Formel 1 / Interview

Tolles Rennen an einem tollen Ort - Gastaldi: Ungarn ist ein Standbein des Kalenders

Der stellvertretende Lotus-Teamchef Federico Gastaldi kann den Ungarn GP kaum erwarten. Zudem kontert er Fittipaldis Kritik, die Fahrer seien Roboter.

Motorsport-Magazin.com - Was sind deine Gedanken vor Budapest?
Das Team und ich freuen uns auf ein mit Sicherheit fantastisches Event. Jedes Jahr liefern Budapest und Ungarn. Das haben wir einem fortschrittlichen Denken von Bernie Ecclestone vor einigen Jahren zu verdanken sowie dem großen Enthusiasmus von unserem verstorbenen Freund Thomas Frank und heute dem Einsatz meines guten Freundes Tamas Rohonyi. Budapest ist so eine schöne Stadt und das Event ist ein Standbein des Kalenders.

Was macht den Ungarn GP zu solch einem populären Event?

Es ist ein tolles Rennen an einem tollen Ort.
Federico Gastaldi über den Ungarn GP

Es ist ein tolles Rennen an einem tollen Ort. Die Strecke bietet den Fahrern verschiedene Herausforderungen durch die vielen Kurven. Die Rennen, die daraus resultieren, gehören zu den besseren einer jeden Saison. Wir haben gesehen, dass Fahrer wie Ayrton Senna, Thierry Boutsen, Michael Schumacher, Nigel Mansell, Damon Hill und Fernando Alonso die tausende Zuschauer begeistern und Emotionen hervorrufen und die wahre Magie nach Budapest und zur Formel 1 bringen. Die Fans sind alle sehr enthusiastisch und die Stadt selbst ist wunderbar mit ihren vielen Schätzen.

Was sind deine Reflexionen nach dem Großbritannien GP?
Das Rennen war für uns sehr unglücklich, da beide Autos sehr früh aus dem Rennen genommen worden sind. Betrachtet man das Wochenende insgesamt, so waren wir nicht in der Lage, die Pace zu zeigen, die wir an anderen Orten bereits gesehen haben. Budapest wird zeigen, ob das nur an der Charakteristik der Strecke in Silverstone lag oder ob die Konkurrenz uns überholt hat. Als Event war Silverstone fantastisch und wir müssen die Organisatoren loben und uns bei den Fans für ihre unglaubliche Unterstützung bedanken. Es war sicherlich eine gute Antwort für alle Schwarzmaler in unserem Sport.

In Großbritannien war das Rennen für beide Fahrer früh zu Ende - Foto: Sutton

Was können die Formel-1-Teams mehr tun, um den Promotern zu helfen?
Ich glaube, der Sport befindet sich momentan in einer Phase der Neubewertung. Das kann positiv betrachtet werden, da es uns davon abhält, auf unseren Wegen sesshaft zu werden. Als jemand, der selbst Promoter war und nun in einem Team involviert ist, habe ich ein gutes Verständnis für die unterschiedlichen Sichtweisen. Ich denke, als Sport sollten wir uns so gut wie möglich präsentieren, dazu gehört auch eine engere Zusammenarbeit zwischen den Teams und den Events, um sicherzustellen, dass wir auf einer Wellenlänge liegen. Es gibt mehr Dinge, die wir tun können, um bei der Durchführung der Events zu helfen. Und ich sage zu den Promotern: "Habt keine Angst zu fragen!" Wir tun, was wir können, um die Events zu einem Erfolg zu machen.

Was sagst du zu Emerson Fittipaldis Äußerung, Fahrer seien nur noch Roboter der Teams?

Umso weniger kontroverse Dinge du sagst, desto weniger Zeit musst du damit verbringen, Fragen darüber zu beantworten!
Federico Gastaldi

Ich verstehe, was Emerson sagen will, aber ich weiß, dass wir als Team nichts machen, was die Fahrer daran hindert, zu sagen, was sie denken. Die Fahrer sind frei, um zu entscheiden, was sie sagen wollen. Aber sie reden in einer völlig anderen Welt verglichen mit der, als Emerson noch gefahren ist. Wenn du heute etwas sagst, was nur etwas vom Normalen abweicht, wird es wiederholt, falsch wiedergegeben, analysiert und über alle Medien weitergegeben. Daher, denke ich, haben einige Fahrer eine kluge Vorgehensweise gewählt. Umso weniger kontroverse Dinge du sagst, desto weniger Zeit musst du damit verbringen, Fragen darüber zu beantworten! Das ist der Grund, warum Fahrer inzwischen klingen wie Politiker, wenn sie Fragen beantworten. Sie wollen fahren und nicht stundenlange Diskussionen führen, ob Kim Kardashian auf dem Cover des "Rolling Stone"-Magazins sein soll.

Zur Halbzeit der Saison: Wo hat euer Team gute Arbeit geleistet und wo gibt es noch Raum für Verbesserungen?
Was die Performance betrifft und man diese mit dem vergangenen Jahr vergleicht, ist es klar, dass wir einen großen Schritt vorwärts gemacht haben. Wenn man schaut, wo wir vor zwei oder drei Jahren waren, ist es deutlich, dass wir noch Potenzial haben. Mit dem Auto können wir uns in Sachen Speed und Zuverlässigkeit verbessern, aber das ist immer der Fall. Man will das Auto immer schneller haben und dass nie ein Problem auftritt. Auf der kommerziellen Seite haben wir unsere Partnerschaft mit Microsoft ausgebaut, was durch die Art und Weise, wie wir die Marke Lumia präsentieren, hervorgehoben wird. Es kommt aber noch mehr.

Du warst in Mexiko zur dritten FIA Sport Konferenz, der FIA MotorEX. Was hast du gelernt?
Es war ein tolles Event und es war erfrischend, so viele aktive Ideen und Diskussionen für den Motorsport zu hören. Außerdem war es toll, diesen Enthusiasmus und die Erwartungen in Mexiko für den Grand Prix in diesem Jahr zu erleben. Es wird ein fantastisches Event.


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