab es mit Nico Rosberg und Felipe Massa auch Befürworter des Systems. Doch auch Rosbergs Teamkollege Lewis Hamilton ist gegen den Halo: "Ob es euch gefällt, was ich sage oder nicht: Ich hoffe sehr, dass es nicht passiert." Sollte es kommen hofft er auf freie Wahl und er würde sich dagegen entscheiden. "Es geht um die Sicherheit der Fahrer, also sollten wir die Wahl haben", so der Weltmeister.

Die Ästhetik ist nicht schön, aber wir haben in den letzten vier Jahren zwei Fahrer wegen einem ähnlichen Unfall verloren
Sebastian Vettel

Während meist das Aussehen der Halo-Lösung kritisiert wird, redet Sebastian Vettel Klartext: "Die Ästhetik ist nicht schön, aber wir haben in den letzten vier Jahren mit Henry Surtees und Justin Wilson zwei Fahrer wegen einem ähnlichen Unfall verloren. Es gibt nichts was hässlig genug wäre, um zu rechtfertigen, dass die zwei nicht mehr leben."

MSM TV: Ferrari testet Halo-Cockpitschutz: (3:28 Min.)

Zudem erinnert Vettel daran, dass die getestete Version des Halo noch gar nicht das fertige Produkt war: "Ich glaube, was die Sicht angeht, kann man das System noch verbesseren. Aber man kann jetzt schon sehen, was man muss." Es sei auch nicht das Bild, dass man von der Formel 1 gewöhnt ist. "Aber wenn es hilft die Sicherheit zu verbessern, denke ich, dass es unabdingbar für die Zukunft ist."

Daniel Ricciardo antwortete direkt auf die Kritik von Nico Hülkenberg: "In dieser Situation braucht niemand den Helden spielen." Der Halo würde weder am Sport noch an der Geschwindigkeit des Autos irgendetwas ändern. "Es dient lediglich als zusätzlicher Schutz gegen herumfliegende Teile", fügte Ricciardo hinzu. Auch zum Aussehen vertritt der Australier eine andere Haltung als die anderen Fahrer: "Von 2008 nach 2009 wurden die Autos hässlich. So schlimm ist der Halo nicht."

Hamilton fordert bezüglich des Halo Entscheidungsfreiheit für die Fahrer - Foto: Sutton

Die Teamchefs halten sich eher neutral, tendieren aber eher dazu, den Halo zu unterstützen. "Auf der einen Seite ist es ein Formelwagen und da bin ich kein großer Fan eines solchen Schutzes. Auf der anderen Seite müssen wir aber eine Lösung finden, die Formel 1 sicherer zu machen", sagte Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost. "Wenn es mehr Sicherheit bringt, ist das natürlich gut, auch wenn es nicht besonders sexy aussieht", meint auch Eric Boullier.

Williams stellvertretende Teamchefin betont, dass der Halo noch gar nicht feststeht: "Die Vorschläge sind noch im Analyse-Stadium der FIA. Am wichtigsten ist, welches am meisten Sicherheit für die Fahrer bietet. Ich werde jedes Konzept unterstützen, das diesbezüglich am besten funktioniert." Sie favorisiert zwar die Red Bull Cockpithaube, denkt aber auch an mögliche Probleme: "Man muss auch an Kondenswasser usw. denken."

Renaults Technikchef Bob Bell versteht die ganze Aufregung nicht: "Die Formel 1 sollte stolz auf seine Sicherheit sein. Das ist jetzt ein weiterer, wichtiger Schritt auf diesem Weg. Ich bin sicher, dass wir Entwicklungen sehen, die darüber hinausgehen. Vielleicht Kuppeln." Am Ende ginge es aber alles nur um die Sicherheit der Fahrer.


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