Formel 1 / Interview

Cockpit statt Motorhome - Pastor Maldonado: Nie wieder Fernsehzuschauer

Nach dem frühen Aus in Silverstone und der damit einhergehenden Rolle als Zuschauer will Pastor Maldonado in Ungarn nur eins: Fahren.

Motorsport-Magazin.com - Freust du dich auf Budapest?
Pastor Maldonado: Der Ungarn Grand Prix ist einer der besten der Saison. Wir sind sehr nah an Budapest, einem Ort, den ich sehr gerne mag. Es gibt eine Heerschar von Fans am Rennwochenende und die Leute sind sehr freundlich. Auf der Strecke kann es sehr herausfordernd sein. Das Wetter ist dort normalerweise sehr heiß, was bedeutet, dass es körperlich sehr anstrengend ist. Es ist eines der Rennen, die ich wegen dieser Anforderungen am meisten genieße und ich mag die Herausforderung, die es stellt, wirklich sehr.

Wie denkst du über den Hungaroring?
Pastor Maldonado: Es ist ein sehr anspruchsvoller Kurs für die Fahrer, da es oft sehr heiß ist und es nur begrenzte Überholmöglichkeiten gibt. Das Layout ist relativ langsam und wir sahen mit den E23 bislang in langsamen Kurven ziemlich gut aus. Daher wird es interessant sein zu sehen, wie schnell wir hier sind. Das Qualifying ist hier so wichtig, weil es nur eine geringe Zahl an Überholmöglichkeiten gibt. Aber ich habe mich in der Vergangenheit dort gut qualifiziert, daher hoffe ich, dass ich eine starke Leistung abliefern kann. Ich habe in anderen Rennserien in Budapest gewonnen, weshalb ich gute Erinnerungen an die Strecke habe. Die Fans erzeugen eine gute Atmosphäre und es ist immer schön, auf einer Strecke zu fahren, auf der so ein gutes Gefühl herrscht. Ich freue mich auf das Wochenende.

Pastor Maldonado freut sich schon sehr auf die Hitze von Ungarn - Foto: Sutton

Dein Silverstone-Rennen war ziemlich kurz...
Pastor Maldonado: Es war ein großartiges Rennen in Silverstone. Das weiß ich, weil ich im Motorhome saß und es mir angesehen habe! Natürlich wollte ich mein Rennen nicht so verbringen. Ich wollte in meinem Auto ein Rennen fahren. Es ist ein so befriedigendes Gefühl, bei wechselhaften Bedingungen zu fahren, wie wir sie beim Großbritannien Grand Prix gesehen haben. Es ist auch ein so unbefriedigendes Gefühl, wenn man realisiert, dass das Rennen so früh vorbei ist.

Was ist passiert?
Pastor Maldonado: Mein Auto wurde von Romains getroffen, der wiederum von Daniel Ricciardo in einen Dreher geschoben wurde. Ich dachte, mein Auto wäre bis auf einen Reifenschaden in Ordnung und habe versucht, an die Box zu fahren, um die Reifen zu wechseln. Leider war das, was ich am Heck des Autos gespürt habe, kein Reifenschaden, sondern auslaufendes Öl, weshalb meine Reifen Traktion verloren haben. Als mir Mark, mein Ingenieur, am Funk sagte, dass ich das Auto abstellen soll, wusste ich, dass es vorbei ist.

Als Rennfahrer will man das Rennen nie live im Fernsehen sehen, da man dabei sein sollte. Aber es war trotzdem ein tolles Rennen!
Pastor Maldonado

Was machst du nach einem kurzen Rennen wie diesem?
Pastor Maldonado: Sobald man gesehen hat, dass alle okay sind und realisiert hat, dass das Rennen vorbei ist, lautet der erste Gedanke: 'Wie komme ich zurück an die Box?' Als ich zurückkam habe ich in der Garage mit den Jungs gesprochen. Im Debrief gab es nicht wirklich viel zu berichten. Danach habe ich im Motorhome zusammen mit Gästen und Personal das Rennen verfolgt. Als Rennfahrer will man das Rennen nie live im Fernsehen sehen, da man dabei sein sollte. Aber es war trotzdem ein tolles Rennen!

Der Ungarn Grand Prix markiert die Saisonhalbzeit und es ist das letzte Rennen vor der Sommerpause. Wie sieht deine Halbzeitbilanz aus und wie sehen deine Ziele für die zweite Saisonhälfte aus?
Pastor Maldonado: Mein Ziel ist das gleiche wie zu Beginn des Jahres: So viele Punkte wie möglich einzufahren und das Rennen auf der bestmöglichen Position zu beenden. Meine Halbzeitbilanz würde Gutes über den Einsatz berichten, aber die Ergebnisse kamen nicht. Ich glaube fest daran, dass wir in der zweiten Saisonhälfte bessere Ergebnisse einfahren werden.


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